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Wissen Ramadan 2019: Fastenzeit, Kalender und Regeln
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14:10 13.05.2019
Muslime im Fastenmonat Ramadan 06.05.19 / 5. Mai 2019 Quelle: Pavlo Gonchar/SOPA Images
Hannover

Für Hunderte Millionen Muslime hat jetzt der Fastenmonat Ramadan begonnen. Bis Anfang Juni 2019 sind Muslime weltweit aufgerufen bestimmten Dingen im Leben zu entsagen. Doch was ist Ramadan eigentlich genau und warum wird einen Monat lang gefastet? Wann ist Ramadan 2019 und müssen alle Muslime fasten? Das und mehr erfahren Sie hier.

Ramadan 2019: Kurze Übersicht

– Für Millionen Muslime weltweit hat der Fastenmonat Ramadan begonnen.

– Im Fastenmonat Ramadan verzichten Muslime tagsüber auf alle Speisen und Getränke. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gilt: kein Essen, Trinken aber auch kein Rauchen und kein Sex.

– Nach dem Saudi-Arabischen Kalender beginnt Ramadan 2019 vom 6. Mai bis zum 5. Juni, wobei viele Gläubige bereits am Abend des 5. Mai mit dem Fasten beginnen.

– Eine Ausnahme für das Fasten während Ramadan gilt für menstruierende, schwangere und stillende Frauen, chronisch kranke Menschen, altersschwache Menschen, sowie Kinder vor dem Eintritt in die Pubertät.

Was ist Ramadan und warum wird es gefeiert?

Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime und ist auch als neunter Monat des islamischen Mondkalenders bekannt. Es geht im Grunde genommen um Selbstbeherrschung und Verzicht. Mit der Beschränkung aufs Wesentliche wird sich auf die Barmherzigkeit gegenüber Bedürftigen und Schwachen besonnen.

Während der Fastenzeit genießen Muslime das besondere Miteinander in der Familie und Freunden. Ramadan kehrt Aspekte des Lebens eines Muslimen nach außen, die ohne den Verzicht und die Absage bestimmter Dinge womöglich nicht oder nicht ausreichend genug gewürdigt würden.

Muslime bekommen im Ramadan die Möglichkeit eine innere Zwischenbilanz zu ziehen und neue Vorsätze vorzunehmen. Worauf kann in Zukunft verzichtet werden? Welche Lehren können aus der Fastenzeit gezogen werden?

Fastenpflicht an Ramadan - Warum muss man an Ramadan fasten?

Grundlage für das Fasten an Ramadan ist der Koranvers „Ihr, die ihr glaubt, euch ist das Fasten vorgeschrieben wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, damit ihr vielleicht gottesfürchtig werdet.” (2:183).

Die Regeln für Fastende an Ramadan schreiben vor, dass zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang weder feste noch flüssige Nahrung zu sich genommen wird. Außerdem darf man dazwischen nichts trinken. Sobald die Sonne untergegangen ist, beginnt für gläubige Muslime das Fastenbrechen „Iftar“.

Traditionell wird dabei zuallererst eine Dattel gegessen, um den Magen zu öffnen. Das Essen fällt meist sehr üppig aus: pürierte Linsensuppe, Weißbrot, gebratener Reis, Lammfleisch, Gemüsegerichte, Salat und Melonenstücke. Auch Rauchen und Sex sind tagsüber untersagt. Bei allem Verzicht wird die Fastenzeit dennoch als Fest angesehen und gilt als feierliche und fröhliche Zeit.

Wann wird an Ramadan gefastet?

Die Fastenzeit an Ramadan dauert immer einen Monat und fällt auf den neunten Monat des islamischen Mondkalenders. Darum kann sich der genaue Zeitraum immer um zehn bis elf Tage pro Jahr verschieben.

Ramadan Kalender

Ramadan beginnt dieses Jahr am 06.05.2019. Damit fällt der Fastenmonat wieder in die Sommerzeit. Hier sind die Ramadan-Fastenmonate der nächsten Jahre:

Ramadan 2019: 06. Mai bis 05. Juni 2019

Ramadan 2020: 24. April bis 24. Mai 2020

Ramadan 2021: 13. April bis 13. Mai 2021

Ramadan 2022: 02. April bis 02. Mai 2022

Ramadan 2023: 23. März bis 21. April 2023

Ramadan 2024: 11. März bis 10. April 2024

Ramadan 2025: 1. März bis 30. März 2025

Wie heißt das Fest nach Ramadan?

Das Fast des Fastenbrechens nennt sich Schawwal oder auch „Zuckerfest” und steht ganz im Zeichen der Familie. Ebenfalls gängige Bezeichnungen sind Ramadanfest, Arabisch „Idul Fitr” oder Türkisch „Ramazan Bayramı”. Drei Tage lang wird das Fastenbrechfest gefeiert und während dieser Zeit kommen üblicherweise viele Verwandte zu Besuch.

Die Bezeichnung Zuckerfest geht auf die vielen Sachen zum Naschen während des Schawwal zurück. Nicht zuletzt wegen der vielen Süßigkeiten ist das Fastenbrechfest ein Fest für Kinder. Doch was zaubert Kindern ein noch größeres Lächeln aufs Gesicht, als Süßigkeiten? Richtig: Geschenke.

Wer sich also strikt ans Fasten gehalten hat, wird am Ende mit Geschenken belohnt - vergleichbar mit dem Weihnachtsfest bei den Christen. Am Ende der Fastenzeit beglückwünschen sich Muslime mit “Alles Gute zum Id” und verschicken sich Nachrichten per Smartphone oder Postkarten.

Warum muss man im Islam Fasten?

Im Islam ist das Fasten eine Form von Gottesdienst, die frei von Heuchelei sein muss. Es ist eine direkte Angelegenheit zwischen dem Fastenden und seinem Schöpfer (Allah).

Indem der Fastende auf bestimmte Dinge verzichtet, schärft er sein Gewissen für Bedürftige und stärkt seine Kraft zu widerstehen. Im Islam glaubt man daran, dass dadurch die Seele gereinigt und geläutert wird sowie die Beziehung zu Gott und den Mitmenschen gefestigt wird.

Das Fasten im Rahmen des Ramadan gehört, als eine von fünf Säulen des Islam zu den Hauptpflichten für Muslime. Alle fünf Säulen des Islam sind:

– Das Bezeugen der Einheit Gottes und der Prophetenschaft Muhammads

– Das fünfmalige Gebet pro Tag

– Die Wallfahrt nach Mekka

– Das Entrichten der Zakat (Abgabe eines bestimmten Anteils ihres Besitzes an Bedürftige und andere festgelegte Personengruppen)

– Das Fasten an Ramadan

Fasten ist darüber hinaus ein Bestandteil bei vielen Religionen. Im Christentum etwa soll der Verzicht im Zeitraum zwischen Aschermittwoch und Ostern an den Leidensweg Jesu Christi erinnern. Der bedeutendste Fastentag im Judentum ist „Jom Kippur” im September oder Oktober. Bei den Buddhisten gibt es als Fastentag das „Vesakh-Fest”, das am ersten Vollmondtag im Mai, bzw. Juni gefeiert wird.

Die Fastenzeit soll den Blick für spirituelle Dimensionen und das Gebet öffnen und ist dazu da alle Sünden zu sühnen.

Was ist Ramadan Kareem?

Ramadan Kareem” oder „Ramadan Mubarak” sind Grüße, mit denen sich Muslime während der Fastenzeit einen gesegneten Ramadan wünschen. Der weit verbreitete arabische Gruß „Ramadan Mubarak” bedeutet übersetzt „gesegneter Ramadan”.

Der Name Kareem kommt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie gastfreundlich, großzügig sowie edel oder vornehm. Al-Karim ist einer von 99 Namen Allahs im Koran. Der Koran und der Ramadan haben im Islam den Zusatz „al-Karim” im Namen.

Von tr/RND

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