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11:40 09.05.2019
Rasenmäher mit Kabelanschluss sind derzeit noch gängig – und (noch) günstiger als Akku-Varianten. Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Köln

Akkubetriebene Rasenmäher könnten Modelle mit Kabelanschluss oder Benzinmotor ablösen. Sie haben in den vergangenen Jahren einen großen Entwicklungsschritt erlebt – viele Geräte können es bereits mit den bisher üblichen Rasenmähern aufnehmen.

Akku-Rasenmäher im Test

„Die Akkuleistung und die Reichweite der Geräte sind wirklich toll“, sagt Peter Baruschke, Testredakteur der Zeitschrift „Selbst ist der Mann“, die zwölf Geräte gemeinsam mit dem Tüv Rheinland getestet hat.

Das Ergebnis: Mit allen zwölf Geräten, die eine Arbeitsbreite von rund 40 Zentimeter haben, lässt sich mit einer einzigen Akkuladung gut eine übliche Rasenfläche von 200 Quadratmetern Größe mähen. Trotzdem zeigen viele Geräte noch Schwächen. Eine Stichprobe der Stiftung Warentest kommt zu ähnlichen Ergebnissen, wenn auch mit einem insgesamt negativeren Gesamturteil.

Welche Vorteile bieten Akku-Geräte?

Ohne Kabel ist die Bewegungsfreiheit größer. Die Hersteller von Gartengeräten haben in den vergangenen Jahren viel Arbeit in die Entwicklung von Akku-Produkten gesteckt. Lange waren die Batterien nicht leistungsfähig genug, um mit Kabelgeräten mitzuhalten. Das hat sich geändert, wie auch die aktuellen Produkttests zeigen.

Der Grund sind die verbesserten Lithium-Ionen-Akkus, auch Li-Ion genannt. Sie können vergleichsweise viel beziehungsweise dicht Energie speichern, was sie kleiner und leichter macht als die Motoren der Elektro- und Benzingeräte. Bei Benzinern kommt außerdem die Füllung als zusätzliches Gewicht hinzu. Auch einen weiteren damaligen Nachteil haben die Akkus überwunden: Sie weisen nur noch einen geringen sogenannten „Memory-Effekt“ auf. Das heißt: Ihre Kapazität leidet nicht mehr so stark durch das häufige Auf- und Entladen.

Wie sieht das Testergebnis im Detail aus?

In der aktuellen Stichprobe der Zeitschrift „Selbst ist der Mann“ (Ausgabe 6/2019) erzielten alle Geräte im Bereich „Flächenleistung per Akkuladung“ mindestens die Hälfte der möglichen Bewertungspunkte und häufig sogar die volle Punktzahl. In der Gesamtwertung schaffen somit alle Geräte mindestens die Note „befriedigend“. Zweimal wurde „sehr gut“ und viermal „gut“ vergeben.

„Abstriche gab es meist nicht wegen der Akkuleistung, sondern aus Gründen, die wir auch von anderen Tests von Rasenmähern mit Kabel und Benzin kennen“, erklärt Baruschke. So bemängelten die Tester bei manchen Modellen zum Beispiel das Mähergebnis oder eine labile oder zu schwere Bauweise.

Welche Modelle schnitten am besten ab?

Im Test schnitten der 43-Accu von Sabo (Note 1,3), RMA 443 TC von Stihl (1,4), GE-CM 43 Li M von Einhell (1,6), 4237 Li SP von Solo by AL-KO (1,8,), Bosch AdvancedRotak 36-660 (1,9) und der Wolf Garten Li-Ion Power 40 M (2,0) am besten ab.

Warum kam die Stiftung Warentest zu einem negativeren Urteil?

Beide Tests unterschieden sich in Aufbau und Stichprobe – sie sind daher nur bedingt vergleichbar. Die Stiftung Warentest hat für eine Stichprobe von Akku-Rasenmähern Gesamtnoten von „gut“ bis „mangelhaft“ vergeben (Zeitschrift „test“, Ausgabe 04/2019). Nur zwei Geräte kommen auch im Test der Redaktion von „Selbst ist der Mann“ vor. Ein weiteres Gerät stammt zwar aus der gleichen Hersteller-Kollektion, hat aber eine andere Arbeitsbreite.

Doch die Warentester kommen zu vergleichbaren Ergebnissen: Die meisten Akku-Mäher erzielen die Teilnoten „sehr gut“ oder „gut“ in der Kategorie Akku/Mäher-Haltbarkeit.

Zu welchem Gesamturteil kommt die Stiftung Warentest?

Nach Ansicht der Stiftung Warentest hat die Geräteklasse noch Entwicklungspotenzial. „Akku-Rasenmäher wollen Benzin- und Elektromähern den Rang ablaufen. Das gelingt nur zwei Modellen gut“, lautete das Ende März veröffentlichte Testurteil.

Insgesamt bemängeln die Tester häufig die Qualität des Schnitts oder die Handhabung. Zweimal wurde beim Punkt Akku/Mäher-Haltbarkeit sogar ein „mangelhaft“ vergeben, da Geräteteile im Test kaputt gingen.

Ein erwähnenswerter Einzelaspekt: Die Stiftung Warentest hatte auch Geräte mit größerer Schnittbreite von mehr als 43 Zentimeter in der Stichprobe. Diese Mäher sind zwar teils doppelt so teuer wie die Geräte mit 37 bis 43 Zentimeter Breite, haben aber auch einen extra Radantrieb. Dieser hat Vorteile bei nassem und hohem Gras.

Wie heißen die Testsieger der Stiftung Warentest?

Insgesamt erzielten bei den Mähern mit vergleichbaren Schnittbreiten (bis 43 Zentimeter) das Modell GE-CM 43 Li M von Einhell (Note 2,3) und der Mäher 40-Accu von Sabo (2,4) die Note „gut“. Stigas Combi 43 AE (3,0), der D40LM41 von Duramaxx (3,1) und der G40LM41 von Greenworks (3,1) waren „befriedigend“.

Lesen Sie auch: Stiftung Warentest: Billigware ist meist besser als Markenware

Für wen lohnt sich welche Antriebsart?

Benzinbetriebene Rasenmäher sind genauso flexibel wie Akku-Geräte. „Sie haben durchaus noch ihre Berechtigung“, urteilt Peter Baruschke. Das gelte insbesondere dann, wenn die Rasenfläche sehr groß ist und die Batterie-Kapazitäten an ihre Grenzen kommen. „Aber selbst dann kommen die Akkugeräte schon nah ran.“ Außerdem sind Benziner lauter. Rasenmäher, die Strom per Kabel aus der Steckdose benötigen, haben aus Sicht des Experten quasi ausgedient: „Der einzige Vorteil, der übrig bleibt, ist der günstigere Kaufpreis.“

Worauf sollte ich bei der Wahl eines Akku-Rasenmähers achten?

Wer eine große, nicht zusammenhängende Rasenfläche hat oder den Rasenmäher im Keller lagern muss, braucht ein eher leichtes Gerät. „Die Testsieger sind robust gebaut und wiegen auch mehr“, sagt Baruschke. Soll das Gerät platzsparend geparkt werden, lässt sich der Griff am besten einfach zusammenlegen – was bei manchen Geräten aber nur funktioniert, wenn man Schrauben abmontiert.

Wer mehrere Akku-Geräte betreibt, findet bei den Markenfirmen Vorteile: Deren Akkus lassen sich oft in mehreren Geräten nutzen, zum Beispiel auch in Akku-Schraubern fürs Heimwerken.

Von RND/dpa

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