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Wissen Schäden durch Schlaglöcher: Wer zahlt?
Nachrichten Wissen Schäden durch Schlaglöcher: Wer zahlt?
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17:03 01.03.2019
Kaputte Reifen, Felgen und Achsen: Wer mit seinem Wagen über ein Schlagloch fährt, hat oft mit schweren Schäden zu kämpfen. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
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Hannover

Der Winter hat auch auf den Straßen seine Spuren hinterlassen: Schlaglöcher bereiten Autofahrern im Frühjahr immer wieder Probleme. Erkennt man sie bei hoher Geschwindigkeit zu spät, kann der Wagen ordentlich beschädigt werden. Dabei kommen hohe Kosten zustande – doch wer zahlt sie? Um den Schaden ersetzt zu bekommen, sollten Autofahrer schnell Beweismittel sichern, rät der ADAC.

Wie entstehen überhaupt Schlaglöcher im Asphalt?

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Frostschäden im Straßenbelag sind häufig die Ursache für Schlaglöcher in Straßen. Denn: Durch Frost entstehen im Straßenbelag zunächst Aufwölbungen, deren Ränder – besonders auf viel befahrenen Straßen – schnell aufbrechen. Dabei wird die Einkerbung immer tiefer und es bildet sich ein Schlagloch. Das ist besonders bei schlecht verarbeiteten Straßenbelägen der Fall. Nicht umsonst haben Autofahrer also meist nach dem Winter mit Schlaglöchern zu kämpfen.

Oft verursacht aber auch Wasser Schäden im Asphalt. Wenn die Straße ohnehin schon in einem schlechten Zustand ist, fließt das Wasser nicht wie gewöhnlich von der Deckschicht ab, sondern dringt in die Schotterschicht unter der Fahrbahndecke ein. Bei Temperaturen unter null Grad gefriert das Wasser und breitet sich dort aus. Die Folge: Die Deckschicht wird zerbrechlich, bröckelt ab und es entsteht Schlagloch.

Welche Schäden können Schlaglöcher an Autos verursachen?

Die Wucht ist enorm, wenn man mit hoher Geschwindigkeit über ein Schlagloch fährt. Reifen und Felgen werden dadurch häufig in Mitleidenschaft gezogen. Verliert der Reifen nach dem Überqueren des Schlaglochs beispielsweise Luft, ist womöglich die Reifenflanke oder das Felgenhorn beschädigt. Steht das Lenkrad schief, dann kann die Spurstange verbogen sein. Weitere Schäden können an der Achse oder der Ölwanne entstehen. Autofahrer sollten bei der Weiterfahrt daher besonders aufmerksam sein: Zieht der Wagen auffällig in eine Richtung oder kommt es zu ungewöhnlichen Geräuschen, sollte eine Werkstatt aufgesucht werden, betont der ADAC in einem Schreiben an seine Mitglieder. In schweren Fällen kann das Auto sogar nicht mehr weiterfahren.

Wer zahlt bei Schlagloch-Schäden?

Kommt ein Auto durch ein Schlagloch zu schaden, trägt der Verantwortliche der Straße die Pflicht – aber nur wenn dieser die Verkehrssicherungspflicht verletzt hat, so der ADAC. Heißt: Der Verantwortliche muss grundsätzlich regelmäßig die Straße kontrollieren und Gefahrenstellen möglichst schnell beheben oder zumindest ausschildern. Tut er das nicht, muss er in der Regel für Schäden aufkommen. Bund, Länder, Kreise, Gemeinden oder in seltenen Fällen auch Privatperson können für Straßen verantwortlich sein.

Häufig landen solche Schlagloch-Zwischenfälle vor Gericht: So kann es vorkommen, dass Straßenbetreiber Schlagloch-Schäden nicht zahlen müssen. Zum Beispiel, wenn das Schlagloch aus Fahrlässigkeit überfahren wurde oder die Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt wurde. Dann können Betroffene nur noch auf eine Vollkaskoversicherung zurückgreifen, die in jedem Fall zahlt.

Wie können Schlagloch-Schäden nachgewiesen werden?

Schadensersatz bekommen Autofahrer von dem Verantwortlichen der Straße nur, wenn sie die Verletzung der Verkehrssicherungspflicht nachweisen können. Der ADAC rät: Betroffene sollten am besten direkt nach dem Vorfall Fotos von der betroffenen Straße, dem Schlagloch und den Schäden am Fahrzeug machen. Zudem sollte die Höchstgeschwindigkeit auf der Straße und die Namen und Anschriften von Zeugen notiert werden. Fahrer können außerdem sicherheitshalber die Polizei und die Kfz-Versicherung informieren.

Wie vermeide ich es, Schlaglöcher zu überfahren?

Die Zeit nach dem Winter bringt viele Gefahren im Straßenverkehr mit sich. Autofahrer sollten daher gerade dann stets vorsichtig und auf Sicht fahren, betont der ADAC. Man kann außerdem grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass Straßen intakt sind. Wird ein Schlagloch aus Fahrlässigkeit überfahren, obwohl es eigentlich gut sichtbar war, wird häufig im Streitfall zugunsten des Straßenbetreibers entschieden. Dies gilt laut ADAC insbesondere für Straßen ohne hohe Verkehrsbedeutung, auf denen mit Schäden gerechnet werden muss. Auf Autobahnen können Fahrer hingegen von einem guten Zustand der Straße ausgehen.

Von RND/bk

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