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12:31 30.01.2019
Die Stiftung Warentest hat erstmals Sexspielzeug getestet. Neben Vibratoren auch Penisringe und Liebeskugeln. Insgesamt sind 18 „Sextoys“ im Labor auf Schadstoffe untersucht worden. Quelle: dpa
Hannover

Penisringe, Liebeskugeln und auch Vibratoren: Sexspielzeug gehört für immer mehr Menschen zum Liebesleben dazu. Pro Jahr werden in Deutsch­land schät­zungs­weise einige Millionen bunte Spielzeuge für den erotischen Zeitvertreib im Schlafzimmer verkauft. Deswegen hat die Stiftung Warentest erstmals Sextoys“ getestet. 12 Vibratoren, drei Liebes­kugeln und drei Penisringe wurden exemplarisch ausgewählt und auf Schad­stoffe untersucht. Nur vier von 18 getesteten Sexspielzeugen waren ganz ohne Schadstoffe. Fünf der bunten Bettgefährten waren stark mit Schadstoffen belastet. Unter den Produkten waren billige Sexspielzeuge (6,80 Euro), aber auch teure Modelle (165 Euro) bekannter Marken. Die Noten reichen von Sehr gut bis Mangelhaft.

Die Stiftung Warentest hat erstmal Sexspielzeuge im Labor untersucht. 5 von 18 Intimspielzeuge waren stark mit Schadstoffen belastet.

Vibratoren und Liebeskugeln: Mangelhafte Schadstoff-Bilanz

Es liegt in der Natur der Sache. Sexspielzeug hat oft Schleimhautkontakt. „Diese Gewebe sind gut durchblutet und können empfindlich sein. Schadstoffe haben in ’Sextoys’ deshalb nichts zu suchen“, so Chemikerin Dr. Sara Wagner-Leifhelm, verantwortliche Projektleiterin für den Test. Vier der zwölf geprüften Vibratoren haben eine „mangelhafte“ Schadstoff-Bilanz. Gleiches gilt für eine der drei getesteten Liebeskugeln. In den Produkten oder dem mitgelieferten Zubehör fanden sich zum Beispiel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die als krebserregend gelten, und der Weichmacher DEHP, der die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.

Sexspielzeug im Test: Schadstoff-Grenzwerte deutlich überschritten

Spezielle Schadstoff-Grenzwerte für Sexspielzeug gibt es nicht - und das, obwohl die Produkte meist reichlich Kontakt mit dem Körper und vor allem mit Schleimhäuten haben. Für die Untersuchung haben sich die Warentester nach eigenen Angaben an allgemeingültigen Grenzwerten oder Vorgaben für andere Produktgruppen orientiert, für Kinderspielzeug etwa.

Das Ergebnis: Oft wurden diese deutlich überschritten, bei manchen Produkten sogar um das Hundertfache.

Auch in teuren „Sextoys“ giftige Substanzen

Die Schadstoffbelastung ist dabei keine Frage des Preises: Giftige Substanzen fanden die Tester sowohl in teuren Vibratoren für knapp 90 Euro als auch in Billigprodukten. Gleichzeitig kostet einer der drei in Sachen Schadstoff „sehr guten“ Vibratoren nur 15 Euro, ein anderer knapp 100. Auch ein unangenehmer Kunststoffgeruch beim ersten Auspacken ist den Angaben nach kein zuverlässiger Indikator für die Schadstoff-Belastung: Der kam im Test zwar bei mehreren Produkten vor – einige davon erwiesen sich aber ansonsten als völlig unbedenklich.

Sexspielzeug nach dem Gebrauch gründlich reinigen

Grundsätzlich raten die Warentester, Vibratoren und andere Sexspielzeuge vor und nach jedem Gebrauch gründlich zu reinigen. So können sich darauf keine Keime verbreiten.

Sex lieber ohne eine App

Aufpassen sollten Nutzer außerdem mit digitalisierten Sexspielzeugen: Manche Vibratoren lassen sich per App fernsteuern, andere haben eine Kamera eingebaut. Sicherheitslücken bei der Datenübertragung und – speicherung fanden sich in den konkreten Fällen zwar nicht - ausgeschlossen sind sie aber auch nicht. Die Warentester raten deshalb grundsätzlich davon ab, derart intime Daten und Bilder von sich zu produzieren.

Von RND

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