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Wissen Südkalifornien: Alle drei Minuten bebt die Erde
Nachrichten Wissen Südkalifornien: Alle drei Minuten bebt die Erde
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07:00 22.04.2019
Ein Riss geht mitten durch eine Straße in Mexicali, eine Stadt an der Grenze zu Kalifornien. Quelle: picture alliance/dpa
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Pasadena

Alle drei Minuten ein Erdbeben: Mit einem neuen Analyseverfahren haben US-Wissenschaftler errechnet, dass in Südkalifornien durchschnittlich als 174 Sekunden die Erde bebt. Demnach gibt es in der Region pro Tag 495 Erschütterungen, von denen die meisten jedoch so schwach sind, dass selbst herkömmliche Messgeräte sie nicht detektieren können, wie das Team um Zachery Ross vom California Institute of Technology in Pasadena in der Zeitschrift „Science“ berichtet. Menschen bemerken diese schwachen Erdstöße schon gar nicht.

Das Team entwickelte eine Software, die Signale von bekannten Erdbeben als Mustervorlage verwendet. Damit fanden die Forscher in den Aufzeichnungsdaten von Erdbeben-Messstationen große Mengen an Erschütterungen der Stärke 0,3 bis 1,7. Insgesamt fanden sie für Südkalifornien im Zeitraum von 2008 bis 2017 Hinweise auf 1,8 Millionen kleine Beben, die bislang nicht dokumentiert waren.

Neue Erkenntnisse zur Erdbeben-Entstehung und den Folgen

Die Forscher erhoffen sich von ihrem erweiterten Katalog neue Erkenntnisse zu Entstehung und Folgen von Erdbeben. Als Beispiel nennen sie das Schwarmbeben, dass im Sommer 2012 die Region um die Stadt Brawley unweit der mexikanischen Grenze drei Tage lang mit einer Stärke bis 5,3 erschütterte. Mit ihrer Methode fanden sie in den zehn Stunden vor dem Beben 36 bislang nicht registrierte Erdbeben.

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Auch über Nachwirkungen von Erdbeben erlangten die Wissenschaftler neue Erkenntnisse: Bisher war etwa bekannt, dass das Beben von El Mayor-Cucapah auf der Halbinsel Baja California im Jahr 2010 mit einer Stärke von 7,2 weitere Erdstöße bis in eine Entfernung von 175 Kilometern ausgelöst hat. Ross und Kollegen entdeckten nun dadurch angeregte Erschütterungen noch in 275 Kilometern Entfernung.

Methode für andere Regionen hilfreich

„Für zukünftige umfassende Analysen von seismischen Aktivitäten und der damit verbundenen Gefahren wäre es hilfreich, einen ähnlichen Musterkatalog für andere Regionen zu erstellen“, schreiben die Forscher. Die Verwendung von Techniken des maschinellen Lernens könnte weitere Verbesserungen des Verfahrens bringen. Allerdings können mit ihrer Methode, so räumen die Wissenschaftler ein, nur solche Erdbeben entdeckt werden, zu denen es in der Vergangenheit ein Gegenstück mit einer größeren Stärke gegeben hat.

Von RND/dpa

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