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Weltweit Günstig tanken – und weiter warten
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12:06 29.01.2016
Redakteur Enno Janssen dokumentiert seine persönliche VW-Krise.  Quelle: Surrey
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Hannover

Gestern an der Zapfsäule ist der VW-Abgas-Skandal für mich zur Nebensache geworden. 94 Cent pro Liter Diesel: Wer denkt da noch an Strömungsgleichrichter oder Updates? Mit einer Tankfüllung für 65 Euro nach Florenz, Monaco oder Cornwall fahren – daran dachte ich. Wenn jetzt auch noch der lang ersehnte Brief mit dem „Bescheid zur Vorführung“ meines Passat 1,6 TDI eintrifft, kann ich dem Rückruf-Feuerwerk entspannt entgegensehen. Denn bis zu meinem Umrüsttermin, der laut VW für das dritte Quartal 2016 geplant ist, gehen noch viele Tausend Kilometer ins Land – und zwei Reifenwechsel.

Doch wie entspannt sind eigentlich Betroffene der anderen Automarken im VW-Konzern? Was ist mit Skoda, Seat oder Audi? „Es ist bisher leider immer nur von VW die Rede“, sagt HAZ-Leser Helmut M. „Müssen wir auf unseren jeweiligen Hersteller warten?“ Im Internet teilt Seat mit: „Wir werden uns so schnell wie möglich mit Ihnen in Verbindung setzen. Sollten Servicemaßnahmen erforderlich werden, so werden die Fahrzeugbesitzer schriftlich gebeten, die entsprechenden technischen Maßnahmen bei einem zertifizierten Service-Center durchführen zu lassen.“

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Und Skoda? „Skoda wird Sie rechtzeitig über notwendige Maßnahmen informieren. Wir bereiten uns nun darauf vor, ab Januar 2016 die ersten Fahrzeuge auf den erforderlichen technischen Stand zu bringen.“ Audi teilt mit, dass „die technischen Maßnahmen mit Hochdruck erarbeitet werden. Sobald die technische Lösung zur Verfügung steht, wird Audi Sie kontaktieren.“ Also wieder: Warten.

Käthe B. bewegt hingegen das Thema Geld: „Machen die das wirklich kostenlos?“, fragt die Golf-Fahrerin. Die Antwort von VW ist eindeutig: Man arbeite „mit Hochdruck daran, die Abweichungen mit technischen Maßnahmen zu beseitigen – und zwar kostenlos für die Kunden“. Dasselbe gilt nach Angaben der anderen Marken auch für Seat, Skoda, und Audi. HAZ-Leserin Monika W. hat sich zudem die Frage gestellt, ob durch den Einsatz der installierten Manipulationssoftware Schäden am Wagen entstehen können. Doch Volkswagen kann die Touran-Fahrerin beruhigen: Nein, mit der genutzten Software habe lediglich eine Prüfstandsituation durch das Fahrzeug erkannt werden können, sonst sei die Software inaktiv.

„Bekomme ich einen Leihwagen, wenn mein Auto in die Werkstatt muss?“, will Werner W. wissen. VW sagt Ja. „Bei der Durchführung der technischen Maßnahmen ist das Ziel der Volkswagen AG, etwaige Nachteile für die Kunden wie beispielsweise mögliche Mobilitätseinschränkungen zu vermeiden. In diesem Zusammenhang sichert die Marke Volkswagen allen Kunden im Bedarfsfall eine angemessene und kostenfreie Ersatzmobilität zu.“ Das ist doch was.

Was haben Sie mit VW erlebt? Schreiben Sie Enno Janssen an meinvw@haz.de

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