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Wissen Antibabypille: Frauenärzte kritisieren Warnung vor Suizid
Nachrichten Wissen Antibabypille: Frauenärzte kritisieren Warnung vor Suizid
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17:20 29.01.2019
Depressionsrisiko: Hormonelle Verhütungsmittel bekommen einen Warnhinweis. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Hannover

Auf den Beipackzetteln zur Antibabypille und anderen hormonellen Verhütungsmittel wird zukünftig ein neuer Hinweis stehen. Damit soll laut Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte (BfArM) vor einem Suizidrisiko als Folge von Depressionen gewarnt werden. Deutsche Frauenärzte widersprechen dieser Einschätzung nun.

Grundlage für die Entscheidung, die auf einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) getroffen wurde, waren Erkenntnisse aus Dänemark. Diese hätten aber „so erhebliche methodische Fehler, dass sie wertlos sind“, heißt es von Seiten des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. (BVF) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Kein Kausalzusammenhang

Die dänischen Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel nutzten, ein rund doppelt so hohes Risiko für Suizidversuche und ein dreifach so hohes Risiko für vollendeten Suizid hatten.

Die EMA urteilte daraufhin, dass aufgrund der verfügbaren Daten zwar kein eindeutiger Kausalzusammenhang ermittelt werden könne. Es sei jedoch bekannt, dass depressive Verstimmungen und Depression im Zusammenhang mit hormonellere Verhütung auftreten können.

„Die Zahlen aus den beiden dänischen Studien beschreiben einen zeitlichen Zusammenhang, aber mehr auch nicht“, sagt dagegen Christian Albring, der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Andere Studien hätten widersprüchliche Ergebnisse geliefert – sowohl positive als auch negative Veränderungen.

Dabei sei auch gezeigt worden, dass sich die Symptome von Frauen, die schon vor der Einnahme eines hormonellen Verhütungsmittels beispielsweise eine depressive Stimmung verstärken konnte. Andererseits könnten die Mittel bei PMDS – also etwa Depression oder Aggression vor der Menstruation – auch helfen.

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Von RND/dpa

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