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Wissen Gestaltwandler: Kröte tarnt sich als Giftschlange
Nachrichten Wissen Gestaltwandler: Kröte tarnt sich als Giftschlange
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15:46 23.10.2019
Die kongolesische Riesenkröte Sclerophrys channingi (links) tarnt sich als Gabunviper Bitis gabonica (rechts), die eine der größten Giftschlangen Afrikas ist. Die Kröte schützt sich so vor Fressfeinden. Quelle: Colin Tilbury
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Zum Schutz vor Fressfeinden tarnt sich eine afrikanische Kröte als hochgiftige Schlange. Ein internationales Forscherteam berichtet über die verblüffende Ähnlichkeit zwischen der kongolesischen Riesenkröte Sclerophrys channingi und der Östlichen Gabunviper (Bitis gabonica) – einer der größten Giftschlangen Afrikas.

Kurios: Kröte zischt bei Bedrohung wie eine Schlange

Demnach ähnelt schon die dreieckige Körperform der bis zu 14 Zentimeter langen Kröte dem nur wenig kleineren Kopf der Viper. Auch die dunklen, runden Flecken und ein dunkler Längsstreifen auf dem Rücken finden sich auf dem Schlangenkopf. Auffällig sei auch die für eine Kröte glatte Haut, schreibt das Team um Eli Greenbaum von der University of Texas in El Paso im „Journal of Natural History“. Besonders kurios ist, dass die Kröte ähnlich wie die Schlange zischt, wenn sie sich bedroht fühlt.

„Das ist eine Form von Mimikry, bei der eine harmlose Art Fressfeinde vermeidet, indem sie vorgibt, gefährlich oder giftig zu sein“, wird Greenbaum in einer Mitteilung der Zeitschrift zitiert. Die Gabunviper gilt als eine der größten Giftschlangen weltweit und hat die längsten Giftzähne aller Schlangen.

Die Gabunviper gilt als eine der größten Giftschlangen weltweit und hat die längsten Giftzähne aller Schlangen. Quelle: Colin Tilbury

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Forscher: Tiere entwickelten sich vermutlich parallel

Den Forschern zufolge lebt die Kröte in der Demokratischen Republik Kongo ausschließlich an Orten, an denen auch die Schlange heimisch ist. Genetischen Analysen zufolge entstanden beide Tiere zu einer ähnlichen Zeit, vor etwa vier bis fünf Millionen Jahren. Angesichts der Ähnlichkeit, des gemeinsamen Lebensraums und der Entstehungszeit gehen die Forscher davon aus, dass sich beide Arten parallel entwickelten.

Die kongolesische Riesenkröte Sclerophrys channingi lebt ausschließlich an Orten, an denen auch die Schlange heimisch ist. Quelle: Konrad Mebert

Fressfeinde werden von Aussehen und Zischlauten abgeschreckt

Wegen ihrer Größe sei die Kröte eine verlockende Beute für Räuber, darunter Echsen, Säugetiere, Schlangen und Vögel, sagt Co-Autor Chifundera Kusamba vom Centre de Recherche en Sciences Naturelles im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Aus der Entfernung machten solche Fressfeinde aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Reptil vermutlich einen Bogen um die Kröte – nicht nur wegen des Aussehens, sondern auch wegen der Zischlaute.

Mimikry ist im Tierreich weitverbreitet und etwa bei Schmetterlingen, Fischen, Echsen und Schlangen zu finden. So gibt es etwa in Amerika etliche harmlose Natternarten, deren gestreifte Färbung den giftigen Korallenottern ähnelt. Die nun beschriebene Kröte sei der erste bekannte Fall, in dem ein Froschlurch sich als giftige Schlange tarne, betont das Team.

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