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Weltweit Wirtschaftskrise begünstigt Korruption
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Wirtschaftskrise begünstigt Korruption
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07:28 18.11.2009
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Gerade im Mittelstand als der tragenden Säule der Wirtschaft rücke die Eindämmung von Korruption in der Wirtschaftskrise wieder in den Hintergrund. „Jeder kämpft um Aufträge, da ist die Gefahr groß, dass zu unlauteren Mitteln gegriffen wird“, sagte Schenk.

Im neuen Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 2009 der Organisation rangiert Deutschland wie im Vorjahr auf Platz 14 und damit unter den westeuropäischen Ländern im Mittelfeld. Führend in der Rangliste der 180 Staaten sind Neuseeland, Dänemark, und Singapur. Schlusslichter sind Myanmar, Afghanistan und Somalia. Der Index stützt sich auf diverse Umfragen unter Experten und Managern.

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Viel getan hat sich dem Bericht zufolge in Deutschland bei Großunternehmen. „Da hat der Siemens-Skandal viele aufgerüttelt“, sagte Schenk. So seien die Kontrollabteilungen in den meisten großen Firmen „aufgerüstet“ worden, und eine wachsende Zahl von Schwerpunktstaatsanwaltschaften ermittele gezielter.

Auf Kritik stößt bei Transparency der Koalitionsvertrag, in dem die Korruptionsbekämpfung kaum Beachtung finde. Schenk forderte die Bundesregierung auf, die UN-Konvention über Korruption zu ratifizieren und den Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung internationalen Standards anzupassen.

Laut Bundeskriminalamt war die Zahl der Korruptionsverfahren in Deutschland im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf 1808 gestiegen. Die Zahl der Tatverdächtigen stieg um 30 Prozent auf 3020. In den meisten Fällen bestachen dabei Bau- und Dienstleistungsfirmen Verwaltungsbeamte, um sich Aufträge zu sichern.

ddp