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Wissen Waschmittel: So bleibt der Wollpulli flauschig
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15:55 29.01.2019
Vollwaschmittel eignet sich besonders für stark Verschmutztes oder um riechende Wäsche sauber zu bekommen. Quelle: dpa/tmn
Hamburg

Wenn man mehr Produkte im Handel findet, als man brauchen kann, ist man rasch überfordert. Ein gutes Beispiel dafür sind die mit Waschmitteln prall gefüllten Regale. Nicht nur dass die Auswahl an Produkten riesig ist, die Bezeichnungen sind nicht komplett selbsterklärend. So ist ein Universalprodukt nicht für jedes Wäschestück geeignet. Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg sagt außerdem: „Das meiste braucht man nicht.“

Welche Waschmittel benötige ich wirklich?

Zu drei Produkten rät Sara Wagner-Leifhelm von der Stiftung Warentest: Zum einen Vollwaschmittel, „um weiße Textilien, stark Verschmutztes oder riechende Wäsche wieder sauber zu bekommen.“ Das enthält Bleichmittel und hat daher eine höhere Waschkraft. Zum anderen empfiehlt die Expertin Colorwaschmittel für Buntes. „Anders als das Vollwaschmittel enthält es in der Regel kein Bleichmittel und schont damit die Farben der Wäsche.“ Drittens rät Wagner-Leifhelm zu einem Produkt für Wolle und Seide. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) erklärt dazu: „Diese Stoffe sind zu sensibel für die Voll- oder Colorwaschmittel.“ Die milden Spezialprodukte sind pH-neutral und frei von Enzymen, die diese Stoffe angreifen könnten.

Wie sinnvoll sind Spezialwaschmittel?

Spezialwaschmittel bringen nicht immer einen Vorteil. „Die Hersteller versuchen mit Marketing künstliche Individualität zu erzeugen, um Wäscheparfüms, Weichspüler oder Sonderwaschmittel etwa für schwarze Kleidung zu verkaufen“, sagt Verbraucherschützer Jorde.

Waschmittel für Schwarzes hat zum Beispiel die Stiftung Warentest mit üblichen Colorwaschmitteln verglichen - mit ernüchterndem Ergebnis. „Die Spezialprodukte zeigten weder im Farbtonerhalt noch in der Textilschonung oder der Sauberkeit Vorteile“, berichtet Wagner-Leifhelm. „Auch mit Schwarzwaschmitteln sieht man eine Vergrauung der Kleidung nach 20 Wäschen.“ Einige Sonderprodukte seien außerdem umweltschädlich. „Hygienespüler braucht man zum Beispiel nicht. Alle Bakterien sterben spätestens bei 55 Grad. Wer ein Infektionsrisiko vermutet, wäscht einmal mit 60 Grad“, meint Jorde. Ansonsten seien 30 Grad ausreichend.

Waschpulver oder Flüssigwaschmittel?

Insbesondere bei Vollwaschmitteln sollten Verbraucher zum Waschpulver greifen. „Sie können im Gegensatz zu flüssigen Produkten Bleichmittel enthalten, die nötig sind, um den Weißgrad der Wäsche möglichst lange zu erhalten“, erklärt Wagner-Leifhelm. Die Bleichmittel lösen auch Biofilme in der Waschmaschine, in denen sich Pilze oder Bakterien vermehren. Außerdem wirken sie besser gegen Flecken, können aber dafür sorgen, dass die Farben zügig verblassen. Deshalb rät die Expertin zu einem Colorwaschmittel für Buntes: „Hier gibt es gute Varianten in Pulver- und Flüssigform.“ Bei Gelkissen gibt die Expertin aber zu bedenken: „Sie lassen sich nicht so flexibel in Abhängigkeit von Wasserhärte, Verschmutzungsgrad oder Gewicht der Trockenwäsche dosieren. Ein Kissen ist vielleicht zu wenig, zwei hingegen schon zu viel.“

Sind teure Produkte besser für meine Wäsche?

„Wir stellen immer wieder fest, dass gutes Waschen nicht teuer sein muss“, sagt Wagner-Leifhelm von der Stiftung Warentest. Damit der geliebte Pullover flauschig bleibt, reichen 13 Cent pro Waschgang. So günstig waren die Sieger des letzten Vollwaschmitteltests während Markenprodukte etwa doppelt so teuer waren. Der Preis ist auch bei der Verpackungsgröße ausschlaggebend, insbesondere bei preiswerten Großverpackungen. „In Waschmitteln gleicher Marke in ähnlicher Aufmachung muss nicht zwingend der gleiche Inhalt stecken“, erklärt Wagner-Leifhelm. „Oft sind die Produkte in XL-Verpackung nach günstigeren Rezepturen hergestellt, sprich sie enthalten zum Beispiel leistungsschwächere Tenside oder Enzyme.“ Auf den Verpackungen steht, für wie viele Ladungen sie reichen.

Von RND/dpa

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