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Wissen Riesiger Bimsstein-Teppich: So könnte Vulkanstein dem Great Barrier Reef helfen
Nachrichten Wissen Riesiger Bimsstein-Teppich: So könnte Vulkanstein dem Great Barrier Reef helfen
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06:07 29.08.2019
Der Bimsstein-Teppich ist so groß wie 20 000 Fußballfelder. Quelle: Landsat 8 - OLI/NASA/dpa
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Im Pazifik schwimmt ein riesiger Teppich aus vulkanischem Gestein. Satellitenbilder zeigen lose Steine auf einer Fläche von rund 150 Quadratkilometern, die im Ozean auf Australien zutreiben. Das entspricht der Größe Bochums oder 20000 Fußballfeldern. Vermutet wird, dass der Teppich durch den Ausbruch eines unterirdischen Vulkans in der Nähe des Inselstaats Tonga in der ersten Augustwoche entstand. Dabei handelt es sich nach Schätzungen um mehrere Millionen Brocken vulkanischen Bimssteins grauer Farbe. Bims entsteht etwa, wenn Magma nach einer Eruption unter Wasser schnell abkühlt. Durch Wasserdampf und Kohlendioxid wird er praktisch aufgeschäumt. Er hat viele Blasen, ist verhältnismäßig leicht und schwimmt deshalb auch auf dem Wasser.

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Eindrucksvolle Bilder: Bimsstein-Brocken teilweise so groß wie Basketbälle

Auf Video-Aufnahmen des australischen TV-Senders 7News ist zu sehen, wie der Steinteppich bis zum Horizont reicht. Entdeckt wurde er Mitte August von dem australischen Seglerpaar Larissa Brill und Michael Hoult, das mit seinem Katamaran in Richtung Fidschi-Inseln unterwegs war. Auf ihrer Facebook-Seite schreiben die beiden: "Das Feld aus Steinbrocken reichte so weit, wie wir im Mondlicht und mit dem Licht unserer Scheinwerfer sehen konnten." Die Größe der einzelnen Brocken variiere zwischen einer Murmel und einem Basketball. Auch die Seglerin Shannon Lenz berichtete von den eindrucksvollen Bildern: "Wir segelten sechs bis acht Stunden lang durch ein Feld aus Bimssteinen, meist war gar kein Wasser mehr sichtbar", schrieb sie auf YouTube. Und so sah es bei ihr aus:

Heimat für Meeresbewohner: Wissenschaftler hoffen auf neue Korallen im Great Barrier Reef

Das vulkanische Phänomen könnte für Segler aber gefährlich werden: Brill und Hoult steckten vorübergehend fest, weil Steine ​​ihr Ruder blockiert hatten. Sie konnten dann aber aus dem Feld heraus navigieren. Dennoch sind Wissenschaftler erfreut über das riesige Bimsstein-Feld. Experten hoffen jetzt, dass der im Ozean treibende Bims eine neue Heimat für Meeresbewohner werden könnte. Davon könnte möglicherweise auch das weltgrößte Korallenriff Great Barrier Reef vor der Küste Australiens profitieren, das unter Ausbleichung leidet. "Basierend auf den vergangenen Entdeckungen von Bimsstein-Flößen, die wir innerhalb der vergangenen 20 Jahre untersucht haben, wird es neue, gesunde Korallen und andere Riff-Bewohner zum Great Barrier Reef bringen", sagt der Geologe Scott Bryan von der Queensland University of Technology (QUT).

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Bims kommt erst in sechs Monaten an - Forscher rufen zum Kampf gegen Klimaerwärmung auf

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Steinteppich tatsächlich Kurs auf Australien hält. Nach bisherigen Berechnungen bewegt er sich, vorbei an Neukaledonien und Vanuatu, vermutlich dorthin. Möglicherweise wird das Bimsstein-Feld auch seinen Weg durch andere Gebiete mit Korallenriffen im östlichen Korallenmeer finden. Idealerweise wird das in der Zeit geschehen, in der die Korallen in diesen Gebieten laichen – also sich paaren. "Im Moment ist der Bimsstein noch blank, in den kommenden Wochen werden sich aber Organismen dranhängen", sagt der Geologe. Allerdings dürfte es mehr als ein halbes Jahr dauern, bis die ersten Steine vor Australien ankommen.

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Auch wenn das Bimsstein-Floß vielversprechend aussieht, relativieren einige Wissenschaftler den Einfluss auf das Great Barrier Reef. Meeresbiologe Terry Hughes von der James Cook University twitterte etwa, dass die "Riffe verschwinden werden, es sei denn, wir kämpfen gegen die mensch-gemachte Klimaerwärmung an." Zudem sei der Vulkanstein-Teppich 2000 Mal kleiner als das Great Barrier Reef – und Korallen würden sich nur selten auf Bims ansiedeln, so Cook in einem weiteren Tweet.

Von RND/dpa/bk

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