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Weltweit Bausparer zahlen oft zu viel
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Bausparer zahlen oft zu viel
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12:55 20.01.2015
Rückzahlungsraten lassen sich von Bausparern oft nicht stemmen. Quelle: dpa
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Berlin

Vier von 20 Bausparkassen sind in einem Test der Stiftung Warentest durchgefallen. Wegen Beratungsfehlern und schlechter Angebote müssten Bausparer bei ihnen tausende Euro draufzahlen, erklärte die Stiftung Warentest am Dienstag bei der Präsentation ihres in der Zeitschrift „Finanztest“ (Februarausgabe) veröffentlichten Praxistests. In anderen Fällen verzögere sich der geplante Hausbau oder Immobilienkauf durch den falschen Bausparvertrag um mehrere Jahre. Nur drei Bausparkassen konnten die Experten durch gute Beratung und passgenaue Angebote überzeugen und erhielten ein „gut“.

Bausparen an sich sei „eine prima Idee“, erklärte der Chefredakteur von „Finanztest“, Heinz Landwehr. Wer in sieben oder zehn Jahren ein Haus bauen, eine Wohnung kaufen oder eine Immobilie renovieren wolle, könne sich schon jetzt die aktuell niedrigen Kreditzinsen von 1,5 bis drei Prozent sichern. Dass es für die Sparraten derzeit so gut wie keine Zinsen gebe, falle nicht so sehr ins Gewicht, weil es auch auf dem Sparkonto nur Minizinsen gebe.

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Weitere Tipps der Stiftung Warentest

Ein Bausparvertrag müsse aber auf die Ziele und finanziellen Möglichkeiten des einzelnen Bausparers zugeschnitten sein, und genau daran hapere es, erklärte die Stiftung Warentest. Die meisten der 20 geprüften Bausparkassen, von denen jeweils sieben Filialen von Testern aufgesucht wurden, erhielten nur ein „befriedigend“ oder ein „ausreichend“.

Bausparen funktioniert, indem der Sparer zunächst in seinen Vertrag einzahlt. Wenn er 40 bis 50 Prozent der vereinbarten Bausparsumme erreicht hat, bekommt er sein Guthaben und den Rest als Kredit ausgezahlt. Der Kredit muss dann in monatlichen Raten getilgt werden.

Angepeilte Bausparsummen oft zu hoch

Fehler Nummer eins der Bausparkassen sei, dass den Kunden Verträge mit zu großen Bausparsummen verkauft würden, erklärte die Stiftung Warentest. Diese lohnten sich für die Bausparkassen mehr als kleinere Verträge, weil die Abschlussgebühr zwischen 1,0 und 1,6 Prozent der Bausparsumme betrage. Für den Kunden rücke damit aber der Zeitpunkt der Auszahlung oft in weite Ferne: Bei dem Praxistest wollten die Tester in zehn Jahren bauen, in jedem fünften Fall hätten sie aber länger als zwölf Jahre auf das Geld für ihre Immobilie warten müssen, erläuterte Landwehr.

Teilweise seien den Testkunden „erdrückend“ hohe Raten für die Rückzahlung des Bauspardarlehens auferlegt worden, die finanziell kaum zu stemmen seien, kritisierte Landwehr. In anderen Fällen hätten die Tester im Vergleich zu dem geplanten Darlehen viel zu viel sparen müssen. Zudem seien die Kunden oft nicht über die Möglichkeiten einer Riester-Förderung aufgeklärt worden.

Auch die Papierform des Angebots ließ laut „Stiftung Warentest“ oft zu wünschen übrig. Angaben zu Gebühren würden oft unterlassen, Konditionen nicht genau wiedergegeben. So sei es kaum möglich, das Angebot zu Hause zu prüfen oder mit Angeboten anderer Kassen zu vergleichen. Zudem sollten sich Bausparer bei der Beratung nicht allein auf ihr Bauchgefühl verlassen, da dieses oft trügerisch sei, warnte der Experte. Wichtig sei es, sich gründlich auf ein Beratungsgespräch vorzubereiten.

afp

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