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Weltweit ver.di ruft zu Streiks bei der Postbank auf
Nachrichten Wirtschaft Weltweit ver.di ruft zu Streiks bei der Postbank auf
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10:12 30.11.2011
Von Jens Heitmann
Die Gewerkschaften rufen zu Streiks bei der Postbank auf. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Frankfurt am Main/Hannover

Die Arbeitnehmervertreter fürchten Einbußen, weil Deutschlands größtes Geldhaus im Zuge der Postbank-Integration etliche Jobs in der Verwaltung und Informationstechnik in eigene Gesellschaften ausgliedern will.

Die Gewerkschaft spricht von einem „Kulturbruch“ und fordert einen Überleitungstarifvertrag, der die Beschäftigten absichert. Die Verhandlungen laufen seit Monaten, bislang ohne Durchbruch. Die Postbank reagierte mit Unverständnis auf die Streikankündigung. „Wir rufen ver.di auf, die Verhandlungen weiter konstruktiv zu führen“, sagte ein Konzernsprecher. Schon Anfang November hatten sich Postbank-Beschäftigte in mehreren Städten an Warnstreiks beteiligt – unter anderem in Hameln, am Sitz des Baufinanzierers BHW, der von der Postbank übernommen worden ist.

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Konkret sei dort geplant, die Arbeitszeit von 39 auf 42 Wochenstunden zu erhöhen, den Urlaub um drei auf 27 Tage zu kürzen und die Gehälter um bis zu 7 Prozent abzuschmelzen. „Mit ihren Plänen, drastische Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen durchzusetzen, haben die Arbeitgeber eine Eskalation herbeigeführt, die nur sie selbst beenden können“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch nun. Auch die fünfte Verhandlungsrunde am 25. November habe gezeigt, dass die Arbeitgeber nicht einlenken wollten. „Sie wollen die abgemagerten Ergebnisse, die sie in der Investmentsparte der Deutschen Bank erzielt haben, auf dem Rücken der Beschäftigten im Kunden- und Kreditgeschäft ausgleichen.“

Die Deutsche Bank hat mit der Übernahme der Postbank ihr zweites Standbein, das Privatkundengeschäft, deutlich gestärkt. Sie will sich damit unabhängiger vom schwankungsanfälligen Investmentbanking machen. Der Branchenprimus hat schon häufiger Geschäfte in externe Gesellschaften ausgelagert, um Kosten zu senken. Im Zuge der Postbank-Übernahme erhofft sich der Konzern mittelfristig allgemeine Synergiepotenziale von jährlich einer Milliarde Euro. Zu den Einsparungen durch die nun geplanten Job-Ausgliederungen hat sich die Deutsche Bank allerdings noch nicht konkret geäußert.

In Hannover plant ver.di am Donnerstag um 13 Uhr eine Menschenkette vor der Postbank  – Slogan: „Wir schützen unsere Bank“. In Hameln stehen an beiden Tagen Kundgebungen auf dem Programm, am Montagmorgen soll ein Autokorso vom BHW nach Hannover folgen mit anschließendem Demonstrationszug durch die Innenstadt und Kundgebung auf dem Georgsplatz.

mit Kathrin Jones

Helmuth Klausing 30.11.2011
29.11.2011