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Wissen Das erste Foto und gefährlicher Staub: 12 weitere Fakten zum Mond
Nachrichten Wissen Das erste Foto und gefährlicher Staub: 12 weitere Fakten zum Mond
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09:04 19.07.2019
Der US-Astronaut Edwin „Buzz“ Aldrin steht auf der Mondoberfläche. Quelle: Neil Armstrong/NASA/dpa
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Hannover

12 spannende Fakten zum Mond, zur Mondlandung und persönlichen Geschäften der Apollo 11-Astronauten.

Ist der Mond käuflich?

1980 kam der US-Amerikaner Dennis Hope auf die Idee, sich den Mond anzueignen. Er ließ den Mond und alle acht Planeten des Sonnensystems samt Monden beim Grundstücksamt von San Francisco eintragen und informierte die USA, die damalige UdSSR sowie die Vereinten Nationen. Seitdem verkauft Hope Mondgrundstücke für 20 US-Doller pro 0,4 Hektar. Pro­blem an der Sache: Da der Mond nicht den USA gehört, kann auch nicht das Grundbuchamt San Francisco zuständig sein.

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Wie fotografiert man den Mond?

Den Mond kann man schon mit einem Smartphone fotografieren. Besser geht es mit einer „richtigen“ Kamera mit einem möglichst langen Teleobjektiv. Nicht zwingend nötig, aber hilfreich ist auch ein Stativ. Bei den Einstellungen muss man etwas rumprobieren. Geeignet sind zum Beispiel 1/200 Sekunde Belichtungszeit bei Blende 8 und Iso 200. Oft kommt auch der Autofokus mit dem Mond klar. Tipp: Nicht ganz volle Monde sehen interessanter aus als der Vollmond, weil die Sonne Strukturen sichtbarer macht.

50 Jahre Mondlandung

Wie fotografierte Armstrong?

Die Apollo-Astronauten hatten eigens konstruierte Kameras, die mit Objektiven Zehntausende oft technisch brillante Fotos lieferten. Sie waren speziell für den Einsatz im luftleeren Raum konzipiert. Außerdem hatten sie ein Réseaugitter, das Kreuze auf den Bildern erzeugte – sie dienten den Experten als Hilfe, um Größenverhältnisse zu bestimmen. Das erste Foto, das Armstrong schoss war das eines Müllsacks auf dem Mond.

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„Fly Me to the Moon“: Mondtribute in Filmen und Musik

Wo sind die Mondfilme?

Für die Nasa ist die Sache peinlich: Jahrelang waren alle Originalfilmaufnahmen, die bei der ersten Mondlandung gemacht wurden, verschwunden. Vor wenigen Jahren stellte sich heraus, dass sie in den 70ern bei einer Auktion versehentlich mit anderem Nasa-Kram versteigert worden waren. Für 217 Dollar kaufte sie ein Mann, der seinerseits erst Jahrzehnte später bemerkte, welchen Schatz er besaß. Drei Filmrollen mit zwei Stunden und 24 Minuten Spielzeit sollen heute versteigert werden – für möglicherweise bis zu zwei Millionen Dollar.

Wer filmte die Mondladung?

Neil Armstrong und Buzz Aldrin filmten sich gegenseitig. Als Armstrong die Landefähre hinabsteigt, wird er allerdings von einer Kamera aufgenommen, die außen an der Fähre angebracht war. Er aktivierte die Kamera, als er noch oben auf der Leiter stand. Später stellten die Astronauten eine Kamera etwa zehn Meter vom Landeplatz entfernt auf ein Stativ. Armstrong nahm heimlich eine Kamera mit zurück zur Erde – nach seinem Tod fand seine Witwe sie in einem Beutel.

Wie gefährlich ist Mondstaub?

Er ist auf jeden Fall ungesund. Die Apollo-Astronauten brachten den Staub mit in das Innere der Landefähre. Bei allen löste er erkältungsähnliche Symptome aus. Studien zeigten, dass die Staubpartikel besonders scharfkantig sind, weil sie nicht von Wasser und Wind abgeschliffen werden. Außerdem sind sie stark elektrostatisch aufgeladen. Wie gefährlich der Staub wirklich ist, muss noch untersucht werden. Beim Apollo-Projekt wollte man sichergehen: Die Astronauten mussten 17 Tage in Quarantäne – aus Furcht vor Mikroorganismen.

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Wer war zuletzt auf dem Mond?

Eugene Cernan, geboren 1934, flog 1972 mit Apollo 17 zum Mond – den er am 14. Dezember um 6.40 Uhr mitteleuropäischer Zeit als bislang letzter Mensch verließ. Er war zusammen mit Harrison Schmitt zugleich auch der Astronaut, der mit knapp drei Tagen am längsten auf dem Mond war. Cernan hält mit 18 Stundenkilometern den lunaren Geschwindigkeitsrekord mit einem Mondauto. 1976 wechselte er in die Wirtschaft. Cernan starb am 16. Januar 2017 in Houston.

Der erste Song auf dem Mond?

„Fly Me to the Moon“ wurde schon 1950 geschrieben, damals unter dem Titel „In Other Words“. Weltbekannt wurde der Song unter dem neuen Titel durch Frank Sinatras 1964 eingespielte Version. Es heißt, Apollo-11-Astronaut Buzz Aldrin habe einen Kassettenrekorder mitgenommen – nach seinem Trip auf den Mond soll er den Song in der Landefähre abgespielt haben. Andere Quellen berichten, „Fly Me to the Moon“ sei von der Bodenstation in Houston gespielt und per Funk übertragen worden.

Der Mond in Zahlen

Wer telefonierte zuerst zum Mond?

Wenige Minuten nach dem Ausstieg rief US-Präsident Richard Nixon an – in Houston, das Gespräch wurde per Funk zum Mond übertragen. Er gratulierte den Astronauten und sagte: „Das ist bestimmt das historisch bedeutendste Telefonat, das je aus dem Weißen Haus geführt wurde.“ Zwei Minuten dauerte das Gespräch, meistens redete Nixon.

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Was aßen die Astronauten?

Zur Zeit von Apollo 11 bestand die Nahrung unter anderem aus gepressten Würfeln, die Fette, Proteine und Vitamine enthielten. Die Astronauten konnten sich auch gefriergetrocknetes Essen mit heißem Wasser zubereiten. Erstmals wurden auch Plastikbehälter eingesetzt, so konnten sie Bananenpudding mit Löffeln essen. Heute werden Astronauten und Kosmonauten auf der Internationalen Raumstation durch Versorgungsschiffe mit Obst, Wasser und abgepackten Mahlzeiten versorgt. Es gibt auch tiefgefrorenes Gemüse und Desserts.

Woraus bestand ein Raumanzug?

Der Raumanzug sicherte das Überleben der Astronauten. Er bestand aus 21 Lagen verschiedener Materialien, meist Kunststoffe, aber auch Metalle. Eine Neoprenschicht sollte den Überdruck im Anzug erhalten. Eingearbeitet waren Schläuche, durch die kaltes Wasser zur Kühlung floß. Auf dem Rücken war der Sauerstofftank befestigt, der Helm schützte gegen UV-Strahlung der Sonne. Die ersten Anzüge wogen 30 Kilogramm und kosteten 100. 000 Dollar.

Was tun, wenn man mal muss?

Für diesen unvermeidlichen Fall gab es speziell konstruierte Plastikbeutel. Sie enthielten eine Flüssigkeit mit Bakterien, die Gärungsprozesse verhindern sollten. Der Beutel wurde versiegelt in eine weitere Tüte getan und in einem Fach verwahrt. Bei der Rückkehr zur Erde wurden die Beutel auf dem Mond zurückgelassen. Die Nasa hat auch Windeln eingesetzt. Heute gibt es auf der Internationalen Raumstation Toilettenstühle mit Absaugvorrichtungen. Die Nutzung dieser Stühle muss im Ausbildungsprogramm extra geübt werden.

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Von RND