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Weltweit Liqui Moly wird Teil der Würth-Gruppe
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Liqui Moly wird Teil der Würth-Gruppe
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15:47 21.12.2017
Ernst Prost  hat die Marke Liqui Moly groß gemacht. Jetzt verkauft er sie an Würth.  Quelle: imago/Hoffmann
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Ulm/Künzelsau

 Ein mittelgroßes Familienunternehmen schlüpft unter das Dach eines Großkonzerns im Familienbesitz: Der Schmierstoffhersteller Liqui Moly aus Ulm wird Teil der Würth-Gruppe. Liqui-Moly-Chef und Eigentümer Ernst Prost hat seine Anteile komplett an den Konzern in Künzelsau abgegeben, der vom „Schraubenkönig“ Reinhold Würth aufgebaut und viele Jahre lang gelenkt wurde. Prost  soll jedoch Geschäftsführer von Liqui Moly bleiben. 

Der 60-jährige gelernte Kfz-Mechaniker hat den in den neunziger Jahren übernommenen Motorölhandel zu einem Unternehmen mit 800 Beschäftigten und einem Umsatz von fast einer halben Milliarde Euro entwickelt,  das auf seinem Gebiet mit Konzernen wie Exxon, Shell oder BP konkurriert. Allerdings ist der Ulmer Schmierstoff-Spezialist im Vergleich zu Würth eine kleine Nummer. Der 1945 gegründete Konzern sieht sich weltweit als Marktführer im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial, besteht aus über 400 Gesellschaften in mehr als 80 Ländern,  beschäftigt über 73 000 Mitarbeiter und kommt auf einen Jahresumsatz von über 12 Milliarden Euro.

Beide Unternehmen haben jedoch gemein, dass sie stark von einer Person geprägt wurden. Bei Liqui Moly ist es Prost, der sich trotz seines Aufstiegs stets als Mann des Volkes präsentiert, der hart arbeitet, sich um seine Leute kümmert, klare Worte spricht und einen Widerwillen gegen Finanzkapitalisten, Großkonzerne und angestellte Manager hegt. In einem Schreiben an die Belegschaft versuchte Prost denn auch alles, um Sorgen wegen des Verkaufs zu zerstreuen. Es gehe ihm nur darum, den Fortbestand es Unternehmens zu sichern. „Sie wissen doch selbst, wie das Leben spielt. Jeden Tag fällt irgendein Unternehmer im übertragenen und wörtlichen Sinne vom Himmel oder vom Balkon und dann stehen alle auf der Beerdigung dumm rum, machen lange Gesichter und wissen nicht, wie es weitergehen soll“, schrieb Prost. „Ich habe auch keinen Bock zu sterben. Aber damit nichts passiert, wenn mir was passiert, ist es doch wichtig, dass ich Vorsorge für den Fortbestand der Firma treffe .“ Die Mitarbeiter sollten sich über die „wichtigste Entscheidung“ seines Lebens freuen, weil sie ihnen Sicherheit biete. „Es wird hier kein einziger Arbeitsplatz abgebaut“, beteuerte Prost. Liqui Moly bleibe „als Firma und als Mannschaft“ erhalten.  

Würth hatte nach Kriegsende als Großhändler für Schrauben in Künzelsau begonnen. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1954 hatte der damals damals 19-jährige Reinhold Würth den Laden übernommen und zu einem Weltkonzern gemacht. Der heute 82-Jährige gehört zu den reichsten Männern Deutschlands und hat sich auch als ein führender Kunstsammler und -förderer einen Namen gemacht. 

Liqui-Moly-Chef Prost hat dagegen eine Stiftung zur Hilfe für unverschuldet in Not geratene Menschen und andere soziale Zwecke gegründet. Er hält Würth für einen idealen Partner, weil dieser „über ein ganz anderes Waffenarsenal mit viel größeren Kalibern verfügt als wir alleine“. Das Schmierstoffgeschäft ähnele einem Haifischbecken.  „Würth sehe ich wie einen großen Bruder, den man zur Hilfe rufen kann, wenn es auf dem Schulhof zu einer Keilerei kommt, die man alleine nicht gewinnen kann.“ Beide Unternehmen sind bereits seit zwanzig Jahren durch eine stille Beteiligung von Würth an Liqui Moly verbunden.

Von Albrecht Scheuermann

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