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19:00 18.03.2019
Ein Gap Year schafft Freiraum. Quelle: Tomas Rodriguez/Westend61/dpa-tmn
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Rostock/Iserlohn

Die letzte Prüfung ist bestanden, das Zeugnis druckfrisch, der Bachelorabschluss geschafft. Bevor Studenten in den Master starten, können sie die Lücke, die sich zwischen den zwei Abschlüssen auftut, für ein Gap Year nutzen.

So ein Überbrückungsjahr kann für Studierende in verschiedenen Situationen sinnvoll sein, sagt Anne-Katrin Westphal vom Career Service der Universität Rostock. Teilweise müssen Studenten ohnehin ein Semester oder länger warten, um den gewünschten Masterplatz zu bekommen.

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Praktische Berufserfahrungen sammeln

Für Studierende, die ihr Leben bisher nur in Bildungseinrichtungen verbracht haben, könne „eine Phase des Innehaltens und Orientierens“ viele Vorteile haben. Gleiches gilt für Bachelorabsolventen, die praktische Berufserfahrungen sammeln wollen. „Insbesondere dann, wenn man sich unsicher ist, ob bestimmte Fachbereiche und Tätigkeitsfelder zu einem passen“, so Westphal. Manchmal seien es ganz praktische Gründe, die für ein Überbrückungsjahr sprechen: „Wenn ich zum Beispiel kein Geld für einen Master habe und erstmal Geld verdienen muss.“

Wer sich für ein Gap Year entscheidet, hat eine Vielzahl von Möglichkeiten. Thomas Röser, Studien- und Berufsberater und Vorstandsmitglied des Deutschen Verbands für Bildungs- und Berufsberatung (dvb), kennt die Bandbreite. „Man kann in den Entwicklungsdienst gehen, wo technisches oder handwerkliches Interesse gefragt ist.“ Die meisten Angebote lägen aber im sozialen Bereich, wo man etwa mit Kindern oder als Au-pair arbeitet. „Und es gibt Angebote, bei denen man den klassischen Landwirtschaftsbereich bedient“, sagt er.

Ziele, Pläne und Wünsche

Freiwilligendienste im In- oder Ausland, Kulturreisen, Sprachkurse oder spezielle Gap-Year-Programme in Unternehmen – zunächst sollte man sich über die eigenen Ziele, Pläne und Wünsche klar werden. „Was ist die Ist-Situation? Was soll am Ende dabei rauskommen? Und wie komme ich dahin?“, sind laut Westphal die ersten wichtigen Fragen. Helfen können dabei Beratungsstellen wie Career Services oder International Offices der jeweiligen Hochschule.

Einen ganz besonderen Reiz übt für viele junge Erwachsene der Auslandsaufenthalt aus. Die Vorteile liegen auf der Hand: „Neben der Sprache wird die Selbstständigkeit und Selbstorganisation gefördert“, sagt Röser.

Potenzieller Arbeitgeber

In jedem Fall sollte die Planung des Auslandsaufenthaltes mindestens ein Jahr vor Reiseantritt beginnen, empfiehlt Westphal. „Wenn ich mir im Klaren über den Rahmen bin, geht es in die Feinplanung“, so die Beraterin. Neben einer passenden Stelle oder einem passendem Auslandsprogramm müsse man sich auch über die Finanzierung und die Versicherungsverhältnisse informieren – die sind zum Beispiel abhängig vom Studentenstatus.

Wer seine Karriere im Blick hat, macht sein Praktikum „im Optimalfall“ bei einem Unternehmen, das später auch potenzieller Arbeitgeber sein kann, sagt Westphal. Doch sich an einzelnen Unternehmen aufzuhängen, findet die Beraterin kontraproduktiv. „Ich glaube, man trägt aus jeder Erfahrung etwas Wertvolles mit.“ Absolventen sollten ihrer Empfehlung nach prüfen, wo Spaß und das passende Berufsfeld zusammenkommen.

Von Anke Dankers

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