Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Wissen Wie viel menschgemachtes Kohlendioxid verschwindet in den Ozeanen?
Nachrichten Wissen Wie viel menschgemachtes Kohlendioxid verschwindet in den Ozeanen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:30 17.03.2019
Eine Messrosette mit Probenflaschen zur Bestimmung der CO2-Konzentration im Meer. Quelle: Nicolas Gruber/ETH Zürich
Zürich

Etwa ein Drittel des vom Menschen freigesetzten Kohlendioxids wurde zwischen 1994 und 2007 von den Meeren verschluckt. Insgesamt nahmen sie 34 Giga-Tonnen des Treibhausgases – das sind 34 Milliarden Tonnen – aus der Atmosphäre auf. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin „Science“. Die Speicherkapazität unterschiedlicher Meeresregionen schwanke allerdings erheblich.

Die weltweiten Meere bestimmen den atmosphärischen Kohlendioxid-Gehalt maßgeblich mit. Sie fungieren als so genannte Kohlendioxid-Senke – verschlucken also quasi CO2. Zunächst löst sich das Gas dabei in den oberen Wasserschichten und wird dann in größere Tiefen umgewälzt. Ohne diese Speicherfunktion der Meere wäre der Gehalt an Kohlendioxid (CO2) der Atmosphäre viel höher – und die Folgen in Form des Klimawandels vermutlich viel ausgeprägter.

Noch keine CO2-Sättigung

Nicolas Gruber von der ETH Zürich und seine Mitarbeiter bezifferten nun die von den Meeren im Zeitraum zwischen 1994 und 2007 aufgenommene CO2-Menge. Sie hatten dazu in verschiedenen Meeren die CO2-Konzentration und andere chemische und physikalische Messwerte in unterschiedlichen Tiefen bestimmt. Über eine eigens entwickelte statistische Methode errechneten sie aus der Gesamtmenge an gelöstem Kohlendioxid die Menge, die auf den menschengemachten CO2-Anstieg zurückzuführen ist.

Lesen Sie hier:
Der Klimawandel wird immer mehr zur Gefahr für die Gesundheit

Der ermittelte Anteil von etwa 31 Prozent des menschengemachten CO2-Ausstoßes entspreche dem, was die Meere seit Beginn der Industrialisierung verschluckt haben, berichten die Wissenschaftler. „Der globale Ozean hat im untersuchten Zeitraum weiterhin menschgemachtes CO2 aufgenommen, und zwar mit einer Rate, wie sie aufgrund des Anstiegs des atmosphärischen CO2 zu erwarten ist“, erläutert Gruber in einer Mitteilung der ETH Zürich. Das Meer sei noch nicht mit CO2 gesättigt. Die absolute aufgenommene Menge sei jedoch mit dem wachsenden Ausstoß an Kohlendioxid in dem Zeitraum entsprechend gestiegen.

Das Wasser wird immer saurer

Der Nordatlantik habe allerdings im Untersuchungszeitraum etwa 20 Prozent weniger CO2 geschluckt als erwartet. „Das liegt wahrscheinlich an der schwächelnden nordatlantischen Umwälzpumpe Ende der 90er Jahre, die ihrerseits durch Klimaschwankungen verursacht wurde“, so Gruber. Dagegen sei die aufgenommenen Menge im Südatlantik gestiegen. Ähnliche Schwankungen fanden die Forscher auch in anderen Meeresregionen.

In den Meeren selbst bleibt die CO2-Aufnahme nicht ohne Folgen: Das Wasser wird immer saurer. „Unsere Daten zeigen, dass die Versauerung teils bis über 3000 Meter tief ins Innere der Weltmeere reicht“, sagt Gruber. Eine höhere Versauerung des Wassers kann verschiedenen Studien zufolge kalkbildende Meereslebewesen schädigen, etwa Muscheln und Korallen. Kalkschalen oder -skelette können dann nicht mehr so gut gebildet werden oder sich auflösen. Die genauen Auswirkungen sind aber noch wenig erforscht.

Von RND/dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Sperma stammt aus dem Jahr 1968 – unter anderem von Schafbock Sir Freddie: Nun ist es Wissenschaftlern gelungen, 34 Merinoschafe mit dem eingefroren Samen zu befruchten.

17.03.2019

Eigentlich endet der Anspruch auf Kindergeld, wenn der Nachwuchs volljährig wird – unter bestimmten Bedingungen kann sich der Bezug aber verlängern.

08.06.2019

Der Lebensstil verändert unsere Nachkommen stärker als bisher angenommen. Nach Stress in der Schwangerschaft etwa lassen sich Entwicklungs­störungen noch in der übernächsten Generation feststellen.

16.03.2019