Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Wissen WHO alarmiert: Zu viele Antibiotika werden falsch eingesetzt
Nachrichten Wissen WHO alarmiert: Zu viele Antibiotika werden falsch eingesetzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:13 19.06.2019
Viele Länder setzen über die Hälfte der Antibiotika falsch ein. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Anzeige
Genf

Die Antibiotikaresistenz weltweit nimmt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) alarmierende Ausmaße an. „Die Antibiotikaresistenz droht, 100 Jahre medizinischen Fortschritts zunichte zu machen“, warnte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. Eine Lösung dafür zu finden sei eine der dringendsten Herausforderungen im Gesundheitsbereich.

Die WHO hat deshalb die vorhandenen Antibiotika jetzt in drei neue Kategorien eingeteilt. In der ersten Kategorie benennt sie Mittel, die bei ernsthaften Infektionen eingesetzt werden sollen, in der zweiten solche, die jedes Gesundheitssystem zwar vorhalten, aber nicht immer bei den gängigsten Infektionen verabreichen sollte. In der dritten Kategorie führt sie die Mittel auf, die nur als letzter Ausweg genutzt werden sollen.

Bakterien können auch gegen mehrere Mittel Resistenzen aufbauen

In der ersten Kategorie seien vor allem keine Breitbandantibiotika aufgeführt, sondern Medikamente, die gegen spezifische Mikroorganismen wirken, so die WHO. Die Mittel der zweiten und dritten Kategorie müssten sparsamer eingesetzt werden. So könne das Risiko der Entwicklung von Resistenzen verringert werden.

Lesen Sie hier:
Multiresistente Keime: Die Killer aus dem Krankenhaus

Von Antibiotikaresistenz sprechen Ärzte, wenn Patienten auf ein Antibiotikum nicht reagieren, das heißt, wenn die krankmachenden Bakterien durch das Antibiotikum nicht vernichtet werden. Resistenzen können sich entwickeln, wenn bei einem Antibiotikaeinsatz einige Bakterien überleben. Diese resistenten Bakterien können sich vermehren. Krankmachende Bakterien können auch gegen mehrere Mittel Resistenzen aufbauen. Einige dieser Bakterien widerstehen allen Antibiotika, die einstmals gegen sie wirkten. Für Patienten, die von solchen Bakterien befallen sind, gibt es dann oft kaum Heilungschancen.

Patienten bekommen Antibiotika bei Virusinfektionen

In vielen Ländern werden nach WHO-Angaben mehr als die Hälfte der Antibiotika falsch eingesetzt. So bekämen Patienten Antibiotika bei Virusinfektionen, obwohl sie nur bakterielle Infektionen bekämpfen oder sie bekämen ein Breitband-Antibiotikum, wenn ein zielgerichteteres Medikament besser wäre.

Besonders besorgniserregend sei die Ausbreitung von Keimen wie Acinetobacter, Escherichia-coli und Klebsiella pneumoniae, die oft in Krankenhäusern zirkulierten. Sie könnten Lungenentzündung, Blutvergiftung und Wundinfektionen verursachen.

Lesen Sie hier:
Mediziner schlagen Alarm: Mehr Todesfälle wegen Antibiotika-Resistenzen

Die WHO nennt das neue Klassifizierungssystem AWaRe, was aus dem Englischen etwa mit „Aufpassen“ übersetzt werden kann. Das A steht für Access oder Zugang und steht für die erste Kategorie. Wa steht für Watch oder „beobachten“ und beschreibt die zweite Kategorie. Re steht für Reserve und bedeutet „zurückhalten“, die dritte Kategorie.

Von RND/dpa

Wer seinen Garten einfach wachsen lässt, zieht häufig den Unmut seiner Nachbarn auf sich. Dabei kann man ein Paradies für Insekten, Vögel sowie Säugetiere schaffen, wenn altes Holz, Blüten oder Laub einfach liegen bleiben. Mit diesen Tipps gelingt der Naturgarten.

19.06.2019

Immer wieder kommt es zu Schwammspinner-Plagen. Die Raupen des Nachtfalters sind sehr gefräßig und beschädigen nicht nur Wälder. Auch für empfindliche Menschen können seine Härchen gesundheitsgefährdend sein.

21.06.2019

Ambrosia-Kraut ist ein starker Allergieauslöser und breitet sich rasant aus. Die Pflanze kann starke Reaktionen wie tränende Augen, Kopfschmerzen und Asthma hervorrufen. Jetzt ist die Asthma-Pflanze in Deutschland auf dem Vormarsch.

19.06.2019