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Wissen Uni Münster formuliert ethisches Leitbild für Tierversuche
Nachrichten Wissen Uni Münster formuliert ethisches Leitbild für Tierversuche
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12:45 25.11.2017
Symbolbild Quelle: Archiv GT
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Münster

Das neue Leitbild kommt rund ein halbes Jahr nach dem Fund illegaler Tierbestände, steht damit aber in keinem Zusammenhang, wie die Uni betont.

Das im Oktober einstimmig vom Senat verabschiedete Papier wurde jetzt von einer Koordinierungskommission vorgestellt. Zu dieser Gruppe zählen sowohl Naturwissenschaftler, Mediziner, Tierschutzbeauftragte, der Leiter des Zentrums für Bioethik und Studentenvertreter. Das Leitbild soll auch Forschern den Rücken stärken, die sich bewusst für einen Tierversuch entschieden haben.

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Nie gehörte Aussage

Roman Kolar, Leiter der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes, bezeichnete Teile des neuen Leitbilds als revolutionär. „Aber vor allem der Grundsatz, dass bei zu erwartendem schweren Tierleid auf einen Erkenntnisgewinn aus ethischen Gründen verzichtet werden muss, ist eine Aussage, die ich von deutschen Wissenschaftsorganisationen und -einrichtungen so noch nie gehört habe“, sagte Kolar.

Die Uni Münster will in Zukunft auch transparenter mit dem Thema Tierversuche umgehen und die Öffentlichkeit informieren. Auch sollen Uni-Mitarbeiter ermuntert werden, Missstände auch anonym als sogenannte Whistleblower zu melden.

Im Sommer waren an der Uni Münster illegal gehaltene Labormäuse entdeckt worden. Mitarbeiter der Universität sollen die Tiere für die Forschung gequält haben. Die strafrechtlichen Ermittlungen der Behörden zu dem Fall sind noch nicht abgeschlossen.

Von Valentin Frimmer