Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Wissen Kinderärzte fordern nationales Impfregister
Nachrichten Wissen Kinderärzte fordern nationales Impfregister
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:34 23.04.2019
Das Bundesgesundheitsministerium will die Debatte um ein Impfregister derzeit nicht kommentieren. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Anzeige
Berlin

In der Debatte um Masernimpfungen pocht der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte auf die Einführung eines nationalen Impfregisters. Bis ein solches Register existiere, fordere der Verband eine generelle Impfpflicht, sagte Sprecher Hermann Josef Kahl vor dem Beginn der Europäischen Impfwoche (24. bis 30. April). Mit einem Impfregister würde es zum Beispiel automatische Benachrichtigungen geben, dass eine Impfung ansteht. „Das hat dann nicht mehr die Keulenwirkung einer Impfpflicht“, ergänzte Kahl. Beim Bundesgesundheitsministerium beiße sein Verband mit der Idee eines Registers aber schon seit langem „auf Granit“.

Die Impfgegner sind nicht das größte Problem

Für den Berufsverband sind nicht Impfskeptiker oder Impfgegner das größte Hindernis auf dem Weg zu ausreichend hohen Durchimpfungsraten. „Es ist das Terminmanagement“, betonte Kahl. „Viele Impftermine werden von Eltern vergessen oder ein Kind wird krank. Und dann wird kein neuer Termin vereinbart.“ Impfgegner machten dagegen nach Schätzungen des Verbands maximal ein bis zwei Prozent der Bevölkerung aus.

Idee eines Impfregisters kommt gut an

Mit der Idee eines zentralen Impfregisters ist der Ärzteverband nicht allein. Bereits 2016 sprach sich in der Gesundheitsministerkonferenz der Länder eine Mehrheit dafür aus. Denn ein Register könne dazu beitragen, die Impfbereitschaft der Bevölkerung zu verbessern. Auch Mitglieder der Arbeitsgruppe „Impfen als Pflicht?“ im Deutschen Ethikrat zeigten sich im Februar aufgeschlossen.

Das Bundesgesundheitsministerium will einzelne Debattenstränge derzeit nicht kommentieren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe bereits in der laufenden Debatte um eine Impfpflicht eigene Vorschläge für die nächsten Wochen angekündigt, sagte eine Sprecherin.

Ärzte fordern eine Impfpflicht – nicht nur gegen Masern

Ohne ein Register fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte eine Impfpflicht, unter anderem bei Masern und Röteln vor dem Besuch einer Kita. „Nicht geimpfte Kinder erkranken nicht nur, sie gefährden auch andere. Das halten wir nicht für fair“, sagte Sprecher Kahl. Spahn hat sich bereits für verpflichtende Masern-Impfungen für Kinder in Kitas und Schulen ausgesprochen. Auch Bundesländer wie Brandenburg wollen das auf den Weg bringen.

Vor wenigen Tagen sprach sich Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery für eine umfassende Impfpflicht aus. „Alle Impfungen, die die Ständige Impfkommission heute für Kinder empfiehlt, sollten verpflichtend sein“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Lesen Sie auch:
Masern und Co.: Ärztepräsident will verpflichtende Impfungen gegen mehr Krankheiten

Von RND/dpa

Weil das Eis in der Arktis schmilzt, bahnen sich immer mehr Industrieschiffe einen Weg in die Polarregionen. Der Krach von Motoren und Geräten zur Suche nach Öl- und Gasvorräten schädigt die dort lebenden Wale schwer. Zum Tag des Lärms warnt der Umweltverband WWF vor den Folgen.

24.04.2019

Ist der Frischkäse im Kühlschrank verdorben, macht er sich schnell durch Geruch und Geschmack bemerkbar. Bei Medikamenten sieht man nur am Verfallsdatum, ob sie abgelaufen sind. Wie gefährlich abgelaufene Arzneimittel sind und was sie von Lebensmitteln unterscheidet, lesen Sie hier.

23.04.2019

Von Diphtherie bis Tetanus: Eine Impfung ist zwar freiwillig, Gesundheitsexperten raten Eltern jedoch, ihre Kinder gegen gewisse Krankheiten zu impfen. Diese gehören mit zu den gängigsten.

23.04.2019