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Wissen Gentech-Mais hinterlässt keine Spuren im Fleisch von Wildtieren
Nachrichten Wissen Gentech-Mais hinterlässt keine Spuren im Fleisch von Wildtieren
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17:07 26.10.2009
Trotz Genmais: Wildfleisch kann bedenkenlos weiter verzehrt werden. Quelle: ddp (Archiv)
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Die Technische Universität München gibt nun Entwarnung, zumindest was den Verzehr von Wildfleisch angeht.

Gefördert vom Bundesamt für Naturschutz haben die Forscher der Technischen Universität untersucht, ob Gentech-Mais im Fleisch oder auch in den Fäkalien von Wildtieren Spuren hinterlässt. Die Wissenschaftler um Heinrich Meyer fütterten zu diesem Zweck Wildschweine und Damhirsche über mehrere Wochen hinweg gezielt mit gentechnisch verändertem Mais.

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Eine andere Tiergruppe erhielt konventionellen Mais. Anschließend nahmen die Forscher sowohl Fleisch als auch Kotproben der Tiere genau unter die Lupe. Das Ergebnis:
Lediglich im Darmtrakt fanden die Forscher Bruchstücke des in den Mais eingeschleusten Gens. Im Fleisch selbst waren keine Spuren des Gentech-Mais nachweisbar.

Beim Untersuchen der Kotproben ergab sich hingegen ein komplexeres Bild: Bei den Damhirschen überlebte zwar keines der gentechnisch veränderten Maiskörner die Reise durch den Darmtrakt. Bei den Wildschweinen kamen hingegen 15 Promille der konventionellen und 9 Promille der veränderten Körner unbeschadet wieder ans Tageslicht. Aus dem ausgeschiedenen Gentech-Saatgut wuchs ein Keimling tatsächlich zur Pflanze heran, ein anderer ging kurz nach dem Keimen ein.

„Das entspricht bei insgesamt 800 000 verfütterten konventionellen und transgenen Körnern einer Wahrscheinlichkeit von 1:800 000“, sagte Meyer. Zudem hätten die Keimlinge nach Einschätzung des Wissenschaftlers in unseren Breiten keine Überlebenschance, da Mais nicht kälteresistent genug sei, um den Winter zu überstehen.

In parallel durchgeführten Fütterungsversuchen mit Raps zeigte sich hingegen die umgekehrte Tendenz: Während der Verdauungstrakt des Wildschweins dem Raps vollends den Garaus machte, waren von den im Kot der Damhirsche gefundenen Rapskörnern noch 13,6 Prozent keimfähig. „Das zeigt, dass man solche Studien für alle gentechnisch veränderten Pflanzen separat durchführen muss“, stellt Meyer fest.

ddp

26.10.2009
25.10.2009
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