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Wissen Testosteron lässt Männer um Frauen buhlen
Nachrichten Wissen Testosteron lässt Männer um Frauen buhlen
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07:23 01.06.2011
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass der Botenstoff beim Menschen direkt das Sozialverhalten beeinflusst. Quelle: dpa
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Das berichtet ein spanisch-niederländisches Forscherteam in den "Proceedings B" der britischen Royal Society. Die Untersuchung deutet darauf hin, dass der Botenstoff beim Menschen direkt das Sozialverhalten beeinflusst. Bei vielen Wirbeltieren reguliert Testosteron etliche organische Prozesse, etwa die Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane oder die Produktion von Samenzellen.

Studien an Vögeln und Ratten zeigen zudem, dass das Hormon auch die Paarungsbereitschaft anregt. Nun prüften Neurowissenschaftler der Universitäten Groningen und Valencia seine Wirkung auf das Verhalten von Männern gegenüber fremden Frauen. Dazu teilten sie zunächst 48 männliche Studenten in Paare auf. Die jeweils zwei Männer traten dann in einem Computerspiel gegeneinander an. Mit dieser Konkurrenzsituation wollten die Forscher die Testosteronbildung stimulieren. Tatsächlich stieg bei den Teilnehmern der Hormongehalt im Speichel im Durchschnitt um etwa ein Sechstel - unabhängig davon, ob sie gewonnen oder verloren hatten.

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Im zweiten Schritt wurden die Studenten dann fünf Minuten entweder mit einem jungen Mann oder mit einer jungen Frau alleingelassen. Dabei zeichneten Kameras ihr Verhalten auf. Ein Hormonschub beeinflusste zwar nicht die Kommunikation zwischen Männern, wohl aber das Verhalten gegenüber Frauen. Je stärker der Testosteronspiegel gestiegen war, desto mehr buhlten die Studenten um deren Aufmerksamkeit: Sie zeigten größeres Interesse, stellten eher Fragen und erzählten mehr von sich selbst. Außerdem lächelten sie häufiger und suchten verstärkt Blickkontakt.

Dies könne bei der Begegnung mit einer fremden Frauen ein erster Schritt dazu sein, eine Romanze anzubahnen, vermuten die Wissenschaftler. Damit könnte das Hormon den Erfolg einer etwaigen Partnersuche steigern. Allerdings schließen die Forscher eine andere Interpretation ihrer Resultate nicht aus: Möglicherweise trieb die vorherige Konkurrenzsituation den Hormonspiegel genau bei jenen Teilnehmern in die Höhe, die sowieso eher zum Flirten neigen.

dpa