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Weltweit VW blickt skeptisch in die Welt
Nachrichten Wirtschaft Weltweit VW blickt skeptisch in die Welt
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00:25 02.05.2014
Von Stefan Winter
Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Rund 400 Millionen Euro Gewinn büßte VW im ersten Quartal wegen schwächerer Währungen in Ländern wie Brasilien, Argentinien, Indien und Russland ein – und machte damit die erreichten Kosteneinsparungen in der Produktion gleich wieder zunichte. Die Wechselkursverschiebungen seien eine „beträchtliche Last“, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch in einer Telefonkonferenz.

Dank deutlicher Verbesserungen bei einigen Marken konnte Vorstandschef Martin Winterkorn dennoch von einem „guten Start in das laufende Geschäftsjahr“ berichten. Der Konzern verkaufte in den ersten drei Monaten weltweit 2,4 Millionen Autos an die Kunden, das waren 5,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg allerdings nur halb so stark auf 47,8 Milliarden Euro. Der Überschuss kletterte gegenüber dem relativ schwachen Vorjahresauftakt sogar um 27 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.

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Den Gewinnsprung verdankt VW vor allem den Verbesserungen bei Porsche und den Nutzfahrzeugen. Die Sportwagenmarke lieferte knapp 700 Millionen Euro operativen Gewinn ab, 125 Millionen mehr als vor einem Jahr. Noch etwas deutlicher verbesserte sich MAN und kam damit wieder in die Gewinnzone. VW Nutzfahrzeuge verdiente mit seinen Transportern 136 Millionen Euro, vor allem dank Einsparungen war das doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Dabei steigerten sie den Absatz leicht auf 110 000 Stück.

Die wichtigste Marke VW muss außerhalb Chinas Einbußen hinnehmen, Audi stagniert beim Gewinn. Auf China allerdings bleibt Verlass: Der Volkswagen-Anteil am Gewinn der dortigen Gemeinschaftsunternehmen stieg trotz erheblicher Vorlaufkosten leicht auf 1,24 Milliarden Euro. Damit liefert der wichtigste Absatzmarkt mehr als ein Drittel des Konzerngewinns.

Das Geschäft entwickle sich regional sehr unterschiedlich, betonte Vertriebsvorstand Christian Klingler. Schwierigkeiten gebe es zurzeit in Osteuropa und vor allem in Südamerika, wo der Absatz wegen Steuererhöhungen und Währungsschwäche um ein Fünftel schrumpfte. Wachstum gebe es dagegen nach langer Krise in Westeuropa, in Asien und in Nordamerika – dort allerdings nur für Teile des Konzerns. Audi und Porsche machen in den USA gute Geschäfte, für die Marke VW erwartet Klingler nach dem Rückschlag im vergangenen Jahr auch 2014 keine großen Verbesserungen. „Mehr oder weniger das Ergebnis vom vergangenen Jahr“, werde VW in den USA erreichen.Insgesamt bleibt der Konzern bei seinen Zielen für dieses Jahr: Umsatz und Gewinn werden etwa auf Vorjahresniveau erwartet.

■ Prozess um Porsche: An diesem Mittwoch wird in Braunschweig eine weitere  Schadensersatzklage gegen Porsche verhandelt. Anleger fordern gut 150 000 Euro, weil sie sich angeblich wegen bewusster Fehlinformationen mit VW-Aktien verspekuliert haben.

Warten auf Scania

Auch gestern konnte VW noch kein Ergebnis seines Übernahmeangebots an die Scania-Aktionäre mitteilen. Die Zahl der angedienten Aktien werde noch ermittelt, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch lediglich, das Ergebnis werde unabhängig von der Quartalsbilanz mitgeteilt.

Bereits am vergangenen Freitag endete die Frist für die Scania-Aktionäre. VW hat ihnen 200 Schwedische Kronen pro Aktie geboten, was zum Zeitpunkt des Angebots einen Aufschlag von 50 Prozent bedeutete. Es wurde jedoch ein knappes Rennen erwartet, denn die Skepsis in Schweden gegenüber dem deutschen Mehrheitsaktionär ist groß. Aktionäre mit rund 5 Prozent des Kapitals haben ihre Ablehnung signalisiert, mehr als 10 Prozent dürfen es nicht sein, wenn VW ans Ziel kommen will.

Die Wolfsburger müssen mehr als 90 Prozent erreichen, um die freien Aktionäre hinausdrängen zu können. Schaffen sie das nicht, wollen sie beim heutigen Anteil von gut 60 Prozent des Kapitals bleiben.   stw

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