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Wissen Kommt auf vier Sterne ein Brauner Zwerg?
Nachrichten Wissen Kommt auf vier Sterne ein Brauner Zwerg?
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14:06 10.04.2016
Mögliche Erscheinungsformen brauner Zwerge in einer künstlerischen Darstellung. Da die Braunen Zwerge optisch fast unsichtbar sind und nur noch im infraroten Licht strahlen, nehmen sie verschiedene Farben in diesem Bereich an. Quelle: dpa/AIP/J. Fohlmeister
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Potsdam

"Ich habe die bekannten nahen Braunen Zwerge auf die galaktische Ebene projiziert und bemerkt: Der halbe Himmel ist beinahe leer", beschreibt AIP-Forscher Gabriel Bihain seine Entdeckung in einer Mitteilung des Instituts. "Das war ein völlig unerwartetes Ergebnis, denn wir betrachten eine Umgebung, die eigentlich gleichförmig aussehen sollte

Nicht schwer genug

Braune Zwerge sind Himmelskörper, die typischerweise weniger als etwa sieben Prozent der Masse unserer Sonne besitzen und damit nicht schwer genug geworden sind, um das Kernfusionsfeuer in ihrem Inneren zu zünden. Daher werden sie oft als gescheiterte Sterne bezeichnet.

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Erstmals wurde ein Brauner Zwerg 1995 entdeckt. Da diese Himmelskörper nicht hell leuchten, sind sie schwer zu finden. Deshalb ist unklar, wie oft die Entstehung neuer Sterne schief geht und in einem Braunen Zwerg mündet statt in einer leuchtenden Sonne. Die AIP-Forscher Ralf-Dieter Scholz und Bihain gehen davon aus, dass in dem nahezu leeren Teil ihrer Projektion noch zahlreiche unentdeckte Braune Zwerge hausen.

Hochgerechnet würde das bedeuten, dass in unserer kosmischen Umgebung auf vier Sterne ein Brauner Zwerg kommt. "Bislang ist die Forschung davon ausgegangen, dass auf sechs Sterne in der Sonnenumgebung ein Brauner Zwerg kommt", erläuterte Bihain.

Wahrscheinlich weitaus mehr Objekte

Damit würde die Entstehung neuer Sterne deutlich öfter fehlschlagen als bislang angenommen. Darüber hinaus sind möglicherweise nicht nur Braune Zwerge bislang der Entdeckung entgangen. "Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich neben normalen Braunen Zwergen auch weitere Objekte mit noch geringerer, planetarer Masse in den Beobachtungsdaten verstecken", erläutert Scholz. "Es lohnt sich also definitiv, die vorhandenen und zukünftigen Daten noch einmal neu zu durchforsten." dpa