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Wissen Wieso die Kastration von Katzen so wichtig ist
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16:34 08.08.2019
Kastrierte Katzen sind geselliger.
Hannover

Laut dem Deutschen Tierschutzbund versorgen immer mehr Tierheime „überzählige“ Katzen und geraten damit an ihre räumlichen und finanziellen Grenzen. Die Ursache seien sowohl unkastrierte Kater und Katzen aus Privathaushalten als auch frei lebende Straßenkatzen, die sich unkontrolliert fortpflanzen und damit für permanenten Zuwachs sorgen. Der Verein appelliert daher an Katzenhalter, verantwortungsvoll zu handeln und ihre freilaufenden Tiere, ob männlich oder weiblich, kastrieren zu lassen. „Nur so wird ein weiteres Populationswachstum verhindert und das Leid der Straßenkatzen minimiert“, meint Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Straßenkatzen brauchen Hilfe

Laut dem Deutschen Tierschutzbund werden weibliche Katzen mehrfach im Jahr, vornehmlich in der Zeit zwischen April und September, rollig. Komme es während dieser Phase zur erfolgreichen Paarung, so bringe die Katze nach 63 bis 66 Tagen durchschnittlich vier bis sechs Junge zur Welt. Auch wenn die Überlebenschance der Jungtiere bei Straßenkatzen gering sei, hätten die Tiere dadurch enorm viele Nachkommen. Der Verein geht von zwei Millionen Straßenkatzen bundesweit aus. Sie seien als domestizierte Haustiere auf menschliche Zuwendung angewiesen. „Viele der Straßenkatzen leiden unter Krankheiten, Parasiten sowie Mangel- oder Unterernährung“, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Tierschutzbunds. Die Kastration sei zum einen ein Routineeingriff und gelte zum anderen als nachhaltige und tierschutzgerechte Methode, um die Population in den Griff zu bekommen und das Leid zu minimieren.

Video: Fünf Gründe für ein Leben mit Katze

In welchem Alter Katzen oder Kater kastriert werden sollten

Laut dem Fachmagazin „Geliebte Katze ist es ratsam, Stubentiger kastrieren zu lassen, bevor sie geschlechtsreif werden. Bei Weibchen sei das mit fünf bis neun Monaten der Fall, bei Männchen hingegen mit acht bis zehn Monaten. Hinzu kämen rassespezifische Unterschiede. Langhaarige Rassen etwa seien Spätzünder und ließen sich mit der Geschlechtsreife bis zu einem Jahr Zeit. Und sogar der Geburtszeitpunkt sei entscheidend: Herbst- und Winterkätzchen können bereits mit drei bis vier Monaten geschlechtsreif werden, so die Experten.

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Nicht verwechseln: Kastration und Sterilisation

Bei einer Sterilisation werden lediglich Ei- bzw. Samenleiter durchtrennt. Bei Katern wären die Hoden aber immer noch intakt. Das bedeutet, die Männchen könnten zwar keinen Nachwuchs mehr zeugen, aber immer noch aktiv sein und markieren oder ihr Revier verteidigen. Bei der Kastration hingegen werden Hoden und Eierstöcke komplett entfernt, wodurch der Einfluss von Sexualhormonen verhindert wird.

Kosten der Kastration von Katze und Kater

Um die Eierstöcke einer Katze zu entfernen, muss die Bauchdecke geöffnet werden. Bei Männchen hingegen wird ein kleiner Einschnitt in den Hodensack gemacht. Die Kastration von Weibchen ist dementsprechend sehr viel aufwendiger – und die Kosten höher. In der aktuellen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) der Bundestierärztekammer werden folgende Richtwerte festgelegt:

  • Allgemeine Untersuchung mit Beratung: 8,98€
  • Injektionsnarkose: 19,24€
  • Kastration der Katze: 57,72€
  • Kastration des Katers: 19,24€

Die angegebenen Preise verstehen sich zuzüglich einer Umsatzsteuer von 19 Prozent. Kosten für angewandte Medikamente, verbrauchte Materialien, zum Beispiel die Fäden, sowie für eine Nachbehandlung können zusätzlich hinzukommen.

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Tierschutz und Gesundheitsvorsorge: Vorteile einer Kastration

„Die Kastration bietet mehr Vor- als Nachteile, und das für alle Katzen“, so die Experten des Fachmagazins „Geliebte Katze“. Ihre Positionierung begründen sie wie folgt:

  • Die Katze werde nicht mehr rollig: Eine Dauerrolligkeit bedeute für Tier und Halter enormen Stress und könnte die gemeinsame Bindung belasten. Die Kastration der Katze setze dem ein Ende.
  • Die Kampfbereitschaft der Kater nehme ab: Nach Erreichen der Geschlechtsreife seien Kater immer fortpflanzungsfähig und bereit, um die Herzensdame zu kämpfen. Mit der Kastration bestehe eine geringere Verletzungsgefahr.
  • Das Markieren habe ein Ende: Mit der Kastration hörten Kater auf, ihr Revier mit stark konzentriertem Urin zu markieren.
  • Das Revierverhalten ändere sich: Katze und Kater entfernten sich nicht mehr so weit von zu Hause und wendeten sich stärker ihrem Halter zu.
  • Die Lebenserwartung steige: Da das Revier- und Dominanzverhalten abnehme, sei auch die Gefahr von Verletzungen, Autounfällen oder Infektionskrankheiten geringer. Studien hätten gezeigt, dass kastrierte Katzen im Durchschnitt etwa zehn Jahre alt werden, während unkastrierte Artgenossen nur eine Lebenserwartung von fünf bis sechs Jahren haben.

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Kampagne: „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“

Um die unkontrollierte Vermehrung der Tiere zu stoppen, hat der Deutsche Tierschutzbund die Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ gegründet. Der Verein fordert die Einführung einer flächendeckenden, möglichst bundesweiten, Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Dabei berufen sich die Tierschützer auf Paragraf 13 des Tierschutzgesetzes. Dort heißt es: „Insbesondere können in der Rechtsverordnung der unkontrollierte freie Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen in dem jeweiligen Gebiet verboten oder beschränkt (…) werden.“

Mit dem Motiv und dem Slogan „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ macht der Deutsche Tierschutzbund auf die Wichtigkeit der Kastration bei Katzen aufmerksam.

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