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Wissen Katzenallergie: Auf den Speichel kommt es an
Nachrichten Wissen Katzenallergie: Auf den Speichel kommt es an
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16:34 27.05.2019
Die Symptome einer Katzenallergie ähneln oft einer Erkältung. Quelle: doucefleur - stock.adobe.com
Hannover

Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren Deutschlands – doch die Samtpfoten sind nach Hausstaub auch der häufigste Allergieauslöser. Dabei denken viele fälschlicherweise, das Fell sei daran Schuld.

Die Ursachen einer Katzenallergie

Eine Katzenallergie wird – anders als viele denken – nicht durch Tierhaare ausgelöst, sondern insbesondere durch das Allergen „Felis domesticus“, das die Abkürzung „Fel d 1“ trägt. „Es handelt sich dabei um ein ganz bestimmtes Eiweiß, das hauptsächlich mit dem Speichel und der Tränenflüssigkeit der Katze abgegeben wird“, so die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA). Durch das häufige Putzen verteilen die Samtpfoten das Allergen deshalb immer wieder auf ihrem gesamten Körper.

Löst „Fel d 1“ eine allergische Reaktion beim Menschen aus, spricht man von einer Überempfindlichkeitsreaktion – denn der Erreger ruft eine übersteigerte Funktion des Immunsystems vor.

Wer unter einer Allergie leidet, muss nicht zwingend auf Katzen verzichten – einige Rassen produzieren weniger von dem Allergen „Fel d 1“.

Allergene verbreiten sich schnell im Haushalt

Die Tierallergene können selbst durch gründlichstes Putzen nur schwer aus dem Haushalt verbannt werden, denn sie verteilen sich nicht nur im Haus, sondern auch an der Kleidung der Halter. „Auf diese Weise werden immer wieder auch in Haushalten ohne Katzen und in öffentlichen Räumen, zum Beispiel Schulen oder Polsterungen in Verkehrsmitteln, ’Fel d 1’-Konzentrationen nachgewiesen“, erklärt die DHA.

Das Ergebnis: Studien zufolge hat rund die Hälfte aller Allergiker nie eine eigene Katze gehalten.

Wer aber denkt, der beste Schutz vor einer Allergie sei, nicht mit den Samtpfoten in Berührung zu kommen, liegt falsch. Kinder, die mit Haustieren aufgewachsen sind, haben seltener mit Allergien zu kämpfen. Nur wenn bereits schwere Allergien oder Asthma in der Familie vorkommen, sind Tiere ein zusätzliches Risiko.

Symptome einer Katzenallergie

Unmittelbar nach der Begegnung mit einer Katze können bei Allergikern verschiedene Symptome auftreten. Die Studien zufolge häufigsten Anzeichen ähneln denen einer Erkältung:

• Gerötete, juckende und brennende Augen • Schnupfen, geschwollene Nasenschleimhaut • Kratzen im Hals • Atemnot, Husten • Juckreiz, Ausschlag, Nesselfieber

Wer sich nicht sicher ist, ob eine Erkältung, eine Infektion oder eine Allergie die Ursache der Symptome ist, sollte die Dauer der Beschwerden beachten: Halten sie über einen längeren Zeitraum an, kommen immer wieder und treten auch bei warmen Temperaturen auf, ist eine Katzenallergie wahrscheinlicher als ein Infekt. Alternativ kann auch ein Schmerztagebuch für den Arzt hilfreich sein, in dem dokumentiert wird, wann welche Symptome aufgetreten sind.

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Katzenallergie: Bei ersten Anzeichen schnell reagieren

Ähnlich wie bei Heuschnupfen können Antihistaminika bei einer Katzenallergie kurzzeitig helfen: Sie dämmen die allgemeinen Symptome ein. Bei juckender Haut oder Ausschlag können außerdem kortisonhaltige Salben als Ersthelfer dienen. Gegen brennende Augen und Schnupfen helfen klassische Medikamente wie Augentropfen oder Nasenspray.

Wie eine Katzenallergie therapiert wird

Bleibt eine Katzenallergie unbehandelt, kann sie sich auf andere Allergene, beispielsweise Blütenpollen oder Hausstaubmilben, ausweiten. Außerdem droht ein sogenannter „Etagenwechsel“ – das bedeutet, die Überempfindlichkeit wandert von den oberen Atemwegen in der Nase und im Rachen in die Bronchien. Daraus kann im schlimmsten Fall Asthma resultieren. Nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Hyposensibilisierung die einzige Therapie, die der Entwicklung eines Asthma bronchiale vorbeugen kann.

Hyposensibilisierung: Eine Spritze zum Abgewöhnen

Im Gegensatz zu Medikamenten, die die Symptome einer Allergie angehen, setzt die Hyposensibilisierung bei der Ursache an: Der Allergiker wird – entweder mithilfe einer Spritze, Tabletten oder Tropfen – immer wieder mit Substanzen in Berührung gebracht, auf die er reagiert. Dabei wird die verabreichte Allergen-Dosis im Laufe der Zeit gesteigert. Mediziner raten zu einer mindestens dreijährigen Therapie, damit sich das Immunsystem an den eigentlich harmlosen Stoff gewöhnt.

Hyposensibilisierungen sind bei Pollen-, Hausstaubmilben-, Schimmelpilz-, Tier- und Insektengiftallergien anwendbar. Die Kosten sind abhängig von den Präparaten, der Therapiemethode sowie der -dauer und werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

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Von RND / Jessica Orlowicz

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