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Wissen Wandfarbe im Test: Darauf sollten Allergiker achten
Nachrichten Wissen Wandfarbe im Test: Darauf sollten Allergiker achten
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12:21 29.05.2019
Weiße Wandfarbe enthält in der Regel Konservierungsstoffe, die für Allergiker problematisch sein können. Einige Hersteller haben daher ihre Rezeptur verändert. Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn
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Köln

Allergiker können sich im Großen und Ganzen auf weiße Wandfarben, die als konservierungsmittelfrei deklariert werden, verlassen – das hat die Zeitschrift „Öko-Test“ (Ausgabe 5/2019) ermittelt. Getestet wurden zehn Produkte, darunter auch vier ohne das Umweltzeichen „Blauer Engel“, auf das sich ein Großteil der Verbraucher verlässt.

Für die Umwelt: Das Abzeichen „Blauer Engel“

Der „Blaue Engel“ ist seit über 40 Jahren das Umweltzeichen der Bundesregierung. Er garantiert, dass Produkte und Dienstleistungen hohe Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften erfüllen. Deshalb verlassen sich viele Verbraucher auf ihn – im Bereich der Wandfarben dürfen das Umweltzeichen aber auch emissionsfreie Produkte tragen, die Konservierungsstoffe enthalten dürfen.

Hierbei problematisch: Eingesetzt werden häufig Isothiazolinone, also chemische Verbindungen, die zum Beispiel Farben oder Klebstoffe vor einer mikrobiellen Zersetzung schützen. Auf sie können Verbraucher allergisch reagieren.

Wandfarbe für Allergiker: Ab 2020 neue Rezepturen

Seit Kurzem gibt es eine neue Vergaberegelung für weiße matte Farben – Hersteller haben allerdings bis Ende 2020 Zeit, ihre Rezepturen umzustellen. Das heißt: Verbraucher können anhand des Labels derzeit nicht erkennen, ob sie schon konservierungsfreie Farben kaufen oder nicht, erklärt „Öko-Test“.

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Weiße Farbe für Allergiker im Test meist „sehr gut“

Manche Farbproduzenten deklarieren ihre Produkte aber mit Informationen wie „konservierungsmittelfrei“ oder „für Allergiker“. „Öko-Test“ hat zehn dieser weißen Farben im Labor untersucht – mit meist sehr gutem Ergebnis. Neun Farben erhielten die Bestnote, darunter auch vier ohne das Label Blauer Engel. Dazu zählen zum Beispiel die Farben „Alpinaweiß Spritz-Frei“ des Anbieters Alpina und die „Auro Wandfarbe Nr. 321“ von Auro. Sie enthalten weder umstrittene Konservierungsmittel noch krebsverdächtiges Formaldehyd, nicht einmal in Spuren. „Zudem belastet keine der zehn getesteten Farben beim Trocknen die Raumluft durch ausgasende Stoffe“, ergänzt „Öko-Test“.

Eine Farbe wegen gefährlicher Inhaltsstoffe „ungenügend“

Die „Livos Dubron Natur-Dispersionsfarbe Nr. 413“ schnitt im Test mit dem Urteil „ungenügend“ ab.

Die Begründung: Falsche Informationen auf der Verpackung und schädliche Inhaltsstoffe, zum Beispiel Borverbindungen, Borsäure und Borax. Sie sind laut Biozid-Verordnung sogar verboten – es wird vermutet, sie könnten die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Kind im Mutterleib schädigen.

Weiterhin enthält die Farbe Silberionen. Herkömmlicherweise werden sie in der Medizin, beispielsweise bei Wundauflagen, genutzt. Kommen sie jedoch in vielen alltäglichen Produkten zum Einsatz, kann der Mensch eine Resistenz entwickeln. Deshalb sind auch Silberionen im Rahmen der neuen Verordnung 2020 verboten.

Keine Konservierungsstoffe, dafür ein hoher pH-Wert

Wenn Konservierungsstoffe fehlen, heißt das nicht, dass Wandfarben sich nicht noch eine Weile aufbewahren lassen. Sofern sie nicht verschmutzt sind, ist das aufgrund hoher pH-Werte möglich, erläutern die Experten der „Öko-Test“. Damit gehen die Hersteller gegen Bakterien und Schimmelpilze vor.

Das erklärt auch die vergleichsweise teureren Preise: Die Hersteller müssen Produkte ohne Konservierungsstoffe mit höherem Aufwand und aus ausgewählten Rohstoffen herstellen, denn nicht alle vertragen einen hohen pH-Wert.

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Von RND/dpa/jo

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