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Wissen Studie: Flächenbrände schädigen Klima weniger als angenommen
Nachrichten Wissen Studie: Flächenbrände schädigen Klima weniger als angenommen
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09:50 16.08.2019
Rauchschwaden, die sich mit einem größeren Sturmsystem vermischen, ziehen über Sibirien. Quelle: NASA/ZUMA Wire/dpa
Swansea/Freiburg

Die Klimabilanz von Flächenbränden wie in Sibirien ist offenbar nicht so verheerend wie bislang angenommen. Mehr als zehn Prozent des bei solchen Feuern freigesetzten Kohlenstoffs entweicht einer Studie zufolge nicht als CO₂ in die Atmosphäre, sondern wird langfristig als Holzkohle im Boden gebunden. Auf lange Sicht könne dieser Effekt der Atmosphäre mitunter sogar Kohlendioxid entziehen. Denn im Lauf der Zeit nehme die nachwachsende Vegetation durch Photosynthese wieder so viel Kohlenstoff aus der Atmosphäre auf, wie vorher in Form von Pflanzenmasse gebunden war. Dies sei aber erst dann der Fall, wenn die gesamte Vegetation nachgewachsen sei, betonen die Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“. In Extremfällen könne das Jahrhunderte dauern.

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Nach Bränden bleibt Kohlenstoff Jahrhunderte im Boden

In letzter Zeit hatten große Waldbrände etwa in Sibirien und Alaska Aufsehen erregt – auch wegen des dabei entstandenen Kohlendioxids (CO₂), das den Klimawandel fördert. Die Forscher um Matthew Jones von der Swansea University in Wales berechneten nun, wie viel sogenannter pyrogener Kohlenstoff nach solchen Bränden am Boden verbleibt. Im Zeitraum von 1997 bis 2016 blieben demnach 12 Prozent des durch die weltweiten Brände freigesetzten Kohlenstoffs etwa in Holzkohle gebunden. Dieser Kohlenstoff bleibe für Hunderte bis Tausende Jahre in Böden oder Gewässer-Sedimenten gespeichert, betonen sie.

Beim Nachwachsen entzieht die Vegetation der Atmosphäre wieder Kohlenstoff. Allerdings dauere das Nachwachsen je nach Landschaft unterschiedlich lang, schreiben die Forscher: Gras-Landschaften etwa benötigten weniger als ein Jahr, manche Wälder dagegen Jahrzehnte. In extremen Fällen, etwa in tropischen Moorlandschaften oder in der Arktis, sei eine vollständige Erholung mitunter erst nach Jahrhunderten zu erwarten. „Die Wiederherstellung der Pflanzenwelt ist wichtig, weil Kohlenstoff, der nicht wieder eingefangen wird, in der Atmosphäre bleibt und so zum Klimawandel beiträgt“, betonen die Autoren.

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Pyrogene Kohlenstoffe können CO₂-Werte senken

Dennoch wäre der pyrogene Kohlenstoff demnach langfristig eine bedeutende, bislang übersehene CO₂-Senke. Die Wissenschaftler fordern, dies in Berechnungsmodelle für Feuer-Emissionen einzubeziehen. Erstautor Jones spricht von „guten Nachrichten“, „obwohl steigende CO₂-Emissionen durch menschliche Aktivitäten wie Abholzung und das Niederbrennen einiger Moorlandschaften das Weltklima weiterhin ernsthaft bedrohen“.

Generell sind die CO₂-Emissionen durch Flächenbrände enorm: Pro Jahr brenne auf der Welt eine Fläche von der Größe Indiens, schreiben die Forscher. Diese Feuer stoßen demnach mehr CO₂ aus als Auto-, Bahn-, Flug- und Schiffsverkehr zusammen.

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Natur entzieht der Atmosphäre CO₂

Johann Georg Goldammer, Feuer-Ökologe und Direktor des von den Vereinten Nationen koordinierten Global Fire Monitoring Center in Freiburg, hält die Berechnungen der Forscher für plausibel. Der große Unterschied zur Verfeuerung fossiler Energieträger durch den Menschen liege darin, dass die Natur der Atmosphäre das CO₂ später wieder entziehe.

In der Arktis und in Sibirien hatten zuletzt großflächige Feuer gewütet. Auch wenn Feuer im hohen Norden im Sommer immer wieder vorkämen, sei die Zahl um ein Vielfaches höher als in den Vorjahren, teilte der von der EU finanzierte „Copernicus Atmosphere Monitoring Service“ mit. Die Experten machen dafür unter anderem den Klimawandel verantwortlich.

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