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Wissen Nicht ohne Kuscheltier: So klappt die Vorbereitung auf die Ferienfreizeit
Nachrichten Wissen Nicht ohne Kuscheltier: So klappt die Vorbereitung auf die Ferienfreizeit
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11:36 27.05.2019
Wenn das Kind das erste Mal ohne Eltern in das Ferienlager fährt, sollten Vorbereitungen getroffen werden. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
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Essen

Ein verregnetes Wochenende im Zeltlager - klingt nicht gerade nach Traumurlaub. Doch Kinder können das ganz anders sehen, sagt Charlotte Cadenbach. Die 26-Jährige erinnert sich an eine Freizeit in ihrer Kindheit, die sie auf einem matschigen Acker im Zelt verbrachte. „Wir saßen auf unseren Luftmatratzen, haben Süßigkeiten gegessen und waren glücklich“, erzählt die Grundschullehrerin, die in ihrer Freizeit Zeltlager für ihre katholische Kirchengemeinde in Essen organisiert. „Man braucht nicht viel, damit man als Kind glücklich von so einer Freizeit zurückkommt.“

Erster Urlaub ohne Eltern: Auf die Vorbereitung kommt es an

Für viele Kinder ist so eine Ferienfreizeit der erste Moment im Leben, in dem sie bestimmte Dinge allein tun, sagt Cadenbach. Damit das Erlebnis so schön wird wie erhofft, helfe es, sie darauf vorzubereiten. „Grundsätzlich finde ich es wichtig, dass die Kinder schon einiges selbstständig können.“ Eltern könnten beispielsweise mit ihnen üben, wie man alleine ein Bett bezieht. Es sei von Vorteil, wenn die Kinder den Inhalt des eigenen Rucksacks kennen. „Es ist gut zu wissen: Das ist meine Socke, und die andere gehört dem Nachbarskind.“

Heimweh: Geheimrezept ist Ablenkung

Heimweh sei meist nur am ersten Abend ein Problem – selbst bei schüchternen Kindern. Einmal habe sie sich um ein Mädchen große Sorgen gemacht. „Abends aber saß sie schon auf ihrer Luftmatratze und hat gesagt: Ich habe mich an das Leben hier schon richtig gewöhnt“, erzählt Cadenbach. Das Geheimrezept sei Ablenkung. Wenn sich Kinder nicht wohlfühlen, suchen die Betreuenden nach Möglichkeiten, sie zu beschäftigen. „Dann vergeht das Heimweh meist wie im Flug.“

Diese Erfahrung hat auch Nico Schmidt gemacht. Er ist Vorsitzender des Vereins Abenteuerschule der Naturfreunde in Baden-Württemberg. Es helfe, die Aufmerksamkeit des Kindes auf das zu lenken, was am Tag passiert ist. „Das bremst das Heimweh.“ Vielen helfe es, ein Kuscheltier dabei zu haben. Wenn die Umgebung fremd ist und die Kinder zum ersten Mal in einem Zelt und auf einer Luftmatratze schlafen, sei es gut, etwas Vertrautes dabeizuhaben.

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Kontakt zu Eltern sollte vermieden werden

Normalerweise vermeiden Betreuer, dass die Kinder während des Camps Kontakt mit den Eltern aufnehmen, erklärt Cadenbach. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es dann schlimmer wird.“ Das bestätigt auch Nico Schmidt. „Es besteht die Gefahr, dass die Stimmung kippt und das Kind auf jeden Fall nach Hause will.“ Deswegen versuchen die Betreuer, die kleinen Camper zu bestärken. „Wir möchten die Kinder aus ihrer Komfortzone holen und sie ermutigen, die Herausforderung anzunehmen“, sagt Schmidt.

Ein guter Ansatz sei, Kinder zusammen mit Freunden anzumelden. Um die Kinder auf mehrtägige Freizeiten vorzubereiten, biete es sich außerdem an, erst einmal mit eintägigen Angeboten anzufangen. Bei Veranstaltungen der Abenteuerschule haben Eltern die Möglichkeit, vorher anzurufen und sich zu erkundigen, wer die Kinder betreut, erläutert Nico Schmidt. Bei größeren Reisen, wie etwa nach Schweden, biete der Verein im Vorfeld auch Info-Veranstaltungen an.

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Erste Ferienfreizeit: Nicht so weit weg

Nicht nur die Kinder, auch die Eltern können sich vorbereiten. Charlotte Cadenbach hat beobachtet, dass die Trennung während der Ferienfreizeit für Eltern oft schwieriger sei als für Kinder. Das merke man schon, wenn ihnen der Abschied morgens am Bus sehr schwerfalle. Wichtig sei, dass sie ihre eigenen Ängste nicht auf die Kinder übertragen, betont Schmidt. Wenn sich die Kinder Sorgen machen, sollten die Eltern sie eher bestärken.

Dabei hilft, einen vertrauenswürdigen Veranstalter zu suchen. Bei der Suche sollten sich Erziehungsberechtigte erst einmal überlegen, in welche Richtung es gehen soll, rät Dennis Peinze, Geschäftsführer vom Bundesforum Kinder- und Jugendreisen. Denn die Auswahl ist groß: Kirchen, Sportvereine oder private gewerbliche Anbieter organisieren Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche. „Es gibt eine riesige Palette an Angeboten.“ Es sei von Vorteil, einen lokalen Anbieter zu wählen. Er empfiehlt auch, beim ersten Mal nicht zu weit wegzufahren. Falls das Heimweh groß wird, können die Kinder ohne großen Aufwand abgeholt werden.

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Wahl der Ferienbetreuung: Seriöse Veranstalter suchen

Einen ersten Eindruck biete die Internetseite von Veranstaltern, sagt Peinze. „Ein seriöser Anbieter muss das, was in der Ausschreibung steht, auch einhalten.“ Wichtig sei, dass deutlich wird, ob und wie die Betreuungspersonen geschult werden. „Eltern sollten gucken, ob ein Siegel vorhanden ist“, empfiehlt Peinze. Einige Anbieter böten auch Kennenlern-Abende an, sodass sich Familien einen Eindruck verschaffen können.

Ob und wie viel Kontakt während der Freizeit mit den Eltern möglich sei, sei verschieden. Bei manchen Veranstaltern seien Handys erlaubt, bei anderen nicht. Wichtig sei in jedem Fall, dass es eine Art Notfallnummer gibt, unter der sich Eltern melden können, sagt Peinze.

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Neben dem Umfang der Betreuung sei auch das inhaltliche Angebot wichtig. „Die Kinder sollten Spaß dabei haben“, betont er. Deswegen sollten bei der Auswahl die Interessen des Nachwuchses im Mittelpunkt stehen. „Warum sollte ein Mädchen, das gerne Fußball spielt, nicht zu einem Fußballcamp fahren? Oder ein Junge, der gerne reitet, in die Reiterferien?“, fragt Peinze. Solche Vorhaben machten nur Sinn, wenn die Kinder Lust darauf haben. „Wenn sie partout nicht wollen, dann wollen sie nicht.“

Von RND / dpa

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