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Weltweit Konzern verlängert Job-Garantie bis 2028
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Konzern verlängert Job-Garantie bis 2028
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00:16 17.11.2018
Noch läuft in Hannover der T6 in allen Varinaten vom Band
Noch läuft in Hannover der T6 in allen Varinaten vom Band Quelle: Behrens
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Hannover

Die Mitarbeiter in den Volkswagen-Werken Hannover und Emden müssen sich bis 2028 keine Sorgen um ihre Jobs machen. Vor der geplanten Umstellung der Produktion auf Elektrofahrzeuge hat der Konzern die geltende Beschäftigungssicherung um drei Jahre verlängert. „Dies bietet in der Phase der Transformation Sicherheit für die Belegschaften“, sagte Personalvorstand Gunnar Kilian am Mittwoch in Emden. Die Zahl der Stellen soll gleichwohl sinken.

Volkswagen will Niedersachsen zum zweiten Zentrum für die E-Mobilität machen. „Wir steigen mit aller Kraft in die Produktion von Elektrofahrzeugen ein“, sagte Vorstandschef Herbert Diess. Zusammen mit dem Werk in Zwickau sollen Hannover und Emden „den größten Verbund zur Produktion von E-Fahrzeugen in Europa“ bilden. Am Freitag will der Aufsichtsrat über die Details zur Belegung der Fabriken entscheiden. Das Land Niedersachsen unterstützt die Pläne: „Wir finden es richtig, dass der Strukturwandel nicht abgewartet, sondern gestaltet wird“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Den Angaben zufolge soll bei VW Nutzfahrzeuge ab 2022 die Produktion von Modellen der Familie um elektrischen Kleinbus ID Buzz beginnen. „Damit sorgen wir für Zukunftssicherung des Standortes Hannover und somit für Beschäftigung“, sagte VWN-Chef Thomas Sedran gestern bei einer Betriebsversammlung. Einen Teil der Transporter-Fertigung wird das Werk in Stöcken mit seinen 16.000 Mitarbeitern in ein paar Jahren an eine Fabrik des neuen Partners Ford abgeben.

Die Arbeitnehmervertreter zeigten sich erleichtert. „Die Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung für die Stammbelegschaft bis Ende 2028 ist ein großer Erfolg in schwierigen Zeiten“, sagte Betriebsratschefin Bertina Murkovic. Neben den beiden Modellen Transporter und Multivan wird in Hannover aktuell der Pick-Up Amarok gebaut, für den es aber keine große Nachfrage gibt. Mit der ID-Buzz-Familie bekomme der Standort ein verlässliches zweites Standbein, hieß es.

Das Emder Werk will der Konzern komplett auf Elektrofahrzeuge umstellen. In vier Jahren solle dort der Bau des Passat Kombi eingestellt werden, 2023 laufe die Fertigung des Arteon aus und im Jahr darauf werde dort der letzte Passat als Limousine vom Band rollen, berichteten Teilnehmer aus der dortigen Betriebsversammlung. Das wichtigste Modell für Emden soll dem Vernehmen nach ein elektrischer Kleinwagen für weniger als 20.000 Euro werden.

Trotz Beschäftigungsgarantie will Volkswagen die Belegschaften verkleinern. „Da der Bau von Elektrofahrzeugen weniger Produktionsschritte umfasst, benötigen wir in der Konsequenz auch weniger Arbeitskräfte“, sagte Personalvorstand Kilian. Man habe daher mit den Betriebsräten vereinbart, das derzeitige Beschäftigungsvolumen in den nächsten Jahren über Altersteilzeitmodelle sozialverträglich dem Bedarf anzupassen.

Im Emder Werk sollen nach Informationen der „Ostfriesen-Zeitung“ bis Sommer 2019 500 Stellen wegfallen. Den befristet Beschäftigten, die diese Arbeitsplätze aktuell besetzen, hätten aber die Möglichkeit an andere Standorte zu wechseln, hieß es. Im Werk in Kassel könnten 100 von ihnen unbefristet unterkommen. Weitere 500 Anschluss-Jobs stünden bei Porsche am Stammsitz in Zuffenhausen zur Verfügung. Die 500 Beschäftigten waren bis 2017 als Leiharbeiter im Emder Werk tätig und wurden im Anschluss für zwei Jahre übernommen – ursprünglich mit der Aussicht, 2019 entfristet zu werden und dauerhaft bleiben zu können.

Von Jens Heitmann

14.11.2018
14.11.2018