Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Wissen Zur „Earth Hour“ ging in aller Welt das Licht aus
Nachrichten Wissen Zur „Earth Hour“ ging in aller Welt das Licht aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:47 31.03.2019
Während das Licht am Brandenburger Tor in Berlin bei der „Earth Hour“ ausgeknipst bleibt, setzen Umweltschützer mit LED-Lichtern ein Zeichen. Quelle: Markus Schreiber/AP
Berlin

Ob das Opernhaus in Sydney, das Brandenburger Tor in Berlin oder der Kreml in Moskau: An vielen Orten rund um die Welt sind am Samstag pünktlich um 20.30 Ortszeit die Lichter ausgegangen. Zum 13. Mal hatte die Umweltschutzorganisation WWF die „Earth Hour“, die Stunde der Erde, ausgerufen, und Tausende Städte knipsten die Lichter an bekannten Wahrzeichen aus.

Den Anfang machte der Inselstaat Samoa – um 7.30 morgens nach deutscher Zeit. Schlusslicht beim Lichtlöschen waren die Cookinseln und Französisch-Polynesien. Mit der seit 2007 jährlich stattfindenden Aktion wollen die Teilnehmer ein Zeichen für mehr Klima- und Umweltschutz setzen. Auch Privatleute waren in ihren Häusern und Wohnungen zum Lichtverzicht aufgefordert.

Auch das höchste Bauwerk der Welt war dunkel

In Spaniens Hauptstadt Madrid versank während der «Hora del Planeta», wie die „Earth Hour“ dort genannt wird, der Palacio Real (Königspalast) in Dunkelheit. In Barcelona waren die Basilika Sagrada Familia und in Granada die berühmte Alhambra dabei. Moskau schaltete die Lichter am Kreml ab, London am Westminster Palace. Auch das höchste Bauwerk der Welt, der Burj Khalifa in Dubai, stand eine Stunde lang im Dunkeln.

Blick auf den CN Tower in Toronto während der „Earth Hour“. Quelle: Zou Zheng/XinHua/dpa
In Mexiko-Stadt war es nur noch auf den Straßen hell. Quelle: Alejandra Rodríguez/NOTIMEX/dpa
In Dubai erloschen die Lichter und Laser am Burj Khalifa Turm für eine Stunde. Quelle: Mahmoud Khaled/XinHua/dpa

In Deutschland hatten sich nach Angaben des WWF 384 Städte an der Aktion beteiligt, allein in Nordrhein-Westfalen waren es demnach 79. In Frankfurt wurden die Lichter unter anderem in den Bürotürmen der Skyline und am Römer ausgeschaltet. Im Südwesten sollte die Beleuchtung der Schlösser in Heidelberg, Ludwigsburg, Rastatt und Tettnang abgeschaltet werden. Darüber hinaus waren auch Privatleute und Jugendgruppen aktiv. So wurde in Frankfurt eine Kunstinstallation aus gesammeltem Plastikmüll aufgebaut, in Köln gab es eine Lichter-Aktion auf der Domplatte, in Leipzig auf dem Augustusplatz.

Das zentrale Event fand am Pariser Platz in Berlin statt, wo das Brandenburger Tor ungewohnt dunkel blieb. Auch am Berliner Rathaus, dem Funkturm und vielen anderen Gebäuden der Hauptstadt gingen die Lichter vorübergehend aus.

WWF: „Bundesregierung sollte Zeichen ernst nehmen“

Der WWF kritisiert anlässlich des Aktionstags, dass Deutschland derzeit auf EU-Ebene gemeinsam mit Polen und Ungarn die Umsetzung des Paris-Abkommens in Europa blockiere. „Die Bundesregierung unterstützt noch nicht einmal den Vorschlag der EU-Kommission, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen, obwohl das hinter dem zurücksteht, was angesichts der Klimakrise notwendig und geboten ist.“

Der WWF mahnte die Bundesregierung, das Zeichen ernst zu nehmen und eine zielgerichtete Klimaschutzpolitik in Europa nicht länger zu blockieren. „Mit der Earth Hour in diesem Jahr verbinden wir den dringlichen Appell an die Bundesregierung, den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Tier in der EU voranzutreiben statt weiter zu blockieren“, sagte Marco Vollmar von der Geschäftsleitung des WWF Deutschland laut Mitteilung. Die „Earth Hour“, die ihren Ursprung in Australien hat, ist nach WWF-Angaben inzwischen die größte Umweltschutzaktion der Welt.

Künstler kritisiert „publikumswirksame Effektveranstaltung“

Der Künstler Hermann Josef Hack bemängelt, die Aktion komme viel zu spät und sei bloß eine „publikumswirksame Effektveranstaltung“. „Sie birgt die große Gefahr, dass alle glauben, sie hätten schon einen Beitrag zur Rettung des Weltklimas geleistet, wenn sie für einen Moment das Licht ausknipsen“, sagte Hack laut einer Mitteilung.

Hack hatte eine ähnliche Aktion schon 1995 unter dem Namen „Global Switch“ organisiert – zur damals in Berlin stattfindenden Klimakonferenz der Vereinten Nationen. Um zehn vor neun am Abend sollten die Berliner alle nicht unbedingt nötigen Energieverbraucher für mindestens zehn Minuten abschalten. Damals sei Klimawandel noch kein Thema gewesen, obwohl der Zeitpunkt der richtige gewesen wäre, um die jetzt sichtbaren Klimaveränderungen zu verhindern, so Hack.

Von RND/so/dpa

Fit und schlank dank Eiweiß? Der Nährstoff soll beim Abnehmen helfen und nach dem Sport für schnelle Erholung sorgen. Doch nicht alles, was sich Low-Carb-Anhänger und Sportler über den Wunderstoff erzählen, ist richtig.

31.03.2019

In der Nacht zum 31. März wurden die Uhren wieder von Winterzeit auf Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt. Trotz kontroverser Diskussionen in der EU über eine Abschaffung wird es vorerst nicht die letzte Zeitumstellung bleiben. Alles, was Sie darüber wissen müssen, lesen Sie hier.

31.03.2019

Der Schiffsverkehr bedroht die Artenvielfalt. Als blinde Passagiere reisen fremde Pflanzen- und Tierarten so um die ganze Welt. Probleme mit den invasiven Arten könnten sich in Zukunft noch verstärken.

30.03.2019