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Weltweit Werner Wagner ist Unternehmer des Jahres
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Werner Wagner ist Unternehmer des Jahres
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21:29 28.01.2016
Von Lars Ruzic
Die Nachfolge ist geregelt: Firmenchef Werner Wagner mit seinem Sohn Torsten. Quelle: Sielski
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Hannover

Zur Mystifizierung amerikanischer IT-Konzerne gehört das Bild vom Bastler, der in der heimischen Garage und mit einigen wenigen Geldgebern die Grundlage für einen Weltkonzern legte. Die Geschichte von Werner Wagner ist keine andere – nur, dass seine Garage bei seinen Eltern in Winsen an der Aller stand und seine Mutter das Haus beleihen musste, um dem frisch diplomierten Elektrotechniker 30.000 D-Mark Startkapital zur Verfügung stellen zu können. Von der Technologie, an der der Sohn da bastelte, verstand sie nichts, erzählt Wagner: „Aber sie kannte ja mich.“

Das war vor 40 Jahren. Inzwischen belegt Wagners Firma eine Straßenseite im Langenhagener Gewerbegebiet, hat mehr als 470 Beschäftigte weltweit und wird im Geschäftsjahr 2015/16 (31. März) den Umsatz um 10 auf 85 Millionen Euro steigern. Mehr als 700 Patente hat die Wagner-Gruppe angemeldet und sieht sich als technologischer Weltmarktführer bei der Brandbekämpfung. Der Sohn hat das Vertrauen der Mutter also mehr als gerechtfertigt.

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Solche Wachstumsstorys lieben sie bei den Familienunternehmern. Deshalb hat die hannoversche Sektion dieses Verbands Wagner am Donnerstagabend im Lichthof der Universität zum Unternehmer des Jahres gekürt. Wagner gebe nicht nur Firmen auf der ganzen Welt mehr Sicherheit - er habe auch frühzeitig die Nachfolge in seinem Haus geregelt, lobt der Regionalchef des Verbands, Kay Uplegger. Wagners Sohn Torsten ist schon seit zehn Jahren mit in der Geschäftsführung - ohne dass ihn der Vater auf diesen Weg gedrängt habe, betont er. „Ich bin einfach reingewachsen.“ Und auch die dritte Generation steht schon bereit: Torsten Wagners Sohn will wie Vater und Großvater Elektrotechnik studieren.

Wagners Anlagen zur Brandvermeidung und -bekämpfung finden sich heute nicht nur in der britischen Nationalbibliothek oder im Moskauer Bolschoi-Theater. Hunderte Lager, IT-Zentren, Tresore und Archive haben die Langenhagener ausgestattet. Gerade rüsten sie den größten Tiefkühlschrank der Welt aus - ein Lager in den USA mit einem Gesamtvolumen von einer Million Kubikmeter. Je wertvoller die Ware, desto mehr Interesse zeigten die Kunden für die Produkte aus Langenhagen, erklärt der 70-Jährige.

Angeboten werden nicht nur Systeme, die schon bei der Entstehung Ort und Ursache des Feuers erkennen können. Das Unternehmen verfügt mit dem „OxyReduct“-System auch über ein Produkt, das Brände per se vermeidet - indem in den Räumen der Sauerstoffanteil so verringert wird, dass sich zwar Menschen dort aufhalten können, die Menge für eine Flammenbildung jedoch nicht ausreicht.

Wagner sieht noch kräftiges Wachstumspotenzial. „Der Markt ist grenzenlos“, sagt er. Die kommenden Jahre würden entscheidend für die weitere Entwicklung. „Wir müssen noch viele Hausaufgaben machen, um die Expansion zu stemmen.“ Zumindest so lange wolle er operativ noch an Bord bleiben. Aber das mit klarer Arbeitsstruktur: von 9 bis 18 Uhr in der Firma - und ansonsten nicht erreichbar.

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