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Wissen Der Riesenring im Eis
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20:00 09.01.2015
Von Heiko Randermann
Vermutete Einschlagsstelle: Original-Luftaufnahme der ringförmig umrahmten Bruchstruktur im Schelfeis. Quelle: Tobias Binder
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Hannover

Er habe sich auf einem Routine-Messflug über dem König-Baudoin-Schelfeis befunden, erzählt der Geophysiker Christian Müller in einem Video, das auf der Homepage des AWI veröffentlicht ist. „Ich blickte aus dem Fenster und sah einige ungewöhnliche Strukturen auf der Oberfläche des Eises.“ Bei näherer Betrachtung entpuppte sich das Gebilde als Ring. „Es war mein erster Gedanke, dass das von einem Einschlag herrührt. Von etwas aus dem All, einem Meteoriten“, sagt Müller.

Wenn es stimmt, muss der Meteorit ganz schön groß gewesen sein. Kann so etwas unbemerkt auf die Erde stürzen, selbst in einer so verlassenen Gegend wie der Antarktis? Müller machte sich auf die Suche nach Hinweisen - und wurde fündig. Zwei voneinander unabhängige Untersuchungen waren zu dem Ergebnis gekommen, dass 2004 ein Meteorit in der Antarktis abgestürzt sein könnte. Eine von amerikanischen und kanadischen Wissenschaftlern durchgeführte Berechnung nennt sogar ein Datum: den 3. September 2004. An diesem Tag haben die Infraschall-Messstationen rund um den Globus angeschlagen. Infraschall sind Schwingungen unterhalb von 20 Hertz und damit nicht hörbar für das menschliche Ohr. Da sich diese Wellen aber über große Entfernungen ausbreiten, können mit Infraschall zum Beispiel Atombombenexplosionen gemessen werden, selbst wenn diese auf der anderen Seite der Erde stattfinden. Aber auch der Eintritt eines Meteoriten in die Atmosphäre löst solche Infraschallwellen aus.

Die zweite Studie kommt von australischen Wissenschaftlern, die im selben Zeitraum eine Staubwolke beobachtet haben, deren Ursprung ihrer Meinung nach nur ein Meteorit gewesen sein konnte. Sie nennen auch die Maße des Himmelsbrockens: „Etwa so groß wie ein kleines Haus und 1000 Tonnen schwer - eines der größten Trümmerstücke aus dem Sonnensystem, das in dieser Dekade die Erde getroffen hat.“

Sechs Tage nach der ersten Entdeckung des Rings, die bereits am 20. Dezember stattfand, flogen die AWI-Wissenschaftler noch einmal los und vermaßen ihn unter anderem mit Radarsystemen. Für weitere Erkenntnisse müssen die Daten ausgewertet werden. Das geht aber erst nach Rückkehr der Wissenschaftler nach Bremerhaven.

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