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Weltweit Volkswagen wächst im August langsamer
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Volkswagen wächst im August langsamer
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13:19 12.09.2014
Die Lage in Russland und Brasilien bereitet Volkswagen Kopfschmerzen. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Volkswagen hat auch im August mehr Autos verkauft als vor einem Jahr. Allerdings fiel das Wachstum von Europas größtem Autobauer mit 2,7 Prozent auf 740 500 Neuwagen nur noch knapp halb so stark aus wie im bisherigen Jahresverlauf. Die Auslieferungen hätten sich in den ersten acht Monaten mit 6,52 Millionen Stück gut entwickelt, sagte Vertriebschef Christian Klingler am Freitag.

Doch der Manager warnte auch: „Das wirtschaftliche Umfeld bleibt in einigen Weltmärkten aber weiter angespannt.“ Nach zwei Dritteln des laufenden Jahres liegt der Konzernabsatz um 5,6 Prozent über dem Niveau der ersten acht Monate des vergangenen Jahres. Per Ende Juli hatte die Verbesserung bei 6 Prozent gelegen.

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Neben Russland mit minus 12 Prozent hängt mit Brasilien ein zweiter Hoffnungsmarkt in den Seilen. Dort brachen die Volkswagen- Verkaufszahlen in den ersten acht Monaten um fast 18 Prozent ein. In China läuft das Wachstum unvermindert: Auf dem weltgrößten Automarkt legten die Wolfsburger in diesem Jahr bislang um fast 17 Prozent zu. Und auf das China-Konto geht gut ein Drittel des Absatzes.

Die Rückgänge in Russland bremsen den Konzern allerdings kaum merklich aus. Jedoch hatten die Wolfsburger andere Vorstellungen von dem Markt im größten Flächenland der Erde: Vor einigen Jahren hatte Europas Branchenprimus in Kaluga 190 Kilometer südwestlich von Moskau den großen Wurf geplant. Das eigene Werk dort zählt heute etwa 6000 Mitarbeiter. Der Automarkt nahm aber nicht so schnell Fahrt auf wie erwartet. Dennoch wischte VW-Chef Martin Winterkorn Ende 2013 jeden Zweifel über das Milliardeninvestment vom Tisch.

Bis Ende 2018 sind weitere Investitionen von 1,2 Milliarden Euro geplant. Doch Russland bereitet den Wolfsburgern zunehmendSorgen: Der Konzernabsatz liegt nach zwei Dritteln des laufenden Jahres bei minus 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei der Kernmarke VW-Pkw beträgt der Rückgang 18 Prozent. „Der Markt fliegt uns ganz schön um die Ohren“, sagte ein Konzerninsider.

In dieser und der kommenden Woche ruht die Produktion in Kaluga - das sinkende Volumen fordert Tribut. In Kaluga baut der Konzern Tiguan und Polo aus der Modellfamilie der Kernmarke sowie den Kleinwagen Fabia und den Passat-Verwandten Octavia von der tschechischen Tochter Skoda. Ein VW-Sprecher betonte, dass der Produktionsstopp eine Reaktion auf die allgemeine wirtschaftliche Lage sei. Zum politischen Ringen um die Sanktionen ließ der Konzern erklären: „Wir beobachten die Lage nach wie vor genau und hoffen auf eine baldige Lösung.“

Russland steht in der VW-Konzernrechnung nach den bisherigen acht Monaten für 176 700 verkaufte Fahrzeuge, was keine drei Prozent sind. Vor allem die anhaltende Dynamik in China hält die Wolfsburger auf Höhenflug. NordLB-Branchenanalyst Frank Schwope sagte: „Der Volkswagen-Konzern könnte in den nächsten Monaten bei den Absatzzahlen an Toyota vorbeiziehen und noch im laufenden Jahr 2014 zur weltweiten Nummer 1 aufsteigen.“

Noch unbedeutender ist der Markt für den weltgrößten Autozulieferer Continental, der sich ebenfalls in Kaluga angesiedelt hat. Der Anteil des Russlands-Geschäftes für den Dax-Konzern aus Hannover liegt bei weniger als einem Prozent.

dpa

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