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11:44 15.03.2019
Wer depressive Symptome feststellt, sollte sich nicht scheuen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Quelle: Fotolia (Symbolbild)
Hannover

Einer Erhebung des Robert-Koch-Instituts zufolge ist in Deutschland zurzeit jeder zehnte Erwachsene ab 18 Jahren von einer depressiven Symptomatik betroffen. Doch wie äußert sich eine Depression? Und woran erkennt man diese? Wir haben die häufigsten Symptome zusammengetragen. Wichtig zu wissen: Erst wenn mehrere dieser Anzeichen über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen auftreten, liegt in der Regel eine zu behandelnde depressive Symptomatik vor. Betroffene sollten sich in diesem Fall nicht scheuen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Veränderte Emotionen bei Depressionen

Einige Betroffene empfinden ein anhaltendes Gefühl von tiefer Traurigkeit, großen Ängsten oder innerer Leere. Andere berichten, dass sie nicht mehr dazu in der Lage sind, überhaupt Gefühle und Emotionen wahrzunehmen. Fachleute sprechen hierbei von einem „flachen Affekt“. Auch wer sich dauerhaft hoffnungslos, pessimistisch, wert- und hilflos fühlt oder unter starken Schuldgefühlen leidet, kann von einer Depression betroffen sein.

Veränderte Aktivität bei Depressionen

Eine Depression ist häufig davon gekennzeichnet, dass Betroffene das Interesse an Dingen verlieren, die ihnen früher viel Freude gemacht haben. Das können etwa Hobbys und gesellschaftliche Aktivitäten sein. Aber auch die Sexualität kann davon betroffen sein. Einige Menschen ziehen sich sozial komplett zurück und verkriechen sich dauerhaft.

Manche Menschen geraten immer wieder in die Stressfalle – doch das muss nicht sein, wenn man seine „inneren Muster“ kennt und aufbricht, sagt Anne Henchen. Wir haben die besten Tipps der Verhaltenstherapeutin für Sie zusammengestellt.

Veränderter Schlaf bei Depressionen

Viele Betroffene leiden an Schlafstörungen und Schlaflosigkeit. Einige wachen morgens sehr früh auf oder aber verschlafen regelmäßig. Andere haben Probleme damit, abends zur Ruhe zu kommen oder überhaupt in den Schlaf zu finden. Zugleich fühlen sich Betroffene oft tagsüber sehr schläfrig und antriebslos, obwohl sie ausreichend geschlafen haben.

Veränderte Gewohnheiten bei Depressionen

Ein weiteres Anzeichen für eine Depression kann in einem veränderten Essverhalten liegen. Betroffene haben entweder kaum oder aber übermäßig viel Appetit; dies schlägt sich auch auf der Waage nieder. Darüber hinaus können auch Konzentration, Erinnerungsvermögen und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, beeinträchtigt sein.

Körperliche Symptome

Zu den physischen Symptomen einer Depression gehören beispielsweise anhaltende Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen, Atembeschwerden, Herzprobleme oder chronische Schmerzen, die sich auf herkömmliche Weise nicht behandeln lassen.

Veränderte Gedanken bei Depressionen

Eine Depression kann sich auch in einer veränderten Gedankenwelt äußern. So denken einige Betroffene vermehrt an den Tod, an einen Selbstmord(-versuch) oder an selbstverletzendes Verhalten. Angehörige sollten solche Äußerungen in jedem Fall ernst nehmen und sich beraten lassen (siehe Info-Kasten weiter unten).

Auf der Website „iFightDepression“ gibt es einen kostenlosen und anonymen Selbsttest, der Hinweise darauf liefert, ob Anzeichen einer Depression vorliegen.

Hier gibt es Hilfe

Die Telefonseelsorge ist unter der Rufnummer (08 00) 111 0 111 sowie (08 00) 111 0 222 oder 116 123 rund um die Uhr zu erreichen. Beratung via Chat, Mail und vor Ort: https://www.telefonseelsorge.de

Eine Online-Beratung für Kinder und Jugendliche bietet: https://www.nummergegenkummer.de

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat ein Info-Telefon Depression eingerichtet. Erreichbar unter (08 00) 33 44 5 33 am Mo., Di. und Do. 13-17 Uhr sowie Mi. und Fr., 8.30–12.30 Uhr

Ambulante Behandlung in dringenden medizinischen Fällen: Ärztlicher Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen, telefonisch erreichbar unter 116 117 (rund um die Uhr)

Meldung von lebensbedrohlichen Notfällen: Rettungsdienst, telefonisch erreichbar unter 112 (rund um die Uhr)

Von RND/Lisa Stegner

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