Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Wissen Wildkräuter in der Stadt: Wo man sie ernten kann
Nachrichten Wissen Wildkräuter in der Stadt: Wo man sie ernten kann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:08 08.05.2019
Eine leckere Zutat für den Salat: Löwenzahn. Er sollte nur nicht direkt an einer Straße wachsen. Quelle: Mascha Brichta/dpa-tmn
Berlin

Für die einen ist es Unkraut am Wegesrand, für die anderen sind es Wildkräuter, mit denen sich Salate oder Soßen anreichern lassen. Für Bärlauch, Löwenzahn & Co. muss man nicht einmal in die Natur wandern, sie lassen sich auch in bewohnten Gebieten sammeln – wenn auch nicht an jedem Ort.

Kräuter lassen sich nicht nur im eigenen Garten anbauen, man kann sie auch in der Stadt sammeln. Selbst Anfänger finden an Wegrändern und in Parks Kräuter und Pflanzen wie Löwenzahn oder Bärlauch, die sich eignen, um Salate oder Eintöpfe zu tunen.

Keimbelastung bei Kräutern neben stark befahrenen Straßen

Die Standorte der Pflanzen sollten nicht zu stark Abgasen ausgesetzt sein, erklärt die Initiative „Zu gut für die Tonne!“. Es sollten also Orte mit Wildkräutern gemieden werden, die direkt neben stark befahrenen Straßen liegen. Außerdem sollten dort nicht viele Menschen, Hunde und Katzen unterwegs sein. Sonst können die Pflanzen mit Keimen belastet sein.

Lesen Sie auch: Unkraut mit heilender Wirkung

Für Anfänger: Kräuter ohne gefährliche Doppelgänger sammeln

Der WWF warnt, dass einige Pflanzen gefährliche Doppelgänger haben und man diese als Anfänger besser nicht ernten sollte. Der Wiesenkerbel beispielsweise sieht dem gefleckte Schierling zum Verwechseln ähnlich. Der gefleckte Schierling ist eine hochgiftige Pflanze und nur sehr schwer vom Wiesenkerbel zu unterscheiden, also: Finger weg. Besser ist es, sich an Pflanzen wie Vogelmiere, Gänseblümchen oder Gundelrebe zu halten.

Pflanzen nur für den persönlichen Bedarf ernten

Pflücken ohne Erlaubnis darf man nicht auf privaten oder verpachteten Grundstücken. Darüber hinaus sollte man die sogenannte Handstraußregel beachten: Laut Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes dürfen selbst wilde Pflanzen, die nicht unter Artenschutz stehen oder in Naturschutzgebieten wachsen, nur für den persönlichen Bedarf und in geringen Mengen geerntet werden.

Der Klassiker unter den Wilden: Brennnessel

Die Brennnessel sollte stets vorsichtig geerntet werden, da die Brennhaare an jungen Pflanzen bei Berührung abbrechen können und sich ihr Brennnesselgift auf die Haut entleeren kann. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) rät, die Pflanze, die auf Mauern, Brachflächen oder in Parks wächst, nur gegart zu verzehren. Der Geschmack dieser Pflanze wird als würzig-spinatartig beschrieben und die gedünsteten Blätter eignen sich für Suppen, Pfannkuchen oder Risottos.

Barbarakraut lässt sich sogar im Winter ernten

Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen und Kräutern, ist das Barbarakraut eine sehr robuste Pflanze, die sogar frostfest ist. Diese Pflanze ist praktisch überall zuhause: an Wegesrändern, auf Wiesen und in Gärten und Parks. Der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) informiert, dass die zweijährige Pflanze frisch und mit allen Teilen genossen werden.

Kräuter und Früchte immer gründlich waschen

Wichtig ist auch, die Wurzeln nicht mit auszureißen, sondern nur das Grün mit Messer oder Schere zu entfernen. Außerdem sollte man an einem Fleck immer auch einen Teil der vorhandenen Pflanzen stehen lassen, so dass an dem Ort das Fortbestehen gesichert ist. Um Infektionen mit dem Fuchsbandwurm zu vermeiden, sollten gesammelte Kräuter und Früchte gründlich gewaschen werden, rät die Initiative.

Auch interessant: Heimisches Superfood hält mit Exotischem locker mit

Wildkräuter: Nicht nur lecker und gesund

Viele Kräuter, die an den Straßen oder in Parks wachsen, schmecken nicht nur hervorragend im Salat, sondern haben auch heilende Wirkstoffe. Der Spitzwegerich zum Beispiel ist bekannt für seine antibakteriellen Inhaltsstoffe, die bei Hustenreiz und Entzündungen der Schleimhäute und Haut helfen.

Von RND/dpa/hb

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Lebens- und Rentenversicherungen sind aus Sicht der Branche erfolgreich: Während die Beitragseinnahmen steigen, sinkt die Stornoquote. Aber sind solche Versicherungen tatsächlich geeignete Produkte für die Altersvorsorge?

08.05.2019

Ein Topf für die Nudeln, einer für die Soße, die Pfanne für das Gemüse - und schon ist es voll auf dem Herd. Beim One-Pot-Kochen geht es einfacher: Alles kommt in einen Topf und wird zusammen gegart. Rezepte und wie es funktioniert, lesen Sie hier.

08.05.2019

Nun entdeckt auch die katholische Kirche die Sozialen Medien für sich: Sie lässt in dieser Woche rund 50 angehende Priester zu Social-Media-Influencern ausbilden. So will sie die junge Generation gewinnen.

08.05.2019