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Weltweit Hannover wird VW-Zentrum für autonomes Fahren
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Hannover wird VW-Zentrum für autonomes Fahren
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00:16 31.03.2019
Thomas Sedran, Vorstandschef der Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge, kündigt hohe Investitionen an. Quelle: Peter Steffen/dpa
Hannover

Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) will sich vom reinen Autohersteller zu einem umfassenden Mobilitätsanbieter wandeln – und dafür allein in diesem Jahr 1,8 Milliarden Euro investieren. Das Geld soll in die Entwicklung neuer Fahrzeuge, in den Umbau der Werke und in neue Geschäftsfelder fließen. „Das ist das anspruchsvollste Transformationsprogramm in der Geschichte von VWN“, sagte Markenchef Thomas Sedran am Donnerstag in Hannover. „Wir wollen den Wandel an der Spitze unserer Industrie gestalten.“

Besondere Hoffnungen setzt die Volkswagen-Tochter in den Aufbau neuer Mobilitäts- und Transportdienste. Volkswagen will die konzernweite Entwicklung für das autonome Fahren am Standort Hannover zusammenfassen. „Wir bilden künftig die komplette Wertschöpfungskette ab“, sagte Sedran – „vom vernetzten Auto, über mobile Onlinedienste bis hin zu Robo-Taxis.“ Denkbar sei auch hier eine Zusammenarbeit mit dem neuen Partner Ford, etwa in Form einer Beteiligung an der Tochterfirma Argo, mit der die Amerikaner beim autonomen Fahren den Abstand zum Konkurrenten Waymo – einer Google-Tochter – verringern wollen.

Mit dem Fahrdienst Moia erreicht VWN in Hannover derzeit 70 000 registrierte Kunden; wie viele davon den Dienst nutzen, ist nicht bekannt. Mitte April soll der Service auch in Hamburg starten – dort dann mit E-Fahrzeugen. Über die Umsätze schweigt das Unternehmen. Man wolle zunächst vor allem Erfahrungen und Daten gewinnen, heißt es. Zu einem Geschäft werde Moia erst, wenn die Fahrzeuge ohne Fahrer auskämen. In Deutschland könne dies von 2025 an technisch möglich sein – der Betrieb hänge dann von der Erlaubnis des Gesetzgebers ab.

Geringere Kosten durch Kooperation mit Ford

Um sich als führender Hersteller leichter Nutzfahrzeuge in Europa zu behaupten, will VWN die Zusammenarbeit mit Ford intensivieren. Beide Konzerne streben an, ihre Kapazitäten beim Einkauf, bei der Entwicklung und der Herstellung zu bündeln. „Wir produzieren dann in größeren Volumen und senken so signifikant die Kosten“, erklärte Sedran. In der ersten Phase der Kooperation geht es um ein Nachfolgemodell für den Pick-up Amarok. Im Anschluss möchten die Unternehmen einen gemeinsamen Transporter für Gewerbekunden und einen Caddy-Nachfolger entwickeln.

Im Stöckener Werk sollen künftig nur noch „Premiumfahrzeuge für Freizeit und Familie“ vom Band laufen. Gemeint sind damit der Multivan, der elektrische ID Buzz und möglicherweise ein SUV-Modell mit Elektroantrieb. Der Anlauf des zunächst für nächstes Jahr vorgesehenen T6-Nachfolgers werde sich bis 2021 verzögern, sagte der VWN-Chef. Anders als ursprünglich geplant wird der T7 auch nicht als komplett batteriegetriebene Variante angeboten. Die Lücke soll eine höhere Zahl teilelektrischer Modelle schließen.

Zahl der Beschäftigten sinkt

Durch den Wandel steht das Werk in Stöcken vor erheblichen Veränderungen. VWN will die Produktionen in größerem Maße automatisieren und die Belegschaft für neue Aufgaben qualifizieren. „Wir versuchen, alle Mitarbeiter auf die Position zu bringen, auf der sie sich wohlfühlen“, sagte Produktionsvorstand Josef Baumert. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2028 vertraglich ausgeschlossen. Gleichwohl soll die Zahl der Beschäftigten in diesem Zeitraum von derzeit 14 500 auf rund 10 000 schrumpfen.

Trotz hoher Erwartungen an die fernere Zukunft rechnet der Vorstand für die nächsten beiden Jahre mit Einbußen beim Gewinn. Der Grund dafür sind Auflagen für den Ausstoß von Kohlendioxid, die künftig auch für Nutzfahrzeuge gelten. Um Strafzahlungen zu vermeiden, will VWN über den Mutterkonzern Verschmutzungsrechte erwerben. „Das wird uns pro Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag kosten“, sagte Sedran.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat VWN nach eigenen Angaben das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte verbucht: Der Umsatz lag mit 11,9 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, das operative Ergebnis schrumpfte von 853 auf 780 Millionen. Verantwortlich dafür seien Schwierigkeiten mit dem neuen Abgas-Prüfstandard WLTP, Vorleistungen für neue Produkte und negative Wechselkurseffekte. Der Absatz stieg auf rund 500.000 Fahrzeuge.

Von Jens Heitmann

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