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Wissen Valentinstag: Was hat es mit dem „Tag der Liebe“ auf sich?
Nachrichten Wissen Valentinstag: Was hat es mit dem „Tag der Liebe“ auf sich?
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19:49 12.02.2019
Am 14. Februar ist Valentinstag. Nicht nur Blumengeschäfte freuen sich auf den „Tag der Liebenden“. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Hannover

Während die Blumenindustrie jubelt, dürfte der 14. Februar den schlimmsten Tag des Jahres für viele Singles markieren. Die Rede ist vom Valentinstag. Welche Bedeutung hat der Tag und woher stammt der Brauch, Blumen und Sprüche zu verschicken? Antworten gibt es hier.

Woher kommt der Valentinstag?

Wie so oft, liegen die Ursprünge dieses Gedenktages in der Kirchengeschichte. Erinnert wird am 14. Februar nämlich an den heiligen Valentinus, einem römischen Priester. Je nach Quelle wird er auch als Valentin von Rom oder Bischof von Terni bezeichnet. Ob es sich um dieselbe Person handelt, lässt sich indes nicht eindeutig feststellen - auf jeden Fall gab es mehrere Heilige mit demselben Namen.

Gemeinsam haben ebendiese die Heiligen den Märtyrerstatus und ihre Selbstlosigkeit. So soll der als Bischof tätige Valentin Trauungen entgegen des kaiserlichen Verbots durchgeführt haben und dafür mit seinem Leben bezahlt haben. Auf Anlass von Papst Gelasisus wird dem heiligen Valentinus deshalb seit dem Jahr 469 an dessen Todestag, dem 14. Februar, gedacht.

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Ist der Valentinstag ein gesetzlicher Feiertag?

Zum Leiden aller, die ihrer oder ihrem Liebsten zum 14. Februar einen Spontanurlaub schenken wollen, handelt es sich beim Valentinstag leider nicht um einen gesetzlichen Feiertag. Bis 1969 war der Valentinstag zumindest noch ein kirchlicher Feiertag. Auf Beschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde er jedoch aus dem sogenannten Allgemeinen Römischen Kalender gestrichen.

Wenngleich es sich um einen anglikanischen Kirchenfeiertag handelt, wird der Valentinstag auch in der orthodoxen Kirche gefeiert. Dort wird allerdings sowohl dem römischen Priester als auch dem Bischof von Terni am 6. beziehungsweise 30. Juli gedacht.

Warum wird der Valentinstag als „Tag der Liebenden“ gefeiert?

Mit dem Thema Liebe wurde der Valentinstag erstmals im 14. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Als maßgeblich hierfür gilt der englische Dichter Geoffrey Chaucer und dessen Gedicht „Parlament der Vögel“ aus dem Jahre 1382:

„Es geschah am Valentinstag

Als jeder Vogel kam, um seinen Partner zu wählen.“

Mit dem Gedicht würdigte Chaucer den Jahrestag der Verlobung zwischen König Richard II. von England und Anne von Böhmen. Ob tatsächlich der heilige Valentin gemeint ist, wird bis heute kontrovers diskutiert. Auf jeden Fall weist das Gedicht eine eindeutige Assoziation zwischen Valentinstag und romantischer Liebe auf.

Zudem passt es in die Zeit, in der die höfische Liebe an vielen europäischen Adelshäusern blühte. So wurde der 14. Februar erstmals in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts als Fest der Liebe dokumentiert.

Als allgemeiner Tag, an dem sich auch nicht adelige Paare gegenseitig ihre Liebe bekunden, tritt der Valentinstag dagegen erst ab dem 18. Jahrhundert in Erscheinung. Aus dieser Zeit stammt womöglich auch der Brauch, sich mit Blumen und Grußkarten zu beschenken.

Welche Bräuche gibt es zum Valentinstag?

In seiner modernen anglo-amerikanischen Variante ist der Valentinstag heute vor allem für zwei Bräuche bekannt: Für das Verschenken von Blumen, Süßigkeiten und anderen Aufmerksamkeiten, sowie für das Versenden von Grußkarten (sogenannte „Valentines“) mit romantischen Sprüchen.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der zunehmenden Kommerzialisierung des Valentinstages haben sich diese Traditionen heute auf der ganzen Welt verbreitet. Mit konkreten Folgen für viele Wirtschaftsbereiche. Nicht zuletzt die Blumenindustrie profitiert maßgeblich von der Romantisierung des Gedenktages. Um den Valentinstag herum können Blumenläden mit bis zu 500 Prozent mehr Umsatz rechnen.

Auf der ganzen Welt locken Einzelhandelsgeschäfte und Online-Shops mit Geschenkideen für Männer und Frauen. Auch Singles sollen am Valentinstag nicht leer ausgehen: Im Internet kursieren unzählige Tipps für die Partnersuche oder wie man dem ganzen Liebeskitsch fernbleibt. Mit dem „Singles Awareness Day“ (zu deutsch: „Singles-Bewusstseins-Tag“) gibt es sogar einen eigenen Aktionstag für Alleinstehende, der wenig taktvoll mit SAD, also traurig, abgekürzt wird.

Valentinstag: Zahlen, Fakten und Kuriositäten

• Rund eine Milliarde Grußkarten werden am Valentinstag verschickt (die höchste Zahl nach Weihnachten). Die meisten Valentinskarten werden dabei überraschenderweise an Lehrer versendet.

• In Finnland heißt der Valentinstag „Ystävänpäivä“ und statt Liebespaaren steht der Tag im Zeichen guter Freunde.

• Der britische Schokoladenhersteller Cadbury soll die erste Pralinenschachtel zum Valentinstag im Jahr 1800 verkauft haben.

• Bis zu 35 Millionen Schokoladenschachteln in Herzform werden am Valentinstag verkauft.

• Die Online-Partnervermittlung Parship registriert während des 14. Februar zwischen 20 bis 30 Prozent mehr Registrierungen. Über Tücken beim Vertragsabschluss macht die Verbraucherzentrale Bremen in einer aktuellen Meldung aufmerksam.

• 73 Prozent der Blumenkäufer am Valentinstag sind Männer. Die meisten Geschenke (ca. 85 Prozent) werden hingegen von Frauen gekauft.

• Am Valentinstag wird Schokolade im Wert von über einer Milliarde US-Dollar umgesetzt. Außerdem werden allein in den USA rund 190 Millionen Rosen verkauft.

• Durchschnittlich 220.000 Heiratsanträge werden am Valentinstag gemacht.

Von RND/pf

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