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Wissen Fortpflanzung ohne Vater: Jungfrauengeburt bei Grüner Anakonda
Nachrichten Wissen Fortpflanzung ohne Vater: Jungfrauengeburt bei Grüner Anakonda
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16:30 29.05.2019
Diese beiden Grünen Anakondas aus Boston entstanden ohne Zutun eines Vaters. Quelle: New England Aquarium
Boston

Im Januar 2019 war es soweit. Anna, eine acht Jahre alte weibliche Anakonda aus dem „New England Aquarium“ in Boston, gebar zwei Schlangenbabys. Das Merkwürdige daran: Die Schlangenmutter lebt in ihrem Terrarium ausschließlich mit weiblichen Schlangen zusammen. Die beiden kleinen Schlangen sind also, so das Aquarium, das Ergebnis einer nichtsexuellen Fortpflanzung.

Nach Angaben des Fernsehsender CBS ergaben DNA-Tests, dass die mittlerweile 61 Zentimeter großen Grünen Anakondas Sprösslinge der sogenannten Parthogenese sind, einer „extrem seltenen Reproduktions-Strategie“, wie das Aquarium in einem Blog schrieb. Parthogenese bedeutet im griechischen Wortsinn Jungfrauengeburt. Anakondas gehören zu den lebendgebärenden Schlangen.

Hormone tricksen den Organismus aus

Eigentlich kommt diese rare Fortpflanzungsvariante meist bei Pflanzen und Insekten vor. Dabei wird der weibliche Organismus dazu gebracht, sich selbst zu reproduzieren – ohne dass es dabei zu einer Befruchtung durch ein Männchen kommt. Durch den Einfluss spezieller Hormone wird der unbefruchteten Eizelle eine Befruchtungssituation vorgetäuscht. Daraufhin beginnt sie sich zu teilen und zu einem Organismus heranzureifen. Die Geburt der beiden Schlangen-Babys ist erst der zweite bestätigte Fall von Parthogenese bei Grünen Anakondas. Sie kommt allerdings auch in freier Wildbahn vor.

Die beiden neugeborenen Schlangen wurden im Winter von Mitarbeitern des Aquariums in der Regenwaldabteilung entdeckt. Mutter Anna hatte noch mehrere Babys zur Welt gebracht, allerdings als Totgeburten. Das ist laut Mitarbeitern des Aquariums bei Wirbeltieren durchaus nicht ungewöhnlich. Drei Babys überlebten zunächst die Geburt, eines starb einige Tage später.

Die Biologin Tori Babson vom New England Aquarium zeigt eine der beiden Anakonda-Babys. Quelle: New England Aquarium

Die zwei kleinen Schlangen hingegen seien putzmunter. Allerdings sind sie noch nicht dem Publikum gezeigt worden. Die Babys essen etwa einmal die Woche – auf den Arm kommen sie hingegen täglich. Denn die Mitarbeiter des Aquariums wollen, dass sie sich an Menschen gewöhnen, was den Umgang mit ihnen erleichtert, sobald sie größer sind.

Die beiden Mini-Anakondas sind genetisch betrachtet exakte Klone von Anna. Während es unterschiedliche Formen der Parthogenese gibt, bei denen die Nachkommen keine DNA-Kopien ihrer Mütter sind, „beweist schon die eingeschränkte genetische Sequenzierung, die wir an den Babys vorgenommen haben, eine komplette Übereinstimmung“, schreibt das Aquarium in dem Blog. Doch obwohl sie Klone ihrer Mutter sind, hätten die beiden doch durchaus unterschiedliche Charaktereigenschaften. Die dünnere Schlange, davon sind die Mitarbeiter überzeugt, ist ziemlich entspannt, die etwas kräftigere hingegen eher der Abenteuertyp, der seine Umgebung erkundet. Auch Kopien können offensichtlich Originale sein.

Von Daniel Killy/RND

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