Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Wissen Schafskälte 2019: Wann kommt sie und wie kann man seine Pflanzen schützen?
Nachrichten Wissen Schafskälte 2019: Wann kommt sie und wie kann man seine Pflanzen schützen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:04 17.06.2019
Die Schafskälte: Sowohl Schäfer als auch Gärtner und Bauern fürchten die Kälteperiode im Sommer. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Bauernregeln sind alte Volkssprüche, die über das Wetter und die Auswirkungen für die Landwirtschaft informieren. Auch heutzutage halten sich viele Gärtner, Bauern und Schäfer noch an die altbewährten Richtlinien, um frostigen Wetterphänomenen, zum Beispiel der Schafskälte, zu entgehen. Doch was ist dran an den eisigen Sommertagen?

Schafskälte 2019: Wann kann man damit rechnen?

Zwar hält sich das Wetter nicht an ein Datum – dennoch gibt es Wetterlagen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu bestimmten Zeitpunkten im Jahr auftreten und charakteristische Witterungen nach sich ziehen. In diesem Fall spricht man von einer „meteorologischen Singularität“.

Die Schafskälte beschreibt einen Kälteeinbruch, mit dem Bauern, Schäfer und Gärtner laut einer alten Bauernweisheit Mitte Juni – etwa vom 4. bis zum 20. – rechnen sollten. „Die Kältefront kommt aus Skandinavien und hat ihren Ursprung oft in der Polarluft“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Dahinter steckt die unterschiedlich schnelle Erwärmung der Land- und Wassermassen: Es entstehen Tiefdruckgebiete. Die Luftmassen verschieben sich und die warmen Luftströmungen des Festlands ziehen nach Norden. Dadurch werden wiederum eiskalte Strömungen auf das Festland gedrückt.

Lesen Sie auch: Eisheilige 2019: Wann sind sie und woher kommt der Name?

Schafskälte: Woher stammt der Name?

Ihren Namen verdankt die Schafskälte tatsächlich den Tieren – oder ihren Besitzern. Viele Schäfer scheren ihre Schafe auch heutzutage erst Ende Juni, weil sie fürchten, ein später Kälteeinbruch könnte ansonsten gefährlich oder sogar lebensbedrohlich für die Tiere werden.

Schafskälte: Teil der Lostage

Die Schafskälte ist Teil der sogenannten „Lostage“: Sie gaben Bauern vor, wann gepflanzt und geerntet werden sollte. In alten Bauernkalendern galt der 11. Juni, der Tag des Barnabas, als offizieller Beginn des späten Kälteeinbruchs, der oft auch Regen mit sich brachte. Das spiegelt sich in vielen Bauernregeln zur Schafskälte wider.

• Regnet es an Barnabas, schwimmen die Trauben bis ins Fass.

• Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was verdorben ist.

• Barnabas macht Bäum’ und Dächer nass.

• Wenn Barnabas bringt Regen, so gibt es auch viel Traubensegen.

• Regen an St. Barnabas währet 40 Tage ohne Unterlass.

Die bekanntesten Lostage

Siebenschläfer

Am 27. Juni ist Siebenschläfertag: Mit ihm soll sich das Wetter der nächsten Wochen vorhersagen lassen. Die alte Bauernregel gilt als besonders zuverlässig, weil sie auf eine Besonderheit in der Erdatmosphäre zurückzuführen ist. In ungefähr zehn Kilometer Höhe zieht ein sogenannter „Jetstream“, eine Art schmales Starkwindband, um die Nordhalbkugel. Dieses Band weht nicht gerade, sondern zickzackförmig.

Wenn die Ausbuchtung des Jetstreams nach Norden gerichtet ist, nimmt ein Hochdruckgebiet seinen Platz ein und bringt meist Sonnenschein. Ist die Ausbuchtung nach Süden gerichtet, breitet sich ein Tiefdruckgebiet aus und das Wetter wird unbeständig.

Hundstage

Die Hundstage dauern, ungeachtet aller Kalenderreformen und unterschiedlicher geografischer Gegebenheiten, vom 23. Juli bis zum 23. August. Nach einer alten Bauernregel bringen sie drückendes und schwüles Wetter, das die Ernte gefährden könnte.

Ihren Namen verdanken die Hundstage dem Erscheinen des „Hundssterns“ Sirius vor 2000 Jahren. Er ist achteinhalb Lichtjahre von der Erde entfernt und gilt als der hellste Himmelskörper im Sternbild des „Großen Hundes“.

Altweibersommer

Für viele gilt er als fünfte Jahreszeit: Der Altweibersommer, der mit blauem Himmel, reichlich Sonne und hohen Temperaturen im Herbst strahlt. Entgegen der Erwartungen vieler hat die Bezeichnung „Altweibersommer“ nicht direkt mit älteren Damen zu tun. Mit dem Begriff „weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen von Spinnweben bezeichnet. Bei sonnigem Wetter kühlt es sich in den klaren Nächten stark ab, so dass in den Morgenstunden durch den Tau die Spinnenweben deutlich zu erkennen sind. Die glänzenden Fäden glitzern im Licht wie langes, silbergraues Haar.

Auch interessant: Bauernregeln im Mai 2019: Bauernweisheiten und Wetterprognosen

Schafskälte 2019: Was sollten Gärtner beachten?

„Die Schafskälte wird für Pflanzen erst bei Minusgraden und Frost gefährlich“, erklärt Reiner Höpken, Vorsitzender des Bundesverbandes Einzelhandelsgärtner im Zentralverband Gartenbau (ZVG). „Besonders Sommerpflanzen, die nicht aus Europa kommen, sind dann gefährdet.“ Dazu zählen zum Beispiel die Eisbegonien.

Um das im Garten angebaute Obst und Gemüse hingegen müssen sich Gärtner laut Höpken selbst bei eisiger Kälte keine Sorgen machen: „Die Blüte ist im Juni bereits vorbei. Wenn zum Beispiel Apfelbäume Früchte angesetzt haben, kann ihnen nichts mehr passieren.“ Grundsätzlich können viele Pflanzen kurzzeitigen Frost gut ab. „Damit Kübelpflanzen, etwa Zitronen oder Oleander, Schaden davon tragen, muss es schon lang anhaltend frieren“, so Höpken. Temperaturen von neun bis zehn Grad seien im Allgemeinen ungefährlich für die Pflanzen im Garten.

Das könnte Sie auch interessieren: Balkonpflanzen im Frühling: Diese Frühblüher vertragen Frost

Wie können Pflanzen vor Frost geschützt werden?

Einen zeitlich begrenzten Schutz vor Kälte bieten Vlies und Reisig. Von Folien rät Höpken ab. Gerade in der Wachstumsphase brauchen Pflanzen viel Licht. Darüber hinaus kann sich schnell Feuchtigkeit unter der Plane sammeln, wodurch ein Luftstau entsteht.

Wie wird das Wetter im Juni 2019?

Wie warm oder kalt es genau wird, lässt sich derzeit noch nicht genau sagen – allerdings sieht die Prognose der amerikanischen Wetter- und Ozeanographiebehörde NOAA den Juni 2019 mit einer Abweichung von einem Grad aktuell überdurchschnittlich warm. Der Kälteeinbruch könnte dementsprechend – insofern sich nichts ändert – nicht ganz so extrem ausfallen.

Von Jessica Orlowicz/RND

Darzalex wird genutzt, um eine Krebserkrankung im Knochenmark zu behandeln. Doch Studien zeigen, dass das Medikament eventuell eine Hepatitis-B-Reaktivierung auslösen könnte.

17.06.2019

Um zu testen, wie gefährlich Flusskraftwerke für Fische sind, werden bisher lebende Fische eingesetzt. Viele von ihnen sterben dabei. Ein Projekt der Uni Marburg will sie durch Roboterfische ersetzen.

17.06.2019
Wissen Schnurstracks ans Ziel - So reagieren Elefanten auf Wilderer

Für Elefanten sind Wilderer eine große Gefahr. Die Tiere begegnen dem Risiko auf ihre Art, zeigt eine neue Studie. Mit Hilfe von GPS konnten Forscher herausfinden: Die Elefanten verändern ihr Bewegungsverhalten, wenn ihnen der Tod durch Wilderer droht.

17.06.2019