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Wissen Hitzschlag und Sonnenstich: Wie reagiert unser Körper auf Hitze und hohe Temperaturen?
Nachrichten Wissen Hitzschlag und Sonnenstich: Wie reagiert unser Körper auf Hitze und hohe Temperaturen?
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13:23 23.07.2019
Hitzewelle: Wie reagiert der Körper auf Hitze? Quelle: Christin Klose/dpa-tmn
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Hannover

Rekordtemperaturen in Deutschland: Diese Woche verspricht laut Wetterprognosen Rekordtemperaturen. Die warmen Tage sorgen aber keineswegs nur für Freude – im Gegenteil, die hohen Temperaturen können dem Organismus und Körper des Menschen massiv zusetzen. Wie der Körper bei Hitze reagiert und worauf Sie unbedingt achten sollten, haben wir hier zusammengefasst.

Wie viel Hitze hält der Mensch aus?

Die durchschnittliche Körpertemperatur des Menschen liegt bei etwa 37° C. Übersteigt die Außentemperatur die Körpertemperatur jedoch, so kann es für uns gefährlich werden. Der Körper kann die Hitze dann nicht mehr nach außen abgeben.

Noch gefährlicher wird es, wenn zeitgleich auch noch Sport getrieben wird oder der Betroffene zu lange in der Sonne ist – die Körpertemperatur kann in einem solchen Fall auf 40° C und mehr ansteigen. Die notwendige Kühlung überfordert den Organismus, eine ausreichende Wärmeregulierung ist nicht mehr gegeben. Im schlimmsten Fall droht ein Wärmestau, bei dem der Kreislauf kollabiert und ein Herzstillstand droht. Für Betroffene gilt: Bei ersten Anzeichen von Schwindel und Übelkeit unbedingt aus der Sonne in den Schatten wechseln. Geht es um sogenannte Hitzeschäden, die infolge der hohen Temperaturen auftreten können, dann sind damit insbesondere folgende drei gemeint: Sonnenstich, Hitzschlag und Hitzeerschöpfung.

Was ist ein Sonnenstich?

Bei einem Sonnenstich handelt es sich um eine Reizung der Hirnhäute, die durch die Überwärmung des Kopfes entsteht – etwa dadurch, dass zu intensive Sonneneinstrahlung auf Kopf oder Nacken trifft. In schweren Fällen wird auch das Gehirn selbst in Mitleidenschaft gezogen. Es werden Entzündungsreaktionen ausgelöst, ebenso kann eine Hirnschwellung eintreten.

Ein Sonnenstich macht sich anfänglich durch Kopfschmerzen und Unruhe bemerkbar, auch Übelkeit und Erbrechen sind häufige Symptome. Betroffene sollten so schnell wie möglich aus der Sonne geholt werden und ihren Kopf kühlen, beispielsweise mit feuchten Tüchern oder einer kalten Dusche. Nicht zu verwechseln ist der Sonnenstich mit dem Hitzschlag – letzterer ist wesentlich gefährlicher und kann lebensbedrohlich werden.

Was ist ein Hitzschlag?

Ein Hitzschlag wird durch körperliche Überanstrengung in einer heißen Umgebung ausgelöst. Oft tritt ein solcher bei Personen auf, die sich in schlecht belüfteten Räumen aufhalten. Darunter können etwa Saunabesucher fallen, die zwischen den Gängen nicht an die frische Luft gehen. Ebenso sind Sportler gefährdet, die in der Hitze trainieren. Ein Hitzschlag macht sich durch Krämpfe, Halluzinationen und Bewusstseinstrübungen bemerkbar. Mitunter sind die Betroffenen aber auch nur kraftlos und erschöpft. Gerade dann ist es wichtig, den Hitzschlag richtig zu deuten, damit er nicht zu spät behandelt wird. Im Gegensatz zum Sonnenstich kann der Hitzschlag die Körpertemperatur auf bis zu 40° C aufheizen und damit zur Lebensgefahr werden.

Ein Betroffener muss sofort aus der Hitze geholt und vom Notarzt behandelt werden. Im Notfall müssen Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen werden.

Was ist eine Hitzeerschöpfung?

Eine weitere Form von Hitzeschäden ist die Hitzeerschöpfung. Sie gilt als Übergangsstadium zwischen Sonnenstich und Hitzeerschöpfung und entsteht durch den Verlust von Flüssigkeit und Salzen. Eine Hitzeerschöpfung macht sich durch ein Steigen der Körpertemperatur auf 37 bis 40 Grad Celsius und Dehydrierung bemerkbar. Schwindel, Atemnot und Frösteln sind ebenfalls häufige Symptome. Eine Hitzeerschöpfung wird wie ein Sonnenstich oder Hitzschlag behandelt.

Hitzeschäden: Wer ist bei Hitze besonders gefährdet?

Hitze kann für jeden Menschen gefährlich werden, einige Personengruppen sind bei hohen Temperaturen aber besonders gefährdet. Darunter fallen:

• Kinder

• Senioren

• Schwangere

• Sportler

Körper aufgeschwemmt durch Hitze? Wassereinlagerungen bei hohen Temperaturen

Steigen die Temperaturen, dann klagen viele Menschen über angeschwollene Beine und Füße. Ursache für einen aufgeschwemmten Körper sind die Blutgefäße, die sich erweitern, um die überschüssige Wärme des Körpers bei großer Hitze besser abgeben zu können. Die erweiterten Blutgefäße verlangsamen allerdings die Blutzirkulation, wodurch die Venen an Elastizität verlieren und durchlässiger werden. Flüssigkeit kann so in das umliegende Gewebe fließen – die allseits bekannten geschwollenen Füße und Beine sind die Folge, selbiges tritt aber auch häufig an Händen und Fingern auf.

Frauen sind aufgrund ihres meist schwächeren Bindegewebes stärker betroffen. Das gilt auch für Schwangere oder Personen, die zu wenig trinken oder Übergewicht haben. In der Regel sind diese Wassereinlagerungen im Sommer nicht schlimm für unseren Körper und verschwinden von allein wieder. Bleibt es langfristig bei den geschwollenen Gliedmaßen oder treten diese häufiger auf, sollten Betroffene jedoch den Arzt aufsuchen. Sie können darauf hindeuten, dass ein gesundheitliches Problem vorliegt – bei Nichtbehandlung sind zum Beispiel Venenentzündungen oder Krampfadern denkbar. Möglich sind auch ernsthafte Erkrankungen wie ein Lymphödem, so die Apotheken-Umschau.

Von do

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