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Nachrichten Wissen UV-Schutz: Achtung beim Kauf von Sonnenbrillen
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07:00 23.04.2019
Ein Hut, Sonnencreme und die passende Sonnenbrille: Der Schutz vor der Sonneneinstrahlung sollte auch im Urlaub nicht vergessen werden. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Die Sonnenbrille ist für manch einen ein wichtiges Modeaccessoire und sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen ein Muss. Doch auch aus gesundheitlicher Sicht ist es ratsam, seine Augen bei viel Sonnenschein zu schützen – wie die Augen sonst zu Schaden kommen können und worauf man beim Kauf einer Sonnenbrille achten sollte, lesen Sie hier.

Wie sehr schaden Sonnenstrahlen dem Auge?

Sonnenstrahlen sind insbesondere aufgrund ihres UV-Anteils potenziell schädlich für die Augen: Die Hornhaut absorbiert hauptsächlich UV-C- und UV-B-Strahlung, die Augenlinse UV-B- und UV-A-Strahlen. Die restliche Strahlung erreicht fast ungehindert die Netzhaut, insbesondere die Stelle des schärfsten Sehens, den sogenannten „gelben Fleck“. Wird das Auge zu lange direktem Sonnenlicht ausgesetzt, kann es deshalb zu Schäden kommen. „Kurzfristig können die Strahlen bei entsprechender Intensität zu schmerzhaften Entzündungen der Binde- und Hornhaut führen“, erklärt Lars Wandke, stellvertretender Geschäftsführer des Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen (ZVA). „Langfristig begünstigen sie die Entstehung des Grauen Stars oder der altersbedingten Makuladegeneration.“

Hohe UV-Belastung am Wasser

Hautärzte predigen immer wieder, man solle sich bei einem Tag am See oder Meer ausgiebig eincremen – und auch die Augen brauchen am Wasser besonders guten Schutz. Ratsam sind eine Sonnencreme und eine Brille. Die Wasseroberfläche reflektiert das Licht von allen Seiten. Bei Wassersportlern kommt es deshalb oft zu Krankheiten wie dem sogenannten „Surfer-Auge“.

Sonnen ohne Sorgen: Der richtige Schutz fürs Auge

„Man sollte niemals direkt in die Sonne starren und auch beim Sonnen eigentlich nicht auf das Tragen einer Sonnenbrille verzichten“, erklärt Wandke. „Da viele Menschen das aber zeitweilig tun werden, um nahtlos braun zu werden, sollten die Augen während der sonnenbrillenfreien Zeit zumindest geschlossen bleiben.“ Ansonsten gelten die allgemein gültigen Regeln: Man sollte sich nicht zu lange in der Sonne aufhalten und gewissenhaft eincremen. „Die Augenpartie ist auch bei geschlossenen Augen äußerlich sehr empfindlich – das Beste ist und bleibt es daher, die Sonnenbrille einfach aufzulassen“, so der Experte.

Sonnenbrille: Den passende UV-Schutz finden

Sonnenbrillengläser müssen verlässlich vor UV-Strahlung schützen. Wichtig hierbei: die Aufschrift „100 Prozent UV-Schutz“ oder „UV 400“. „Das bedeutet, dass die Gläser der Sonnenbrille die elektromagnetischen Wellen bis 400 Nanometer vollständig filtern, also auch die kurzwellige und energiereiche Strahlung“, erklärt Wandke. Für den Gebrauch im Alltag sei dieser Schutz ausreichend. Plant man allerdings einen längeren Aufenthalt auf dem Wasser oder im Gebirge, sollte man sich vom Augenoptiker gezielt darüber beraten lassen, wie hoch der UV-Schutz sein sollte.

Vorsicht: Das CE-Zeichen müssen alle in Deutschland verkauften Sonnenbrillen tragen. Es zeigt zwar offiziell an, dass ein UV-Schutz von mindestens 380 Nanometern vorhanden sei – diese Angabe wird allerdings von keiner unabhängigen Stelle überprüft.

Was außerdem bei der Wahl der Sonnenbrille wichtig ist

„Abgesehen vom UV-Schutz sollte die Sonnenbrille auch bestmöglich vor Blendung schützen, zu diesem Zweck hinreichend groß sein und vor allem gut sitzen“, erklärt Wandke. Das Auge sollte vollständig abgedeckt sein, um auch die Einstrahlung von der Seite zu verhindern. Hilfreich können hierbei auch breite Bügel sein. „Beim Optiker werden Sonnenbrillen daher anatomisch individuell angepasst – denn die beste Brille nützt nichts, wenn sie rutscht“, so der Experte.

Blendschutzkategorien von Sonnenbrillen

Sonnenbrillengläser sind – je nach Absorptionsgrad, also der Stärke der Tönung – in sogenannte „Blendschutzkategorien“ eingeordnet. Je heller das Licht ist, desto dunkler sollte die Brille sein. Laut Wandke seien Kategorie 2 und 3 in den meisten Fällen geeignet.

• Kategorie 2: 18 bis 43 Prozent Lichtdurchlässigkeit, dunklerer Lichtfilter, geeignet für den Sommer in Deutschland

• Kategorie 3: 8 bis 18 Prozent Lichtdurchlässigkeit, sehr dunkler Filter, geeignet für südliche Breitengrade (zum Beispiel im Strandurlaub)

Vorsicht: Brillen der Kategorie 4 sind teilweise nicht verkehrstauglich und durch eine entsprechende Warnung gekennzeichnet.

Langfristige Folgen zu intensiver Sonneneinstrahlung

Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Die AMD ist in der westlichen Welt die Hauptursache schwerer Sehbehinderungen bei Menschen über 60 Jahren. Dabei gehen Sehzellen in der Netzhautmitte, die scharfes und farbiges Sehen vermitteln, zugrunde. Als erstes Anzeichen gilt ein verschwommenes oder verzerrtes Sehen. Im weiteren Verlauf der Krankheit zeigt sich in der Mitte des Blickfeldes ein dunkler Fleck. Nur das Sehen der Randbereiche bleibt erhalten.

Grauer Starr (Katarakt)

Beim grauen Starr erkranken meist beide Augen – teilweise auch zeitversetzt. Dabei trübt sich die ursprünglich klare Augenlinse, wodurch das Sehen behindert wird. Es kann entweder das Sehen in der Nähe oder in der Ferne betroffen sein. Als erste Symptome gelten eine verschwommene Sicht und eine zunehmende Blendeempfindlichkeit. Der einzige Ausweg: Eine Operation, bei der die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird.

Das „Surfer-Auge“ (Pterygium)

Bei dem sogenannten „Surfer-Auge“, auch Pterygium genannt, wächst auf der Bindehaut des Auges ein rosafarbenes, fleischiges Gewebe: Die Bindehaut wuchert als Folge einer zu hohen UV-Belastung über die Hornhaut hinaus. Die meisten Pterygien verursachen keine Symptome. Manchmal führen sie aber zu Augenreizungen oder verändern die Form der Hornhaut, was zu einer Minderung der Sehfähigkeit führen kann. Dann ist ein chirurgischer Eingriff nötig.

Sonnenbrillen für Kinder

Insbesondere die Augen von Kindern sind bei einer zu starken Sonneneinstrahlung gefährdet – denn schützende Pigmente bilden sich erst mit dem Alter. Die Stiftung Warentest verweist bei Kindersonnenbrillen auf einen österreichischen Test des Verbrauchermagazins „Konsument“, bei dem im vergangenen Jahr 17 Modelle verglichen wurden. Das Ergebnis: Den besten UV-Schutz boten Brillen mit gerundeten Gläsern und breiten Bügeln, zum Beispiel die „Primetta Junior“, die es für zehn Euro in der Drogerie Müller gibt. Eltern sollten besonders darauf achten, dass die Bügel breit genug sind, um vor seitlich einfallender Strahlung zu schützen.

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Von RND/Jessica Orlowicz

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