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17:49 07.09.2009
Frauen wollen beides: Karriere machen und Kinder bekommen.
Frauen wollen beides: Karriere machen und Kinder bekommen. Quelle: ddp (Archiv)
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Bereits vor rund eineinhalb Jahren hatte das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) eine Umfrage unter rund 1000 Frauen zwischen 17 und 19 sowie 27 bis 29 Jahren gemacht. Dieselben Frauen wurden nun noch einmal befragt. Es sollte festgestellt werden, ob ihre Einstellung sich geändert hat - sei es wegen der Krise, sei es einfach, weil sie seit der ersten Befragung älter geworden sind.

„Eine Orientierung zurück zu einem traditionelleren Familienbild ist nicht festzustellen“, sagte Studienleiterin Jutta Allmendinger vom WZB. Die Frauen seien eher noch kompromissloser geworden, was ihre Lebensplanung angehe - gleichwohl etwa ein Drittel von ihnen den Eindruck hat, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den vergangenen eineinhalb Jahren schwieriger geworden ist.

Die Studie zeigt außerdem, dass der Partner bei der Lebensplanung der Frauen eine immer geringere Rolle spielt. So sank die Bereitschaft, für den Lebensgefährten den Job aufzugeben, seit der letzten Befragung von 20 auf 9 Prozent. Wegen ihres Partners auf Kinder verzichten würden nur noch 8 Prozent (2007: 16 Prozent). Immerhin jede zehnte Frau würde aber wegen ihrer Arbeit auf Kinder verzichten (2007: 14 Prozent).

Wenn Frauen also feststellten, dass sich Karriere und Kind mit einem Partner nicht verwirklichen ließen, verließen sie eher den Partner, als ihren Job aufzugeben, folgerte Allmendinger. Es ist demzufolge auch nicht überraschend, dass laut der Umfrage 37 Prozent der Frauen „Zeit für die Familie“ als wichtigste Eigenschaft ansehen, die ein Lebensgefährte haben sollte. Allmendinger riet den Männern deshalb, ihre Partnerin dadurch zu unterstützen, indem sie Elternzeit in Anspruch nehmen - und auch darüber hinaus.

Den Unternehmen empfahl sie indes, intensiv über die Angleichung der Löhne von Männern und Frauen nachzudenken. Denn laut der Umfrage sind nur 46 Prozent der Frauen der Meinung, dass sie ein ihrer Arbeit angemessenes Einkommen beziehen (2007: 57 Prozent). 87 Prozent glauben zudem, dass Männer schneller befördert werden als Frauen (2007: 83 Prozent).

Um die Vereinbarkeit von Nachwuchs und Beruf zu verbessern, sollten die Firmen aus Allmendingers Sicht außerdem ein Phänomen beseitigen, das sie unter dem Begriff „Semi-Permeabilität“ zusammenfasst und wie folgt beschreibt: „Es wird zwar erwartet, dass Arbeit mit nach Hause genommen wird, aber wenn etwas von zu Hause in die Arbeit mitgenommen wird, ist das weniger erwünscht.“

ddp