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Weltweit Wirecard verklagt „Financial Times“ wegen Kursverlusten
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Wirecard verklagt „Financial Times“ wegen Kursverlusten
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16:34 28.03.2019
14.03.2019, Deutschland - wirecard bank Deutschland *** 14 03 2019 Germany wirecard bank Germany Quelle: imago images / Rupert Oberhäuser
Aschheim

Nach den Kursrutschen der vergangenen Wochen hat der Dax-Konzern Wirecard nach eigenen Angaben Klage gegen die britische Zeitung „The Financial Times“ (FT) eingereicht. Ziel sind die Unterlassung der Berichterstattung sowie eine Entschädigung der Aktionäre, wie der im Münchner Vorort Aschheim ansässige Zahlungsdienstleister am Donnerstag auf Anfrage mitteilte.

Die Klage richtet sich sowohl gegen die Zeitung als auch gegen den Reporter, der die Artikel hauptsächlich verfasst hat. Berichte der Zeitung mit Vorwürfen krimineller Manipulationen gegen Wirecard-Manager in Singapur hatten in den vergangenen Wochen mehrfach starke Kursrutsche der Wirecard-Aktie an der Frankfurter Börse zur Folge gehabt. Vom Landgericht München gab es keine Bestätigung für den Eingang der Klage.

Der Wirecard-Vorstand hatte den Berichten der „FT“ mehrfach wütend widersprochen und von „Diffamierung“ gesprochen. Die Münchner Staatsanwaltschaft und die Finanzaufsicht Bafin prüfen in diesem Zusammenhang, ob es illegale Kursmanipulationen durch Spekulanten gab. Zu der Klage nahm die Financial Times bislang nicht Stellung.

FT wies Vorwürfe zurück

Die Financial Times hatte schon im Februar zu ihrer Berichterstattung erklärt, dass ihre Berichte auf glaubhaften Beweisen basierten. Anschuldigungen, die Zeitung mache sich der Marktmanipulation oder unethischer Berichterstattung schuldig, seien falsch, schrieb das britische Blatt damals.

Die Singapurer Kanzlei Rajah & Tann hatte die in der Zeitung erhobenen Vorwürfe im Auftrag des Unternehmens untersucht. Dem Bericht der Kanzlei zufolge gab es zwar Verstöße von Wirecard-Mitarbeitern in Singapur gegen Buchungsvorschriften, nicht aber Scheinumsätze mit verschobenen Geldern oder Bestechung. Wie Wirecard weiter mitteilte, ergaben sich laut Zusammenfassung des Untersuchungsberichts keine Hinweise auf Gesetzesverstöße in der deutschen Konzernzentrale.

Einige Wirecard-Mitarbeiter in dem südostasiatischen Stadtstaat könnten laut Rajah & Tann aber gegen das Singapurer Strafrecht verstoßen haben. Das Unternehmen überlegt nun mögliche Konsequenzen für die Betreffenden: „Wir prüfen dies gerade sorgfältig“, sagte eine Sprecherin.

Von RND/dpa