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19:26 14.02.2019
Graf Charme(Aaron Fiess) und Albertinchen (Malin Ramswig). Quelle: Dirk Opitz
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Göttingen

Inszeniert hat das Stück am ThOP Felix Lengte. Gombrowicz gilt als einer der bedeutendsten polnischen Autoren. „Operette“ ist sein letztes Theaterstück, Gombrowicz hat es 1966 ganz im Stil einer Operette angelegt, bis hinein in die Textform, einzelne Sätze wiederholen sich wie die Refrains in Liedern und Arien. Allerdings fehlt dem Stück die Musik.

Das Schloss als Spielort ist bevölkert mit allen Klischees der Operettenwelt. Prinz und Prinzessin als Feudalherren, ihr Sohn Graf Charme, der Baron Firoulett, eine Marquise und weitere Aristokraten sind von einem servilen Hofstaat umgeben. Gombrowicz thematisiert die Maskerade der Gesellschaft, das Festigen der gesellschaftlichen Verhältnisse dadurch. Kein einfaches Stück Theater, das sich das Team im ThOP vorgenommen hat.

Zersetzung der Operettenidylle

Graf Charme und der Baron Firoulett stehen im Wettstreit: wer von ihnen wohl die meisten Frauen „zur Strecke gebracht“ hat. Der Graf hat ein Auge auf das Albertinchen geworfen. Um dem einfachen Mädchen ohne Übertretung der Konventionen näher kommen zu können, zettelt er einen Angriff auf Albertinchen durch einen Spitzbuben an. Graf Charme tritt dann als edler Retter auf.

Mit der Aktion fängt die Zersetzung der Operettenidylle an. Denn der Spitzbube hat Albertinchen die Hand ins Dekolleté geschoben und nun sehnt sie sich nach Nacktheit und direkter Berührung. Nach Natur ohne kunstvolle Verkleidung. Und das, wo es in Himalai doch vor allem um Mode des Maestro Fior geht, um Silhouette Hosen, Röcke, Schirmchen, alles, um die Unterschiede zwischen den Ständen zu festigen. Denn ohne die pompöse Garderobe würde das Volk womöglich merken, „dass unser Arsch der gleiche ist“, so die Prinzessin. Eine vom Kammerdiener angezettelte Revolte gibt der Gesellschaft dann den Rest.

Spiel mit Klischees

Sehr schön nimmt die Inszenierung des ThOP das Spiel mit den Klischees auf. Grell und stark sind alle Protagonisten geschminkt, mit pompösen Kleidern und Perücken stolzieren sie über die Bühne. Ihre Sprache ist geziert und steif, große Gesten überdecken kleingeistige Einwürfe. Eine große weiße (Schloss)-Treppe prägt das ansonsten einfache Bühnenbild. Im zweiten Teil nach der Revolte sind die Perücken verschwunden, die Schminke verwischt und das Gekünstelte weicht der Panik. Das Ensemble meistert das schwierige Stück überzeugend. Einmal an die Wiederholungen und Ausrufe gewöhnt, ist es ein ebenso vergnüglicher wie nachdenklich machender Abend.

Nächste Vorstellungen

Nächste Vorstellungen: 15., 16., 18., 20.,22., und 23. Februar jeweils um 20.15 Uhr im Theater im OP, Käte-Hamburger Weg 3. Karten unter der Telefonnummer 0551 / 39 70 77 (Kartentelefon mit AB), am Stand des ThOP in der Zentralmensa oder per Mail unter theaterkarten@gmail.com. Das Kulturticket für Studierende der Uni Göttingen und der PFH Göttingen gilt für alle Vorstellungen.

Von Christiane Böhm

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