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Nachrichten Wissen Pille danach: Im Notfall schnell einnehmen
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09:53 21.05.2019
Die Pille danach gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Als reguläres Verhütungsmittel taugt sie aber nicht - sondern nur für den Notfall. Quelle: Benjamin Nolte/dpa-tmn
Berlin

Die sogenannte Pille danach schützt in der Regel zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft. Voraussetzung ist allerdings, dass Frauen sie nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr - oder einem Verhütungsunfall - schnell kaufen und einnehmen. Darauf weist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in ihrer „Neue Apotheken Illustrierte“ (Ausgabe 15. Mai 2019) hin.

Pille danach: Wann einnehmen?

Fast hundertprozentigen Schutz bietet die Pille danach je nach Wirkstoff nur in den ersten 24 bis 48 Stunden nach dem Sex. Wer länger wartet, muss mit teils deutlich geringerer Zuverlässigkeit rechnen.

Die Pille danach ist eine Notfallverhütung. Sie kann nach dem Sex eingenommen werden, wenn bei der Verhütung etwas schief gegangen ist. Also wenn beispielsweise das Kondom gerissen ist, die Pille vergessen wurde oder es zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr kam. Sie wirkt umso sicherer, je früher sie nach dem Sex eingenommen wird.

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Was macht die Pille danach?

Die Pille danach hemmt oder verhindert den Eisprung so, dass keine Befruchtung stattfinden kann. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, wirkt die Pille danach laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nicht mehr. Sie ist Experten zufolge deshalb als Verhütungsmittel einzustufen und nicht als Mittel für einen Schwangerschaftsabbruch.

Die Pille danach greift in den Hormonhaushalt der Frau ein. Nach Angaben der Beratungsstelle ProFamilia handelt es sich bei dem Medikament allerdings nicht um eine „Hormonbombe“. Schwere Nebenwirkungen hat die Pille danach in der Regel nicht, es kann aber zu Kopfschmerzen und Übelkeit kommen. Wer bis zu drei Stunden nach der Einnahme erbrechen muss, sollte sicherheitshalber so schnell wie möglich eine weitere Tablette nehmen. Als reguläres Verhütungsmittel taugt die Pille danach trotz der geringen Nebenwirkungen aber nicht: Dafür ist der Eingriff in den Hormonhaushalt zu heftig. Mehrfach kurz hintereinander sollten Frauen sie daher nicht einnehmen.

Wie bekomme ich die Pille danach?

Mädchen und Frauen bekommen seit Mitte März 2015 die Pille danach nicht mehr nur auf Rezept und nach einem Beratungsgespräch mit einem Arzt. Die Pille danach ist frei verkäuflich. Im Vergleich zu 2014, dem letzten Jahr vor der Abschaffung der Verschreibungspflicht, hätten sich die Abgaben um 70,1 Prozent erhöht, hieß es in einem Bericht der „Bild“-Zeitung. Damals sei das Mittel 475 000 Mal von Ärzten verordnet worden. 2017 sei es nur in 76 000 Fällen von Ärzten verschrieben und ansonsten ohne Rezept abgegeben worden.

Allein im Jahr 2017 wurde die Pille nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände 808 000 Mal verkauft. Das entspricht einem zuwachs von 6,7 Prozent im Vergleich zu 2016. Zahlen zum Jahr 2019 liegen noch nicht vor.

Ohne Rezept: Verhütungsmittel ist seit 2015 frei verkäuflich

Je nach Wirkstoff kostet die Pille danach etwa 18 bis 34 Euro. Mädchen unter 14 Jahren brauchen für den Kauf die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten.

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Von RND/dpa

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