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Wissen 112 Jahre: Ältester Süßwasserfisch der Welt entdeckt
Nachrichten Wissen 112 Jahre: Ältester Süßwasserfisch der Welt entdeckt
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10:20 07.08.2019
Großmäulige Büffelfische sind über einen Meter lang und können bis zu 36 Kilogramm schwer werden - und alt, wie eine Untersuchung beweist.
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Hannover

Forscher haben das Alter eines Großmäuligen Büffelfischs, einem Süßwasserfisch aus den USA, bestimmt: Stolze 112 Jahre wurde das Tier alt. Das ist mehr als das Vierfache der geschätzten Lebenserwartung von 26 Jahren. Das nun bekannte Rekordalter soll nun helfen, die Spezies vor dem Aussterben zu bewahren, berichtet Science Alert. Die Studie wurde im Fachjournals “Communications Biology” veröffentlicht.

Von 2011 bis 2018 haben die Forsche Großmäulige Büffelfische im Pelican River und im Otter Tail River in Minnesota zur Datenerfassung gefangen. Die meisten Tiere wurden gemessen, fotografiert und markiert, bevor sie wieder freigelassen wurden. Wie Science Alert schreibt, hatten 386 Fische nicht so viel Glück - sie wurden seziert, damit die Forscher ihr Alter bestimmen konnten. Dazu untersuchten sie zunächst die Otolithen. Die kleinen Körnchen befinden sich im Gehörgang der Fische und sind ähnlich wie Baumringe: In regelmäßigen Abständen von etwa einem Jahr wachsen neue Schichten nach. Untersucht man die Otolithen, kann das Alter der Fische geschätzt werden.

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90 Prozent der Fische sind über 80 Jahre alt

Die Forscher konnten so das Alter der Großmäuligen Büffelfische auf 80 bis 90 Jahre bestimmen. Weil das Nachwachsen der Ringe jedoch von Fisch zu Fisch variiert, verwendeten sie noch eine zweite Methode. Mit Hilfe der Radiokohlenstoffdatierung wurde die ersten Ergebnisse noch einmal überprüft. Die Radiokohlenstoffdatierung wurde eigentlich entwickelt, um verbliebene Radioaktivität in organischen Materialien zu messen. Sie beruht auf dem Zerfall eines Kohlenstoffisotops (C-14). Wenn man weiß, wie viel davon noch in einer Probe enthalten ist, kann man das Alter des Organismus zum Zeitpunkt seines Tods bestimmen.

Die Wissenschaftler konnten anhand des Radiokohlenstoff-Gehalts in 15 untersuchten Otolithen das ursprünglich bestimmte Alter von 80 Jahren nicht nur bestätigen - sie fanden sogar noch ältere Fische. Der 112-jährige Großmäulige Büffelfisch ist dabei der Rekord, doch erstaunlich sei laut Forschern auch, dass 85 bis 90 Prozent der untersuchten Fische weit über 80 Jahre alt waren.

“Feuer frei” auf unterschätzte Arten

Doch die Forschung gibt auch Anlass zur Sorge: Die Population der Fische geht zurück und es gibt nur wenig Nachwuchs. Staudämme, die in den 1930er Jahren in dem untersuchten Gebiet gebaut wurden, seien die häufigste Ursache für die stockende Vermehrung der Großmäuligen Büffelfische - sie verhindern, dass sie ihre Laichplätze erreichen.

Auch die Überfischung lässt die Zahl von Großmäuligen Büffelfischen geringer werden. Denn Großmäulige Büffelfische gehören zu den sogenannten rough fishes. So bezeichnen Amerikaner Arten, die als eher überflüssig angesehen werden und keine große Beachtung erhalten. Für Hobbyangler werden diese Arten gerade deshalb interessant - man kann sie nämlich nahezu unbegrenzt fischen, wie die Forscher beklagen.

Dass die Großmäuligen Büffelfische ökologisch derart vernachlässigt werden, löst Unverständnis bei den Forschern aus. Sie sprechen sich für dringende Erhaltungsmaßnahmen aus, um die Erholung vorhandener Populationen zu ermöglichen. Die Forscher hoffen nun, dass ihre Entdeckung eine größere Wertschätzung für die Großmäuligen Büffelfische mit sich bringt.

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Alice Mecke/RND

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