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14:04 20.04.2018
Der Sternenhimmel mit der Milchstraße: Sonntag in den frühen Morgenstunden sind die Lyriden in nordöstlicher Richtung besonders gut zu sehen. Quelle: dpa
Berlin

Die Chinesen kannten ihn schon vor 2700 Jahren: In Aufzeichnungen berichteten sie von Sternen, die vom Himmel fallen würden. Was die Gelehrten damals sahen, ist heute als Lyriden bekannt – ein Meteorstrom, der seinen Namen vom Sternbild Leier (lateinisch Lyra) ableitet. Vermutlich schon seit mehr als einer Million Jahren kehrt er alljährlich wieder, etwa zehn Tage lang treffen die kleinen Steine mit einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Sekunde auf die Erde, in dessen Atmosphäre sie verglühen. Am frühen Sonntagmorgen ist das Schauspiel besonders gut zu beobachten.

„In der Nacht zum Sonntag ist es überall in Deutschland weitgehend klar“, berichtet der Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Zwar wird am Montag erst das Maximum des Stroms erreicht, der Sonntag ist nach Ansicht von Astronomen für Beobachter aber nahezu genauso gut. Und am Montagfrüh ist der Himmel vielerorts bedeckt, im Norden regnet es sogar. „Die Beobachtungschancen sind dann noch im Süden und Osten am besten“, ist Ruppert überzeugt.

Optimale Bedingungen ab 2 Uhr, Blickrichtung Nordosten

Das Sternbild Leier taucht am Samstag erst gegen 22 Uhr im Nordosten am Horizont auf, ab etwa 23.30 Uhr steht es so hoch, dass sich die Sternschnuppensuche zu lohnen beginnt. Besonders günstig sind die Bedingungen, wenn gegen 2 Uhr der Mond untergeht. Ab 4 Uhr setzt die Dämmerung ein. Wie viele Sternschnuppen zu beobachten sein werden ist unklar. 1982 waren es bis zu 90 pro Stunde, diesmal dürften es höchstens 18 werden, wahrscheinlich weniger. „Die Sternschnuppen der Lyriden sind eigentlich ein schwacher Strom, der aber hin und wieder für Überraschungen gut ist“, erklärt der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde, Sven Melchert, im südhessischen Heppenheim.

Die Lyriden stammen übrigens vom Kometen Thatcher, der die Sonne in 415 Jahren einmal umrundet. Sie sind zum Teil winzig kleine Bruchstücke des Kometen, dem sie auf seiner Bahn folgen. Praktisch alle Teile verglühen vollständig. Die Erde wird ständig von solchen Teilen aus dem All getroffen, Experten schätzen, dass täglich Hunderte Tonnen Meteorstaub vom Himmel herabrieseln.

Von dpa/rms/RND

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