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Wissen Mondfinsternis und Jupiter: Die Nächte im Juli werden spannend
Nachrichten Wissen Mondfinsternis und Jupiter: Die Nächte im Juli werden spannend
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10:58 18.06.2019
Bei einer partiellen Mondfinsternis verdunkelt sich der Mond teilweise, weil er durch den Erdschatten wandert. Quelle: Sven Hoppe/dpa
Stuttgart

Zwei kosmische Schattenspiele bietet der Monat Juli diesmal: In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli findet eine partielle Mondfinsternis statt, die bei wolkenlosem Wetter von Mitteleuropa aus besonders gut zu sehen ist. Zuvor, am 2. ereignet sich eine totale Sonnenfinsternis, die aber von der Nordhalbkugel der Erde aus unbeobachtbar bleibt. Die Kernschattenspitze des Mondes überstreicht den Südpazifik und endet bei Sonnenuntergang in Südamerika nahe Buenos Aires.

Vollmond wird am 16. um 23.38 Uhr im Sternbild Schütze erreicht. Am gleichen Tag passiert der Mond die Erdbahnebene von Nord nach Süd, weshalb er teilweise vom Erdschatten getroffen wird, es kommt zu einer partiellen Mondfinsternis, die von Deutschland aus in voller Länge zu sehen ist. Astronomisch korrekt beginnt die Finsternis mit dem Eintreten des Mondes in den Halbschatten der Erde um 20.42 Uhr. Ein- und Austritt aus dem Halbschatten bleiben jedoch grundsätzlich unbeobachtbar. Der Mond geht zudem erst nach 21.00 Uhr auf.

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Mondfinsternis: 58 Prozent des Monds im Schatten

Deutlich sichtbar wird die Finsternis mit Eintritt des Mondes in den Kernschatten um 22.01 Uhr. Zur Mitte der Finsternis um 23.31 Uhr liegen 58 Prozent der Mondoberfläche im Kernschatten. Dieser Bereich erscheint rostrot gefärbt, keineswegs jedoch blutrot wie manchmal behauptet. Der sichtbare Teil der Finsternis endet um 1.00 Uhr am 17. Juli mit dem Austritt des Mondes aus dem Kernschatten. Um 2.20 Uhr verlässt er schließlich auch den Halbschatten der Erde.

In Erdnähe befindet sich der Mond am 5. in den Morgenstunden, wobei ihn 363.730 Kilometer von uns trennen. Seine größte Entfernung mit 405.480 Kilometer erreicht der Erdtrabant am 21. zwei Stunden nach Mitternacht.

Jupiter beherrscht mit seinem Glanz den Sternenhimmel. Er übertrifft alle Sterne und Planeten an Helligkeit und ist kaum zu übersehen. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich der Riesenplanet allmählich zurück. Anfang Juli geht Jupiter kurz vor 4 Uhr morgens unter, zu Monatsende schon eine Dreiviertelstunde nach Mitternacht.

Ferner Saturn bald die ganze Nacht zu sehen

Der bleiche Saturn kommt am 9. abends im Sternbild Schütze in Opposition zur Sonne. Er steht der Sonne somit genau gegenüber und ist die ganze Nacht über zu sehen. Mit Sonnenuntergang geht der Ringplanet im Südosten auf. Er zieht über den Südhimmel und versinkt mit Sonnenaufgang im Südwesten.

Saturn ist der fernste Planet, den man noch gut mit freien Augen sieht. Er war daher schon im Altertum bekannt. Zur Opposition trennen ihn 1351 Millionen Kilometer von der Erde, dies ist die neunfache Distanz Sonne – Erde. Das Licht von Saturn ist eine Stunde und 15 Minuten zu uns unterwegs.

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Saturn ist zweitgrößter Planet – könnte aber schwimmen

Fast dreißig Jahre benötigt der Ringplanet, um einmal um die Sonne zu wandern. Im Fernrohr zeigt sich ab etwa 30-facher Vergrößerung der berühmte Saturnring, der 1656 von dem Astronomen und Physiker Christiaan Huygens entdeckt wurde. Ab 200-facher Vergrößerung wird der Ringplanet zu einem eindrucksvollen Himmelsobjekt. Zurzeit sieht man auf die Nordseite des Ringes. Raumsondenaufnahmen haben gezeigt, dass der Saturnring sich aus Hunderten einzelner Ringe zusammensetzt.

Mit knapp 121.000 Kilometer Äquatordurchmesser ist Saturn nach Jupiter der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems. Der Saturnglobus ist von allen Planeten am stärksten abgeplattet. Sein Poldurchmesser ist ein Neuntel kürzer als sein Äquatordurchmesser. Der Ringplanet weist die geringste Dichte aller Planeten auf. Sie beträgt nur 70 Prozent der Dichte von Wasser. In einem überdimensionalen Ozean würde die Saturnkugel nicht untergehen sondern schwimmen.

Schon in einem Fernglas erkennt man Titan, der als größter Saturnmond einen Durchmesser von 5150 Kilometer hat. Damit ist Titan sogar ein wenig größer als Merkur und weit mehr als doppelt so groß wie der Zwergplanet Pluto. Umschlossen wird der Titanglobus von einer dichten Atmosphäre aus Stickstoff und Methan. Am 14. Januar 2005 landete die europäische Raumsonde Huygens mittels eines Fallschirms weich auf der minus 180 Grad kalten Titanoberfläche und sandte aufschlussreiche Bilder von Methanseen und Eisgebirgen.

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Am 4. Juli: maximaler Sonnenabstand

Alle Sommersternbilder sind nun am Abendhimmel sichtbar. Leicht erkennt man hoch im Süden das Sommerdreieck, das sich aus den drei hellen Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler zusammensetzt. Hoch am Westhimmel funkelt Arktur im Sternbild Bootes oder Rinderhirt. Die bläuliche Wega und der rötliche Arktur sind die beiden hellsten Sterne des Nordhimmels. Tief im Süden ist Antares zu sehen, der rote Überriesenstern im Skorpion. Der Große Wagen hat im Nordwesten mit seinem Abstieg begonnen und während das Himmels-W, die Kassiopeia, im Nordosten emporsteigt. Knapp über dem Osthorizont ist eben das Pegasusquadrat, bekannt auch als Herbstviereck, aufgegangen.

Die Sonne hat schon im Juni mit ihrem Abstieg begonnen. Ihre Mittagshöhen nehmen im Juli um 5 Grad ab, die Tageslänge verkürzt sich um etwa eine Stunde.

Am 4. Juli erreicht die Erde mit 152 Millionen Kilometer ihren maximalen Sonnenabstand. Das Sonnenlicht ist dann acht Minuten und 27 Sekunden zu uns unterwegs. Anfang Januar, wenn die Erde ihren geringsten Abstand von der Sonne einnimmt, erreicht uns das Sonnenlicht siebzehn Sekunden früher.

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Von RND/dpa

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