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Weltweit Zum Ärger von Autofahrern: Opec-Staaten wollen Ölpreis weiterhin hoch halten
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Zum Ärger von Autofahrern: Opec-Staaten wollen Ölpreis weiterhin hoch halten
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16:41 02.07.2019
Unter anderem Khalid Al-Falih, Minister Bodenschätze Saudi-Arabiens, will die Erdölförderung weiterhin begrenzen. Quelle: Guo Chen/XinHua/dpa
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Wien

Das Ölkartell Opec und die mit ihm kooperierenden Staaten wie Russland haben sich für weitere neun Monate auf Erdöl-Förderlimits verständigt. Die 14 Opec-Staaten und die 10 Nicht-Opec-Länder einigten sich bei ihrem Treffen am Dienstag in Wien darauf, die bereits seit Dezember 2018 geltenden Produktionsquoten beizubehalten. Das teilten der venezolanische Ölminister Manuel Salvador Quevedo Fernandez und der russische Energieminister Alexander Nowak mit.

Verbraucher müssen sich aller Voraussicht nach auf höhere Preise für Benzin und Heizöl einstellen - eine vermutliche Folge nicht nur dieser global bedeutsamen Entscheidung. „Das zu erwartende Angebotsdefizit sollte die Ölpreise in den kommenden Wochen weiter steigen lassen“, schrieb Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch am Dienstag über die erwartete Einigung.

Auch die Internationale Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris geht davon aus, dass der globale Ölmarkt im zweiten Halbjahr 2019 unterversorgt sein wird. Das würde die Ölpreise nach oben treiben.

Opec+ geht von stabilerer Konjunktur aus

Saudi-Arabiens Energieminister Khalid Al-Falih erklärte zudem seine Zuversicht, dass mit den Ergebnissen des G20-Gipfel im japanischen Osaka am vergangenen Wochenende die weltweite Konjunktur wieder in Schwung kommen wird. Konkret bezog er sich dabei auf das Verhältnis zwischen der USA und China sowie der Zusicherung des US-Präsidenten Donald Trump, die angedrohte Ausweitung von Strafzöllen vorläufig auszusetzen. In Verbindung mit der „Opec+“-Entscheidung könnte auch das ein Faktor für einen steigenden Ölpreis sein.

Hinzu kommt der andauernde Atomstreit mit dem Opec-Mitglied Iran. Die Formel lautet hier: Je mehr der Streit eskaliert, desto teurer wird tendenziell das Öl. Am Montag hatte die Islamische Republik ihre im Atom-Abkommen vereinbarte Obergrenze seiner niedrigangereicherten Uranvorräte überschritten, weitere Verstöße gegen das Atom-Abkommen von 2015 könnten schon bald folgen.

Am Dienstag sanken die Ölpreise zunächst leicht. Am frühen Nachmittag kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 64,65 US-Dollar, das waren 0,41 US-Dollar weniger als am Vortag.

Die Förderquoten bleiben auf dem Niveau von 2018. Quelle: Jacob Ford/Odessa American/dpa

Auf die aktuellen und nun verlängerten Förderquoten verständigten sich die Partner im Dezember 2018. Der nun verlängerte Deal sieht vor, weiterhin 1,2 Millionen Barrel (159 Liter) Öl pro Tag weniger als im Oktober 2018 aus dem Boden zu pumpen. Dabei entfallen 800 000 Barrel auf die Opec-Staaten, die restlichen 400 000 Barrel auf die zehn anderen kooperierenden Länder. Die Kürzung wurde in den vergangenen Monaten nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris übererfüllt.

Saudi-Arabien ist auf hohen Ölpreis angewiesen

Die Analysten des Forschungsinstituts JBC gehen davon aus, dass auch weiterhin eine solche Übererfüllung des Abkommens für eine Balance auf dem Ölmarkt nötig ist. Vor allem für Saudi-Arabien ist es wichtig, dass der Ölpreis weiter steigt. Laut einer Berechnung des Internationalen Währungsfonds benötigt Saudi-Arabien einen Ölpreis von etwa 85 US-Dollar pro Barrel für einen ausgeglichenen Staatshaushalt. Riad hat zuletzt seine Ölförderung deutlich stärker gekürzt, als es mit Blick auf die Absprachen nötig gewesen wäre.

Die 14 Opec-Staaten pumpen gemeinsam rund ein Drittel des gesamten Ölangebots aus dem Boden, die 24 „Opec+“-Staaten gemeinsam fast die Hälfte. Insgesamt liegt das Ölangebot bei rund 99 Millionen Barrel Öl pro Tag, während die Nachfrage laut der IEA für 2019 im Schnitt bei 100,4 Millionen Barrel pro Tag liegt. Opec- und Nicht-Opec-Staaten versuchen nun seit Anfang 2017, mit Förderlimits den Ölmarkt zu beeinflussen.

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Von RND/dpa